ChatGPT Business Premium 2026:
125 Dollar für 5x mehr Nutzung

Veröffentlicht: 11/08/2026
Aktualisiert: 27/08/2026

Wir denken. KI tippt mit.

Schulte_Markus_300x300px

Markus Schulte

AI Solution Development, Autor

Inhaltsverzeichnis
Teilen
AI Newsletter

ChatGPT Business Premium heißt die neue Tarifstufe, die OpenAI am 10. August 2026 angekündigt hat. Ein Premium-Sitz kostet 125 US-Dollar pro Nutzer und Monat, bei jährlicher Abrechnung sind es 100 US-Dollar. Dafür bekommt der Mitarbeiter die fünffache Nutzungsmenge eines Standard-Sitzes, und die Fünf-Stunden-Grenze fällt weg.

Buchen kann man die Stufe noch nicht. OpenAI hat vorerst nur eine Warteliste geöffnet und nennt keinen Starttermin. Der Standard-Sitz bleibt bei 25 US-Dollar monatlich, im Jahresabo bei 20 US-Dollar. Beide Sitzarten lassen sich im selben Workspace mischen, und Admins dürfen einzelne Plätze hochstufen oder anderen Mitarbeitern zuweisen.

Wer sich vor dem 20. August 2026 auf die Warteliste setzt, kann Guthaben mitnehmen. OpenAI stellt den ersten 10.000 berechtigten Workspaces 100 US-Dollar an Workspace-Credits je Premium-Sitz in Aussicht, maximal 500 US-Dollar. Das Kleingedruckte dazu füllt eine eigene Hilfeseite und enthält einige Bedingungen, die in der offiziellen Ankündigung zu den Premium-Sitzen für ChatGPT Business nicht auftauchen.

Was ein Premium-Sitz kostet und was er dafür liefert

Der Preissprung fällt genauso hoch aus wie der Leistungssprung. Ein Premium-Sitz kostet exakt das Fünffache eines Standard-Sitzes und liefert laut OpenAI exakt die fünffache Nutzungsmenge. Wer also mehr Kapazität braucht, zahlt dafür linear, ohne Mengenrabatt.

MerkmalStandard-SitzPremium-Sitz
Preis bei monatlicher Abrechnung25 US-Dollar125 US-Dollar
Preis bei jährlicher Abrechnung20 US-Dollar100 US-Dollar
Jahreskosten pro Nutzer240 bis 300 US-Dollar1.200 bis 1.500 US-Dollar
NutzungsmengeGrundmengefünffache Menge
Fünf-Stunden-Grenzegiltentfällt
Zurücksetzen der Nutzungkeine Angabeplanbar wöchentlich
Verfügbarkeitsofort buchbarWarteliste, kein Starttermin
Kontextfenster54.000 Instant, 256.000 Reasoningunverändert
Quelle: OpenAI-Ankündigung vom 10.08.2026 und ChatGPT-Preisseite, Stand 11.08.2026.

Für ein kleines Team mit fünf besonders aktiven Köpfen bedeutet das eine spürbare Position im Budget. Fünf Premium-Sitze im Jahresabo kosten 6.000 US-Dollar pro Jahr, dieselben fünf Personen auf Standard-Sitzen 1.200 US-Dollar. Die Differenz von 4.800 US-Dollar kauft Kapazität und den Wegfall der Zeitsperre, sonst nichts. Neue Funktionen schaltet ein Premium-Sitz nicht frei.

Der Flexibilität widmet OpenAI einen eigenen Abschnitt der Ankündigung. Sitze lassen sich neu zuweisen, ein Premium-Platz kann also im Januar beim Marketing liegen und im März in der Entwicklung, ohne dass ein zweites Abo nötig wird. Ob sich ein Premium-Sitz auch wieder auf Standard zurückstufen lässt, sagt OpenAI bislang nicht.

