Claude vs ChatGPT 2026: Preise, API-Kosten und Stärken

Veröffentlicht: 09/08/2026
Aktualisiert: 06/09/2026

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Markus Schulte

AI Solution Development, Autor

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Der Vergleich Claude vs ChatGPT 2026 dreht sich weniger um den besseren Chatbot als um den passenden Einsatzzweck. Bei Alltagsaufgaben wie Texten, Zusammenfassen oder Programmieren liegen die Assistenten von Anthropic und OpenAI dicht beieinander, bei Halluzinationsraten, Spezialfunktionen und Kosten trennen sie dagegen teils Welten.

Grundlage dieses Artikels sind der aktuelle Engadget-Vergleich von Claude und ChatGPT, die offiziellen Preis- und Hilfeseiten beider Anbieter, die Benchmark-Daten von Artificial Analysis und Vals AI sowie der Marktreport State of AI 2026 von Sensor Tower, alles auf dem Stand vom 9. August 2026.

Benchmarks: Claude halluziniert deutlich seltener als ChatGPT

Den größten messbaren Unterschied zwischen beiden Systemen zeigen die Halluzinationsraten. Im AA-Omniscience-Benchmark von Artificial Analysis erfindet Anthropics Topmodell Claude Fable 5 in 55 Prozent der unsicheren Fälle eine Antwort, statt zu passen. Das klingt viel, doch OpenAIs Flaggschiff GPT-5.6 Sol kommt auf 89 Prozent. Bei den mittleren Modellen fällt der Abstand noch deutlicher aus. Claude Sonnet 5 liegt bei 37 Prozent, GPT-5.6 Terra bei 85 Prozent.

Bei der reinen Genauigkeit ist das Bild gemischt. Die Topmodelle liegen mit 61 Prozent (Fable 5) und 59 Prozent (GPT-5.6 Sol) praktisch gleichauf. In der Mittelklasse dreht sich das Verhältnis, dort schlägt GPT-5.6 Terra mit 46 Prozent den Claude-Konkurrenten Sonnet 5, der auf 38 Prozent kommt. Wer also nicht das teuerste Modell nutzt, bekommt bei ChatGPT mehr richtige Antworten, aber auch deutlich mehr selbstbewusst vorgetragene Falschinformationen.

Genauigkeit und Halluzinationsrate im Vergleich

AA-Omniscience-Benchmark, Angaben in Prozent. Bei der Genauigkeit ist mehr besser, bei der Halluzinationsrate weniger.

Quelle: Artificial Analysis, AA-Omniscience
Zahlen als Tabelle
ModellGenauigkeitHalluzinationsrate
Claude Fable 561 %55 %
GPT-5.6 Sol59 %89 %
Claude Sonnet 538 %37 %
GPT-5.6 Terra46 %85 %

Auffällig ist der Rückschritt bei OpenAI. Das ältere GPT-4o halluzinierte mit einer Rate von 38 Prozent seltener als jedes aktuelle GPT-5.6-Modell. Viele Nutzer, die ChatGPT heute als schlechter empfinden als vor einem Jahr, liegen mit diesem Eindruck also messbar richtig. Anthropic arbeitet unterdessen sichtbar an den eigenen Schwächen, erst Anfang August wurde der Biologie-Filter von Fable 5 überarbeitet, der zuvor zu viele harmlose Anfragen blockiert hatte. OpenAI verspricht seinerseits Besserung. Laut interner Auswertung zum Sol-Update vom 6. August sollen Antworten mit Faktenfehlern bei GPT-5.6 Luna um 62 Prozent und bei Sol um 68 Prozent seltener auftreten als bei GPT-5.5 Instant, unabhängig überprüft sind diese Werte bislang nicht.

Programmieren: Opus 5 und GPT-5.6 Sol trennt weniger als ein Prozentpunkt

Beim Programmieren liefern sich beide Anbieter das engste Rennen des gesamten Vergleichs. Auf dem unabhängigen SWE-bench-Verified-Leaderboard von Vals AI löst Claude Opus 5 97,0 Prozent der realen GitHub-Aufgaben, GPT-5.6 Sol folgt mit 96,2 Prozent (Stand 6. August 2026). Selbst das kleine GPT-5.6 Luna schafft dort 93,0 Prozent und liefert damit fast Spitzenleistung zum Bruchteil des Preises.