Fünfmal mehr wovon? Die Leerstelle in der Ankündigung

Für die aktuellen Modellstufen nennt OpenAI keine absolute Zahl. Weder die Ankündigung noch die Hilfeseiten beziffern, wie viele GPT-5.6-Nachrichten, Deep-Research-Läufe oder Agentenaufgaben in einem Standard-Sitz stecken. Wer den Sprung von einfach auf fünffach bewerten will, hat für diese Funktionen also keine Ausgangsgröße.

Für die älteren Modelle liegen die Zahlen dagegen offen. Die Übersicht der Modelle und Limits im ChatGPT-Business-Tarif nennt für GPT-5.5 Thinking 3.000 Anfragen pro Woche und für GPT-5.5 Pro 15 Anfragen pro Monat, während GPT-5.5 Instant als praktisch unbegrenzt geführt wird. Das gibt zumindest eine Vorstellung von der Größenordnung, um die es bei einer Verfünffachung geht.

Bekannt ist immerhin die Mechanik dahinter. Laut der OpenAI-Hilfeseite zur flexiblen Preisgestaltung für Business-Workspaces hat jeder Business-Sitz eigene Limits für die fortgeschrittenen Funktionen. Dazu zählen Deep Research, die Reasoning-Modelle, die Bildgenerierung, der Sprachchat und Codex. Der normale Chat mit den Instant-Modellen läuft praktisch unbegrenzt, begrenzt wird nur, was Rechenzeit frisst.

Ist das persönliche Limit aufgebraucht, sieht der Nutzer ein Hinweisband. Danach greift er auf den gemeinsamen Credit-Topf des Workspace zu, falls der Inhaber welchen gekauft hat. Ohne Guthaben ist die jeweilige Funktion gesperrt, und der Mitarbeiter kann direkt in der Oberfläche um Nachschub bitten.

Was Premium nicht ändert, ist der Arbeitsspeicher des Modells. Das Kontextfenster bleibt bei 54.000 Token für die Instant-Modelle und 256.000 Token für die Reasoning-Modelle, exakt wie beim Standard-Sitz und exakt wie bei einem privaten Plus-Abo. Ein größeres Instant-Fenster mit 128.000 Token bieten nur Enterprise und das private Pro-Abo, und beim Reasoning liegt Pro mit 400.000 Token sogar vor allen Geschäftstarifen. Enterprise selbst bleibt beim Reasoning bei denselben 256.000 Token wie Business. Wer also an langen Dokumenten scheitert, löst dieses Problem mit einem Premium-Sitz nicht.

Beim Modellzugriff steht ein Business-Workspace ohnehin schon gut da. Anders als ein Plus-Abo darf er die höchste Denkstufe Extra High und das Spitzenmodell GPT-5.6 Sol Pro nutzen. Premium verschiebt nur die Menge, nicht den Katalog.

Die Credits-Aktion und ihr Kleingedrucktes

Die Aktion richtet sich ausschließlich an Workspace-Inhaber, und die verwendete E-Mail-Adresse entscheidet über alles. Wer sich als Admin oder als einfaches Mitglied einträgt, geht leer aus. OpenAI schreibt in den Teilnahmebedingungen zur Premium-Warteliste außerdem klar, dass die Eintragung allein noch keine Credits garantiert.

  • Eintragung auf der Warteliste vor dem 20. August 2026, mit der E-Mail-Adresse des Workspace-Inhabers.
  • Die Premium-Sitze müssen innerhalb von 30 Tagen nach dem Start gekauft werden, sonst verfällt der Anspruch.
  • Ein Upgrade eines bestehenden Standard-Sitzes zählt als qualifizierender Sitz.
  • Angerechnet werden ein bis fünf Sitze, macht 100 bis 500 US-Dollar Guthaben pro Workspace.
  • Neu angelegte Workspaces müssen weniger als 200 Mitglieder haben.
  • Nur die ersten 10.000 berechtigten Workspaces bekommen überhaupt etwas.
  • Ein Workspace pro Inhaber. Der erste Workspace mit einem Premium-Kauf wird festgeschrieben und lässt sich nicht mehr tauschen.
  • Nicht kombinierbar mit anderen Aktionen, Rabatten, Testphasen oder Aktionsguthaben.
  • Wer das Aktionsguthaben nutzt, verliert für den zugehörigen Premium-Kauf das Rückgaberecht.