SWE-Bench Verified Benchmark-Ergebnisse zeigen Claude Opus 5 an der Spitze mit 97.00%, gefolgt von GPT-5.6 Sol und Claude Fable 5. Tabelle vergleicht Modelle nach Score, Kosten und Latenz.
Aktuelle Benchmark-Ergebnisse von Claude vs ChatGPT 2026 im SWE-Bench-Test, detaillierte Rankings unter https://www.vals.ai/benchmarks/swebench.

Eigene SWE-bench-Zahlen veröffentlicht OpenAI seit Februar 2026 nicht mehr, als Grund nennt das Unternehmen eine mögliche Verunreinigung der Testaufgaben durch Trainingsdaten. Anthropic meldete zum Start von Opus 5 am 24. Juli in der Ankündigung von Claude Opus 5 selbst 96,0 Prozent und liegt damit fast exakt auf dem unabhängig gemessenen Wert.

BenchmarkClaude Opus 5GPT-5.6 Sol
SWE-bench Verified (Coding, Vals AI)97,0 %96,2 %
Terminal-Bench 2.1 (Kommandozeile)89,1 %89,5 %
GPQA Diamond (Fachwissen)93,7 %94,1 %
ARC-AGI-2 (Logik-Puzzles)90,4 %92,5 %
ARC-AGI-3 (interaktive Aufgaben)30,2 %7,8 %

Die Tabelle zeigt, wie eng es an der Spitze zugeht. Bei Kommandozeilen-Aufgaben liegt GPT-5.6 Sol im Terminal-Bench-Leaderboard von Artificial Analysis hauchdünn vorn, beim Fachwissenstest GPQA Diamond ebenfalls. Nur zwei Tests trennen die Kontrahenten deutlich. Im Puzzle-Benchmark ARC-AGI-2 hält Sol 92,5 gegen 90,4 Prozent, im interaktiven Nachfolger ARC-AGI-3 dreht Opus 5 das Ergebnis laut der Auswertung der Opus-5-Benchmarks auf 30,2 gegen 7,8 Prozent.

Auf dem deutlich schwereren SWE-bench Pro nennt die Vorstellung von Claude Fable 5 80,3 Prozent für das eigene Spitzenmodell, der damalige OpenAI-Konkurrent GPT-5.5 kam auf 58,6 Prozent. Für die neuere GPT-5.6-Familie liegt dort noch kein Wert vor. Der Nachfolger Claude Fable 5.1 hebt den Wert laut System Card auf 81,2 Prozent. Werkzeugseitig stehen sich das Terminal-Tool Claude Code und OpenAIs Codex gegenüber, um deren Nutzer inzwischen auch Meta mit dem KI-Coding-Agenten Muse Code wirbt.

Cowork und Artifacts gegen Voice Mode und Bildgenerierung

Die Systeme unterscheiden sich am stärksten bei den Zusatzfunktionen, und die Nutzer setzen sie messbar anders ein. Laut dem Economic-Index-Bericht von Anthropic aus dem März 2026 drehen sich 45 Prozent der Claude-Unterhaltungen um Arbeit und 42 Prozent um private Themen, der Rest um Ausbildung. Bei ChatGPT sind laut der OpenAI-Analyse zur ChatGPT-Nutzung 70 Prozent der Nutzung privat. Claude ist damit das Arbeitstier, ChatGPT der Alltagsbegleiter.

Das spiegelt sich im Funktionsumfang. Auf der Claude-Seite stechen drei Werkzeuge heraus:

  • Claude Cowork erledigt seit Januar 2026 Wissensarbeit selbstständig, vom Ordnen ganzer Dateiablagen bis zum Erstellen fertiger Dokumente. Seit Juli läuft Cowork in der Beta auch im Browser und auf dem Handy, die Arbeit erledigen dann Anthropic-Server. OpenAI zog im selben Monat mit dem Konkurrenzprodukt ChatGPT Work nach, das in den Bezahlplänen auf Desktop, Web und Mobilgeräten bereitsteht.
  • Skills sind wiederverwendbare Anweisungspakete, die sich per Schrägstrich mitten im Gespräch aufrufen lassen. Sie funktionieren im Chat, in Cowork und in Claude Code. ChatGPT kennt Skills ebenfalls und koppelt sie an die Firmen- und Bildungspläne. Laut dem OpenAI-Hilfeartikel zu Skills in ChatGPT nutzen Business-, Enterprise-, Healthcare- und Edu-Konten sie direkt im Chat und verteilen sie zentral an ganze Workspaces, Entwickler arbeiten außerdem in Codex und über die API damit. In den Einstiegs-Plänen Free und Go fehlt die Funktion dagegen.
  • Artifacts stellen Code, komplette HTML-Seiten, interaktive React-Komponenten und Diagramme direkt im Chat dar und lassen sich im Web veröffentlichen. Über MCP-Connectoren greifen sie sogar auf Live-Daten zu, ein Bereich, in dem sich gerade der Agent-Plugins-Standard von OpenAI und Google als Gegenentwurf formiert. Das ChatGPT-Pendant namens Sites richtet sich nur an Unternehmen, läuft nur in Codex und kann keine Live-Daten anzeigen.

OpenAI punktet dafür bei allem, was mit Bild und Kamera zu tun hat. Der Voice Mode von ChatGPT klingt natürlicher, lässt sich unterbrechen und hilft im Advanced-Modus per Live-Video bei Problemen, auf die man die Kamera richtet. Claude holt beim Sprechen auf. Seit einem Update des Claude-Sprachmodus vom 23. Juli 2026 antworten dort auch die Opus- und Sonnet-Modelle in zehn Sprachen inklusive Deutsch und steuern per Stimme Apps wie Gmail, Slack oder Notion. Eine Kamera- oder Bildschirmübertragung fehlt Claude aber weiterhin, ebenso die Bildgenerierung, hier baut Claude lediglich Diagramme und Grafiken aus HTML und SVG.

Videos erzeugt inzwischen keiner der beiden Assistenten mehr. OpenAI stellte die Video-App Sora laut dem Hilfeartikel zur Sora-Einstellung am 26. April 2026 ein, weil die Betriebskosten die Einnahmen um ein Vielfaches überstiegen, die zugehörige API endet am 24. September 2026.

Kontextfenster und Nutzungslimits: 27.000 Token im Gratis-ChatGPT

Wie viel Text die Assistenten am Stück verarbeiten, hängt stärker vom Abo ab als vom Modell. OpenAI weist die Kontingente auf seiner Preisseite offen aus. Der Gratis-Plan arbeitet mit einem Gesamtfenster von 27.000 Token (rund 12 Seiten Eingabe), Go und Plus kommen auf 54.000, erst das Pro-Abo erreicht 128.000 Token. Für die Reasoning-Modelle gelten größere Fenster, 256.000 Token ab Plus und 400.000 im Pro-Plan. Claude nennt keine so feine Staffelung, schon der kostenlose Zugang nutzt laut dem Engadget-Test der Claude-Gratis-Limits ein Fenster von 200.000 Token, erlaubt dafür aber nur 15 bis 40 Nachrichten je rollierendem 5-Stunden-Fenster.

Bei den Nachrichtenlimits hat OpenAI gerade umgesteuert. Am 6. August kündigte das Unternehmen in der Mitteilung zum überarbeiteten GPT-5.6 Sol an, das Nachrichtenlimit für Text-Chats in Free und Go zu streichen, wirksam ab der Woche vom 10. August und ausdrücklich unter Missbrauchsschutz. GPT-5.6 Luna löst dabei GPT-5.5 Instant als Standardmodell der Gratis-Stufen ab, ein neuer Think-Knopf schaltet bei kniffligen Fragen mehr Denkzeit frei. Für Datei-Uploads, Bilder und die übrigen Werkzeuge bleiben die bisherigen Grenzen bestehen, wie die Notebookcheck-Einordnung zum gestaffelten Rollout der Gratis-Limits betont. Zahlende Nutzer erhielten am selben Tag eine überarbeitete Sol-Version samt Regler für die Denkzeit im Chat.

Vergleichstabelle Claude vs ChatGPT 2026 mit Kontextfenster und Textgrenzen für GPT Instant und GPT Reasoning Modelle.
Preisgestaltung und Leistungsmerkmale: Claude vs ChatGPT 2026 im direkten Vergleich (https://chatgpt.com/de-DE/pricing/).

Die Nutzungsgrenzen sorgen bei Anthropic inzwischen für juristischen Streit. Am 14. Juni 2026 reichte ein Max-Kunde in Nordkalifornien eine Sammelklage gegen die Claude-Max-Nutzungslimits ein. Die beworbenen 5x- und 20x-Multiplikatoren seien irreführend, weil rollierende Fenster und Wochen-Obergrenzen die reale Nutzung stärker begrenzen als beworben, laut Klageschrift verbrauchte eine einzige 5-Stunden-Sitzung 15 Prozent der Wochenquote. Gefordert werden Rückerstattungen und Schadenersatz. Unabhängig davon läuft die zeitlich befristete Erhöhung der Wochenkontingente Ende August 2026 aus, sodass zum 1. September eine Kürzung des Claude-Code-Wochenlimits um 33 Prozent im Raum steht.