Der letzte Punkt verdient einen zweiten Blick. Das Guthaben ist kein Geschenk ohne Gegenleistung, sondern koppelt den Kauf an einen Verzicht auf Erstattung. Wer die 100 US-Dollar ausgibt und danach feststellt, dass der Premium-Sitz sich nicht rechnet, bleibt auf den Sitzkosten sitzen.

Was Workspace-Credits überhaupt sind

Credits sind eine interne Verrechnungswährung für die teuren Funktionen. Der Workspace-Inhaber kauft ein Guthaben, alle Mitglieder ziehen daraus, sobald ihr persönliches Limit erschöpft ist. Bezahlt wird damit nur, was Rechenleistung kostet, also Reasoning-Modelle, Deep Research, Bilder, Sprachchat, Agenten und Codex.

Suche, Datei-Uploads und Canvas laufen ohne Credit-Verbrauch. Routet ChatGPT eine einfache Anfrage automatisch auf ein Mini-Modell, kostet das ebenfalls null Credits. Gekauftes Guthaben ist zwölf Monate ab Kauf gültig und wird nicht erstattet, außer das Gesetz verlangt es oder ein Konto wurde nachweislich gekapert.

Was 2.500 Credits im Alltag wert sind

OpenAI beziffert das Aktionsguthaben doppelt, mit 100 US-Dollar und mit 2.500 Credits. Daraus ergibt sich ein Umrechnungskurs von vier US-Cent je Credit. Zusammen mit der offiziellen Preisliste lässt sich damit ausrechnen, wie weit das Guthaben tatsächlich trägt.

FunktionCreditsGegenwertReichweite von 2.500 Credits
Chat mit Instant-Modellen00,00 US-Dollarunbegrenzt
Nachricht an GPT-5.6 Sol100,40 US-Dollar250 Nachrichten
Nachricht an GPT-5.6 Sol Pro502,00 US-Dollar50 Nachrichten
Nachricht im Agent-Modus301,20 US-Dollar83 Nachrichten
Deep-Research-Aufgabe502,00 US-Dollar50 Recherchen
Bildgenerierung50,20 US-Dollar500 Bilder
Sprachchat je Minute50,20 US-Dollar500 Minuten
Lauf eines Workspace-Agenten5 bis 250,20 bis 1,00 US-Dollar100 bis 500 Läufe
Aufgabe in Excel oder Google Tabellen5 bis 200,20 bis 0,80 US-Dollar125 bis 500 Aufgaben
Aufgabe in PowerPoint10 bis 500,40 bis 2,00 US-Dollar50 bis 250 Aufgaben
Credit-Sätze aus der ChatGPT-Preisliste für Business und Enterprise, Stand 11.08.2026. Die letzten drei Zeilen sind keine Festpreise, sondern typische Spannen, weil diese Funktionen nach Token abgerechnet werden. Gegenwert und Reichweite eigene Berechnung auf Basis von 2.500 Credits für 100 US-Dollar.

Ein Prompt und die dazugehörige Antwort gelten dabei als eine Nachricht. Die Denkstufe spielt für den Preis keine Rolle, Medium, High und Extra High kosten alle zehn Credits, weil dasselbe Modell dahintersteckt. Nur der Pro-Modus schlägt mit dem Fünffachen zu Buche.

So weit reichen 2.500 Credits

Das Aktionsguthaben je Premium-Sitz, umgerechnet in konkrete Arbeitsschritte. Der Wert gilt jeweils, wenn das gesamte Guthaben in diese eine Funktion fließt.