Auch die Recherche-Agenten sind kontingentiert. Laut den Kontingenten für ChatGPT Deep Research erlaubt das Plus-Abo 25 Läufe pro Monat, das Pro-Abo 250, der Gratis-Plan bekommt 5 Durchgänge einer leichteren Variante. Das Claude-Pendant Research steht laut dem Hilfeartikel zu Claude Research in allen Bezahlplänen bereit, ohne veröffentlichte Stückzahl, im Free-Plan fehlt die Funktion.

Claude vs ChatGPT 2026: Die Abo-Preise im Überblick

Beide Anbieter staffeln ihre Abos nahezu identisch bei 20, 100 und 200 US-Dollar im Monat. Die Unterschiede stecken im Kleingedruckten, vor allem bei Werbung und Modellzugang.

Preis pro MonatClaudeChatGPT
0 USDKostenloser Zugang zu Sonnet 5, ohne WerbungGPT-5.6 Luna als Standardmodell, Text-Chats ab Mitte August ohne Nachrichtenlimit, mit Werbung
8 USDkein AngebotGo: mehr Uploads, Bildgenerierung und Gedächtnis als Free, weiterhin mit Werbung
20 USDPro: Topmodelle und Claude Code, bei Jahreszahlung 17 USD pro MonatPlus: alle Modelle, werbefrei, Deep Research und Agent Mode
100 USDMax 5x: fünffache Pro-Limits, halbes Wochenlimit für Fable 5 nutzbarPro: gleiche Modelle wie die 200er-Stufe, fünffache Plus-Limits
200 USDMax 20x: zwanzigfache Pro-LimitsPro: höchste Limits, 250 Deep-Research-Läufe pro Monat

Zwei Details verdienen einen genaueren Blick. Für Anthropics Spitzenmodell Fable 5 gilt im Pro-Abo eine tokenbasierte Abrechnung, erst die Max-Stufen enthalten laut dem Hilfeartikel zu Fable 5 in den Claude-Plänen ein festes Kontingent von 50 Prozent des Wochenlimits. Wer an eine Grenze stößt, kann bei beiden Anbietern zusätzliches Nutzungsvolumen dazukaufen. Details stehen in der Preisübersicht der Claude-Abos und auf der Preisseite von ChatGPT.

Die 100-Dollar-Stufe ist bei OpenAI noch jung. Sie startete am 9. April 2026 und bietet dieselben Modelle wie das große Pro-Abo, nur mit niedrigeren Limits. Einzigartig bleibt der Go-Plan für 8 US-Dollar, der günstigste Einstieg am Markt, allerdings mit Werbung.

Für deutsche Nutzer weichen die ChatGPT-Preise leicht ab. Die deutsche Preisseite verlangt inklusive Mehrwertsteuer 8 Euro für Go, 23 Euro für Plus und ab 103 Euro für Pro.

Oberhalb der Einzel-Abos beginnen die Firmenpläne. Claude Team kostet 20 US-Dollar je Standard-Platz und 100 US-Dollar je Premium-Platz mit fünffacher Nutzung, buchbar für 2 bis 150 Personen. ChatGPT Business liegt bei 21 Euro pro Nutzer und Monat im Jahresabo, 25 US-Dollar bei monatlicher Zahlung. Beide Firmenpläne schließen das Training mit Unternehmensdaten standardmäßig aus.

Update (August 2026): OpenAI hat am 10. August 2026 nachgezogen und teilt den Business-Tarif nun ebenfalls in zwei Sitzarten. Der neue Premium-Sitz kostet 125 US-Dollar monatlich und 100 US-Dollar im Jahresabo, also exakt so viel wie bei Anthropic. Was dahintersteckt und welche Bedingungen an die Einführungsaktion geknüpft sind, steht im Artikel zu ChatGPT Business Premium und seinen Sitzpreisen.

API-Kosten: Das zahlen Entwickler pro Million Token

Wer die Modelle per Schnittstelle in eigene Software einbaut, zahlt nicht pauschal, sondern nach verarbeiteter Textmenge. Abgerechnet wird getrennt nach Eingabe (der Text, den das Modell liest) und Ausgabe (der Text, den es schreibt).

Was sind Token?

Token sind die Textbausteine, in die KI-Modelle Sprache zerlegen. Ein Token entspricht im Deutschen grob einem halben bis dreiviertel Wort. Eine Million Token sind also etwa 500 bis 750 Seiten Text. Die Preise beider Anbieter beziehen sich immer auf diese Einheit.

ModellEingabe je 1 Mio. TokenAusgabe je 1 Mio. Token
Anthropic (Claude)
Claude Fable 510,00 USD50,00 USD
Claude Opus 55,00 USD25,00 USD
Claude Sonnet 53,00 USD15,00 USD
Claude Haiku 4.51,00 USD5,00 USD
OpenAI (ChatGPT)
GPT-5.6 Sol5,00 USD30,00 USD
GPT-5.6 Terra2,00 USD12,00 USD
GPT-5.6 Luna0,20 USD1,20 USD

Die Preisstruktur verrät die Strategie der Anbieter. Anthropic verlangt für sein Spitzenmodell Fable 5 das Doppelte von OpenAIs Sol, positioniert es aber auch als Premium-Klasse oberhalb der Opus-Reihe. In der Mittelklasse unterbietet OpenAI seit einer Preissenkung am 30. Juli 2026 den Konkurrenten, Terra wurde um 20 Prozent günstiger, das kleine Luna sogar um 80 Prozent. Anthropic kontert mit einem Einführungspreis für Sonnet 5, das bis zum 31. August 2026 für 2,00 und 10,00 US-Dollar zu haben ist. Die vollständigen Listen führen die API-Preisliste von Anthropic und die API-Preisliste von OpenAI.

Ein versteckter Kostenfaktor betrifft lange Dokumente. Die GPT-5.6-Familie ist seit dem 9. Juli 2026 mit einem Kontextfenster von 1,05 Millionen Token verfügbar, oberhalb von 270.000 Token Kontextlänge steigen die Preise jedoch. Sol verteuert sich dann auf 10,00 und 45,00 US-Dollar. Anthropic bietet sein 1-Million-Kontextfenster ohne Langkontext-Aufschlag an. Sparen lässt sich bei beiden über Batch-Verarbeitung (50 Prozent Rabatt für nicht zeitkritische Anfragen) und Prompt Caching, bei dem wiederholte Eingaben nur rund ein Zehntel des Normalpreises kosten. Bei Claude Fable 5.1 ist es seit September 2026 sogar nur ein Vierzigstel, was der Ratgeber zum Prompt Caching und seinen Preisen durchrechnet. In die andere Richtung geht der Fast Mode von Anthropic, eine Forschungsvorschau, die Opus 5 zum doppelten Preis deutlich schneller antworten lässt. Die eingebaute Websuche kostet bei beiden Anbietern identisch 10 US-Dollar je 1.000 Suchanfragen.

Datenschutz: Training mit Privat-Chats läuft bei beiden, Widerspruch ist möglich

Beim Datenschutz unterscheiden sich die Anbieter weniger, als viele Nutzer annehmen. OpenAI verwendet Unterhaltungen aus den Privat-Plänen Free, Go, Plus und Pro standardmäßig fürs Training und bietet laut dem OpenAI-Hilfeartikel zur Datennutzung fürs Training in den Datenkontrollen einen Ausschalter an. Temporäre Chats bleiben vom Training ausgenommen und werden nach 30 Tagen gelöscht.

Anthropic verfährt seit August 2025 ähnlich. Mit der Änderung der Anthropic-Verbraucherbedingungen werden auch Claude-Chats aus Free, Pro und Max fürs Training genutzt, sofern Nutzer nicht in den Privatsphäre-Einstellungen widersprechen. Wer das Training zulässt, akzeptiert eine Aufbewahrung von bis zu 5 Jahren, bei Widerspruch bleiben es 30 Tage. Eine Ausnahme kam im Juli 2026 hinzu. Von Sicherheitsfiltern markierte Unterhaltungen darf Anthropic seither auch bei aktivem Widerspruch auswerten, wie der Bericht zur Trainings-Ausnahme bei markierten Claude-Chats beschreibt.