Quelle: ChatGPT-Preisliste für Business und Enterprise (OpenAI)
Zahlen als Tabelle
FunktionAnzahl für 2.500 Credits
Bilder500
Sprachchat (Min.)500
Sol-Nachrichten250
Agent-Nachrichten83
Deep Research50
Sol-Pro-Nachrichten50

Wer täglich vier Deep-Research-Läufe startet, hat das Aktionsguthaben nach knapp dreizehn Arbeitstagen aufgebraucht. Als Dauerlösung ist es also nicht gedacht, sondern als Anschubfinanzierung für den Einstieg.

Screenshot der OpenAI-Preisliste für ChatGPT Business und Enterprise mit der Tabelle der Modelle Instant, GPT-5.6 Sol und GPT-5.6 Sol Pro sowie deren Credit-Kosten pro Nachricht.
Die Credit-Rate einer ChatGPT-Nachricht im Business-Tarif richtet sich nach dem verwendeten Modell. (Quelle: OpenAI Hilfe-Center)
Tabelle der Kernfunktionen von ChatGPT im Business-Tarif mit Credit-Kosten: Agent-Modus 30 Credits pro Nachricht, Deep Research 50 Credits pro Aufgabe, Bilder 5 Credits pro Generation, Voice Mode 5 Credits pro Minute.
Credit-Kosten der ChatGPT-Kernfunktionen im Business-Tarif nach der offiziellen OpenAI-Preisliste. (Quelle: OpenAI Hilfe-Center)

Die Preise für Deutschland und was noch fehlt

Auf der deutschen Preisseite von ChatGPT taucht Premium bislang gar nicht auf. Dort steht der Business-Tarif weiterhin allein mit 21 Euro pro Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, bei monatlicher Zahlung sind es 26 Euro. Ein Workspace braucht mindestens zwei Sitze.

TarifPreis in DeutschlandFür wen gedacht
Free0 EuroAusprobieren
Go8 Euro pro Monatlängere Unterhaltungen, kann Werbung enthalten
Plus23 Euro pro MonatEinzelpersonen mit anspruchsvollen Aufgaben
Proab 103 Euro pro MonatRecherche und Programmierung
Business (Standard)21 Euro jährlich, 26 Euro monatlichTeams ab zwei Personen
Business (Premium)noch kein Euro-Preis genanntbesonders aktive Teammitglieder
Enterpriseindividuell, auf Anfragegroße Organisationen
Quelle: deutsche ChatGPT-Preisseite, abgerufen am 11.08.2026. Alle Angaben pro Nutzer und Monat.

Eine Umsatzsteuer-Angabe fehlt in dieser Übersicht. Microsoft weist bei seinen Copilot-Tarifen ausdrücklich „zzgl. MwSt.“ aus, OpenAI macht in der Tarifliste keine entsprechende Angabe. Geschäftskunden sollten das vor der Budgetplanung im Bestellvorgang prüfen.

Was ein Premium-Sitz in Euro kosten dürfte

Ein offizieller Euro-Preis steht noch aus. Ein Anhaltspunkt lässt sich aber aus dem bestehenden Tarif ableiten. OpenAI verlangt für den Standard-Sitz 25 US-Dollar beziehungsweise 26 Euro und 20 US-Dollar beziehungsweise 21 Euro. Überträgt man diesen Aufschlag auf Premium, landet man bei grob 130 Euro monatlich und 105 Euro im Jahresabo.

Hinweis: Das ist eine eigene Hochrechnung dieser Redaktion und keine Ankündigung von OpenAI. Der tatsächliche Euro-Preis kann abweichen, sobald die Stufe startet.

Screenshot der deutschen ChatGPT Business Preisseite mit Tarif von 21 Euro pro Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, inklusive Features wie Codex-Integration und Team-Agenten-Plugins.
Die deutsche Preisseite führt ChatGPT Business mit 21 Euro pro Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, ein Premium-Sitz fehlt dort noch. (Quelle: OpenAI)

Anthropic verlangt für seinen Premium-Sitz denselben Preis

Der auffälligste Punkt der Ankündigung steht nicht in der Ankündigung. OpenAI übernimmt für ChatGPT Business Premium exakt die Preisstruktur, die Konkurrent Anthropic für seinen Team-Tarif verwendet, bis auf den Dollar genau und bis in die Formulierung hinein.

Auf der Preisseite von Anthropic für Claude Team und Enterprise kostet der Standard-Sitz 20 US-Dollar im Jahresabo und 25 US-Dollar monatlich. Der Premium-Sitz steht dort bei 100 beziehungsweise 125 US-Dollar. Die Leistungsbeschreibung lautet wörtlich „5x more usage than standard seats“, also fünfmal mehr Nutzung als bei Standard-Sitzen.

Zeitlich war Anthropic zuerst dran. Diese Staffelung gilt bei Claude Team seit dem 28. Januar 2026, wie das Unternehmen in seiner Ankündigung der neuen Sitzpreise für Claude Team festgehalten hat. OpenAI zieht also gut ein halbes Jahr später nach, mit identischen Beträgen.

MerkmalOpenAI ChatGPT BusinessAnthropic Claude Team
Standard-Sitz jährlich20 US-Dollar20 US-Dollar
Standard-Sitz monatlich25 US-Dollar25 US-Dollar
Premium-Sitz jährlich100 US-Dollar100 US-Dollar
Premium-Sitz monatlich125 US-Dollar125 US-Dollar
Standard-Sitz in Deutschland21 Euro jährlich, 26 Euro monatlich18 Euro jährlich, 21,04 Euro monatlich
Premium-Sitz in Deutschlandnoch nicht genannt90 Euro jährlich, 105,23 Euro monatlich
Mehrleistung des Premium-Sitzesfünffache Nutzungfünffache Nutzung
Sitzarten mischbarjaja
Teamgrößeab 2 Nutzern2 bis 150 Nutzer
StatusWarteliste, kein Startterminbuchbar
Quellen: OpenAI-Ankündigung vom 10.08.2026 sowie die deutschen Ansichten der Preisseiten von OpenAI und Anthropic, abgerufen am 11.08.2026.

In Euro endet die Gleichheit allerdings. Wer die Anthropic-Preisseite aus Deutschland aufruft, sieht 18 Euro für den Standard-Sitz und 90 Euro für den Premium-Sitz, jeweils bei jährlicher Abrechnung. Monatlich sind es 21,04 und 105,23 Euro. OpenAI verlangt für seinen Standard-Sitz in Deutschland dagegen 21 Euro jährlich und 26 Euro monatlich.

Bei identischen Dollarbeträgen zahlt ein deutsches Team bei Anthropic also weniger. OpenAI rundet die Umrechnung auf glatte Eurobeträge nach oben, Anthropic bleibt mit den krummen Werten näher am Wechselkurs. Beim Standard-Sitz macht das monatlich fast fünf Euro pro Person aus. Ob die Beträge auf beiden Seiten mit oder ohne Umsatzsteuer gemeint sind, geht aus keiner der beiden Preisseiten hervor.

Screenshot der Preisseite von Anthropic für Claude Team mit Standard-Sitz für 18 Euro und Claude Team Premium Seat für 90 Euro pro Sitz und Monat bei jährlicher Abrechnung, für Teams von 2 bis 150 Personen.
Anthropic bietet für Claude Team zwei Sitzarten an, der Premium Seat kostet in Deutschland 90 Euro und bringt fünffache Nutzung. (Quelle: Anthropic)

Für Kunden bedeutet diese Gleichheit vor allem eines. Ein Preisvergleich zwischen den beiden großen Anbietern läuft ins Leere, die Entscheidung fällt über Modellqualität, Anbindung an vorhandene Systeme und Datenschutz. Wie die beiden Häuser bei Abos und API-Kosten sonst zueinander stehen, haben wir im großen Preis- und Leistungsvergleich von Claude und ChatGPT aufgeschlüsselt.

Das deutsche Fachmagazin The Decoder ordnet den Schritt als Reaktion auf gestiegene Rechenkosten ein. Agentenbetrieb verbrauche deutlich mehr Token, bisherige Pauschaltarife seien nach dieser Lesart vor allem Lockangebote gewesen, weitere Preiserhöhungen in der Branche daher wahrscheinlich. Die deutschsprachige Einordnung zur Preiserhöhung bei ChatGPT Business verweist zugleich auf Microsoft, das den umgekehrten Weg geht und teure Fremdmodelle durch günstigere eigene ersetzt.

Microsoft und Google rechnen ganz anders ab

Im direkten Preisvergleich liegt ChatGPT Business im Mittelfeld, allerdings vergleicht man dabei Äpfel mit Birnen. Microsoft verkauft Copilot als Zusatz zu einem bestehenden Office-Abo, Google legt Gemini ohne Aufpreis in seine Workspace-Tarife, OpenAI verkauft einen eigenständigen Arbeitsplatz ohne Office-Paket drumherum.

Listenpreise pro Nutzer und Monat in Euro

Nur belegte Euro-Preise der Anbieter. Für ChatGPT Business Premium gibt es bislang keinen Euro-Preis, deshalb fehlt der Balken.

Quelle: deutsche ChatGPT-Preisseite, Microsoft-365-Copilot-Preisseite und Google-Workspace-Preisseite, abgerufen am 11.08.2026. Microsoft-Preise zzgl. MwSt. bei Jahresabrechnung, der Steuerstatus der OpenAI- und Google-Preise ist auf den jeweiligen Seiten nicht ausgewiesen.
Zahlen als Tabelle
TarifEuro pro Nutzer und Monat
Google Workspace Business Starter6,80
Microsoft 365 Copilot (Zusatz)15,60
Microsoft 365 Business Standard mit Copilot20,36
Google Workspace Business Plus21,10
ChatGPT Business, jährlich21,00
ChatGPT Business, monatlich26,00
Microsoft 365 Business Premium mit Copilot27,73

Bei Microsoft kostet der reine Copilot-Zusatz 15,60 Euro pro Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung. Zusammen mit Microsoft 365 Business Standard sind es 20,36 Euro, mit Business Premium 27,73 Euro. Für den Europäischen Wirtschaftsraum gibt es zusätzlich Varianten ohne Teams, die bei 17,58 beziehungsweise 24,94 Euro liegen. Alle Preise versteht Microsoft zuzüglich Mehrwertsteuer und mit Jahresbindung.

Google verlangt für Gemini keinen eigenen Aufpreis mehr. Die KI steckt in den Workspace-Tarifen, die regulär bei 6,80 Euro für Business Starter, 13,60 Euro für Business Standard und 21,10 Euro für Business Plus liegen. Der Funktionsumfang wächst dabei mit der Tarifstufe. Aktuell zeigt Google auf der Preisseite die halbierten Beträge für die ersten drei Monate an, also 3,40, 6,80 und 10,55 Euro.

Ein Premium-Sitz von OpenAI kostet nach der oben genannten Hochrechnung je nach Abrechnungsweise das 3,8- bis 4,7-Fache des teuersten Microsoft-Pakets in dieser Liste. Dafür bekommt der Nutzer allerdings auch keine Office-Anwendungen, sondern ausschließlich Kapazität in ChatGPT und Codex. Wer bei den laufenden Kosten grundsätzlich nach unten schaut, findet inzwischen auch bei offenen Modellen ernsthafte Alternativen, etwa beim offenen KI-Modell Kimi K3 aus China.

Was ein Premium-Sitz ausdrücklich nicht mitbringt

Premium ist eine reine Mengenstufe und ändert nichts an Sicherheit, Compliance oder Vertragsform. Wer aus deutscher Sicht auf den Business-Tarif schaut, findet dort eine ganze Reihe von Punkten, die OpenAI erst der Enterprise-Stufe vorbehält.

  • Datenresidenz nur eingeschränkt. Die Wahl der Speicherregion rollt OpenAI seit 2026 schrittweise auch für Business aus, sie deckt dort aber nur die Ablage ab, und eine Kopie jedes Prompts samt Antwort bleibt befristet zur Missbrauchskontrolle in den USA. Vollständige Datenresidenz mitsamt Verarbeitung in der Region bietet OpenAI weiterhin nur für Enterprise, für den Bildungstarif Edu und für die API-Plattform an.
  • Keine ISO-Nachweise als Tarifmerkmal. Die Zertifizierungen nach 27001, 27017, 27018 und 27701 führt OpenAI in der Tarifübersicht ausschließlich bei Enterprise auf.
  • Kein SCIM für die automatische Nutzerverwaltung, kein Enterprise Key Management.
  • Keine rollenbasierten Zugriffskontrollen, keine granularen GPT-Berechtigungen, kein IP-Allowlisting.
  • Keine Compliance-API für Protokolle, kein Workspace mit eigenem Branding.
  • Kein erweiterter Support, kein dediziertes Onboarding, keine individuelle Sicherheitsüberprüfung.

Vorhanden sind im Business-Tarif dagegen SAML-SSO mit Mehrfaktor-Anmeldung, eine Admin-Konsole mit Rollen, Domainverifizierung, Nutzungsanalysen und die Zusicherung, dass OpenAI Geschäftsdaten standardmäßig nicht für das Modelltraining verwendet.

Ebenfalls wichtig für Einkauf und Buchhaltung: ChatGPT Business ist ein Selbstbedienungsprodukt. Rechnungskauf, Bestellnummern, Banküberweisung, Zahlungsziele, Zero Data Retention und HIPAA-Vereinbarungen für das US-Gesundheitswesen bietet OpenAI nach eigener Darstellung nur über die vertragsgebundenen Angebote an. Bezahlt wird im Business-Tarif per Kreditkarte. Einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach DSGVO gibt es dagegen auch für Business, OpenAI schließt dafür nach eigenen Angaben einen Zusatz zur Datenverarbeitung ab. Wer die Pflichtenlage in der EU dahinter genauer verstehen will, findet die Fristen und Anforderungen in unserer Übersicht zum EU AI Act mit allen Regeln und Fristen.

Vom ChatGPT Team zum Business-Workspace

Der Tarif, der jetzt eine Premium-Stufe bekommt, heißt erst seit knapp einem Jahr so. Am 29. August 2025 hat OpenAI ChatGPT Team in ChatGPT Business umbenannt, ohne den Plan selbst zu ändern. Bestehende Verträge blieben in Kraft, der Anbieter blieb derselbe.

Seitdem hat sich die Sitzstruktur mehrfach verschoben. Bis zum 24. Juni 2026 konnten Workspaces reine Codex-Sitze ohne Fixpreis anlegen, die nur nach Verbrauch abgerechnet wurden. Für neue Workspaces gibt es diese Option nicht mehr, und auch bestehende Workspaces dürfen nur weitermachen, wenn sie vor diesem Stichtag mindestens einen Codex-Sitz angelegt oder eingeladen hatten. Der Standard-Sitz enthält Codex ohnehin.

Nicht enthalten ist dagegen die Programmierschnittstelle. Ein Business-Abo deckt keine API-Nutzung ab, die läuft über ein separates Konto und eine separate Rechnung. Gemeinnützige Organisationen können über OpenAI for Nonprofits bis zu 75 Prozent Rabatt auf Business und Enterprise bekommen.

Wann die Premium-Sitze tatsächlich starten, hat OpenAI offengelassen. Genannt sind bisher nur zwei Daten. Für die Warteliste nennt OpenAI den 20. August 2026, und nach dem Start bleibt ein Fenster von 30 Tagen, in dem die Aktionssitze gekauft sein müssen. In den Teilnahmebedingungen steht dabei „vor dem 20. August“, in der Ankündigung dagegen, die Aktion ende am 20. August. Wer sichergehen will, trägt sich spätestens am 19. August ein. Einzelne Kunden von der Warteliste sollen vorab Zugang bekommen, bevor die Stufe allgemein verfügbar wird. Wer ChatGPT dagegen vor allem im Gespräch nutzt, findet die aktuellen Grenzen und Funktionen im Überblick zum Sprachmodell GPT-Live für den ChatGPT-Sprachchat.

Häufige Fragen zu ChatGPT Business Premium

Wann starten die Premium-Sitze für ChatGPT Business?

OpenAI hat keinen Starttermin genannt und bislang nur eine Warteliste geöffnet. Die Teilnahmebedingungen verlangen die Eintragung vor dem 20. August 2026, praktisch also spätestens am 19. August. Ausgewählte Kunden von der Warteliste sollen vor der allgemeinen Verfügbarkeit Zugang erhalten.

Lohnt sich ein Premium-Sitz gegenüber fünf Standard-Sitzen?

Preislich ist beides identisch, inhaltlich nicht. Fünf Standard-Sitze geben fünf Personen je eine eigene Grundmenge, ein Premium-Sitz gibt einer Person die fünffache Menge. Da Workspace-Inhaber Sitze hochstufen und anderen Mitarbeitern zuweisen dürfen, lässt sich die Aufteilung auch nachträglich korrigieren.

Was passiert, wenn ein Premium-Nutzer sein Limit trotzdem erreicht?

Dann greift er auf den gemeinsamen Credit-Topf des Workspace zu, sofern Guthaben vorhanden ist. Inhaber können ein automatisches Nachladen einrichten, mit Mindestguthaben, Zielguthaben und einem monatlichen Aufladelimit. Ohne Guthaben bleibt die betroffene Funktion gesperrt, während der normale Chat weiterläuft.

Gilt die Credits-Aktion auch für ein Upgrade bestehender Standard-Sitze?

Ja, ein bestehender Standard-Sitz, der innerhalb von 30 Tagen nach dem Start auf Premium hochgestuft wird, zählt als qualifizierender Sitz. Mehrere Inhaber desselben Workspace dürfen sich eintragen und kaufen, angerechnet werden dem Workspace aber trotzdem höchstens fünf Sitze insgesamt.

Bekommt man mit einem Premium-Sitz ein größeres Kontextfenster?

Nein. OpenAI nennt für Premium ausschließlich mehr Nutzung und den Wegfall der Fünf-Stunden-Grenze. Das Kontextfenster bleibt bei 54.000 Token für Instant-Modelle und 256.000 Token für Reasoning-Modelle. Ein größeres Instant-Fenster mit 128.000 Token haben Enterprise und das private Pro-Abo, das beim Reasoning mit 400.000 Token an der Spitze liegt.

Wo sieht ein Workspace-Inhaber sein Credit-Guthaben?

Das Guthaben steht in den Workspace-Einstellungen unter Billing. Dort lassen sich außerdem Nutzungsberichte herunterladen, Warnschwellen für den Verbrauch setzen und Ausgabengrenzen je Sitztyp oder je einzelnem Nutzer festlegen. Eine Grenze pro Person überschreibt dabei die Grenze des Sitztyps.

ChatGPT für Handwerker &
Unternehmen

Holen Sie sich jetzt kostenlos die besten ChatGPT Prompts für lokale Dienstleister wie z.B. Handwerker. Sie werden damit bei Preisverhandlungen siegen können und Gegenargumente entkräften. Viele Prompts und ein breites Spektrum an Themen, um Ihren Arbeitsalltag zu erleichtern. Laden Sie sich jetzt diese einmalige Prompt-Bibliothek speziell für regional tätige Unternehmen & Handwerksbetriebe herunter.

Webinar Release KI im Handwerk

Sie haben eine Frage?