Firmenkunden sind bei beiden außen vor, weder die Business- und Enterprise-Pläne noch die Schnittstellen trainieren standardmäßig mit Kundendaten. Für europäische Nutzer erbringt Anthropic seine Dienste über die irische Tochter Anthropic Ireland Limited, OpenAI bietet Enterprise-Kunden Datenresidenz in zehn Regionen an, darunter die EU.

Kaufberatung: Texte und Dokumente zu Claude, Bilder und Kamera zu ChatGPT

Aus allen Zahlen dieses Vergleichs lässt sich die Wahl auf wenige Faustregeln verdichten:

  • Texte und Dokumente: Die deutlich niedrigeren Halluzinationsraten und das große Kontextfenster schon im Gratis-Plan sprechen für Claude.
  • Bilder, Stimme, Kamera: Fotorealistische Bilder und Hilfe per Live-Video gibt es nur bei ChatGPT.
  • Programmieren: Die Topmodelle liegen praktisch gleichauf, die Wahl fällt eher zwischen den Werkzeugen Claude Code und Codex. Wer aufs Budget achtet, bekommt mit GPT-5.6 Luna 93 Prozent SWE-bench-Leistung für 20 Cent je Million Eingabe-Token.
  • Kleines Budget: ChatGPT Go kostet 8 Euro mit Werbung, Claude bleibt kostenlos komplett werbefrei, allerdings ohne Topmodelle.
  • Unternehmen: Beide Firmenpläne arbeiten standardmäßig ohne Training mit Kundendaten, preislich nehmen sich Claude Team und ChatGPT Business wenig.
  • Vielnutzer: Wer beide Stärkenprofile braucht, kombiniert die Zugänge und zahlt nur dort, wo der eigene Hauptanwendungsfall liegt.

Werbung im Gratis-Plan und ein geplatzter Regierungsauftrag

Seit Februar 2026 zeigt OpenAI Werbung im Free- und im Go-Plan, Anthropic verzichtet bewusst darauf und hat den kostenlosen Zugang im Gegenteil aufgewertet, wie Engadget im Bericht über den Ausbau des kostenlosen Claude-Zugangs beschreibt. Brisant ist das, weil Sam Altman Werbung laut einer Aussage gegenüber Business Insider einst als letzten Ausweg bezeichnet hatte. Da OpenAI nach übereinstimmenden Berichten selbst mit zahlenden Kunden Verluste macht, rechnet die Branche eher mit mehr Werbung als mit weniger.

Für zusätzliche Wechselbewegung sorgte im Februar 2026 ein politischer Paukenschlag. Ein Vertrag zwischen Anthropic und dem US-Verteidigungsministerium platzte, weil das Unternehmen seine Modelle nicht für Massenüberwachung im Inland und vollautonome Waffen freigeben wollte. Die Regierung stufte Anthropic daraufhin als Lieferkettenrisiko ein, wogegen sich das Unternehmen mit einer Klage gegen die US-Regierung wehrt. Nur Stunden später unterschrieb OpenAI einen ähnlichen Vertrag mit dem Ministerium, nach eigenen Angaben mit Schutzvorkehrungen.

Die Folge war ein spürbarer Download-Anstieg bei Claude, viele Nutzer nahmen Anthropic als das prinzipientreuere Unternehmen wahr.

Der Marktforscher Sensor Tower liefert zu dieser Verschiebung Zahlen. Im Mai 2026 fiel ChatGPTs Anteil am weltweiten KI-App-Markt laut dem Report State of AI 2026 erstmals unter 50 Prozent, auf 46,4 Prozent, wie der t3n-Bericht zum gesunkenen ChatGPT-Marktanteil zusammenfasst. Google Gemini kam auf 27,7 Prozent, Claude auf 10,3 Prozent. Die Marktforscher bringen den Rückgang ausdrücklich mit dem Pentagon-Vertrag und der anschließenden Welle von App-Deinstallationen in Verbindung. In absoluten Zahlen bleibt OpenAI klar vorn, 1,1 Milliarden monatliche Nutzer stehen 245 Millionen bei Claude gegenüber.

Marktanteile der KI-Chatbot-Apps im Mai 2026

Anteil an der weltweiten Nutzung von KI-Apps, Angaben in Prozent.

Quelle: Sensor Tower, State of AI 2026 (via t3n)
Zahlen als Tabelle
AnbieterMarktanteil
ChatGPT46,4 %
Google Gemini27,7 %
Claude10,3 %
Übrige Anbieter15,6 %

Dass Sicherheitsfragen derzeit beide Anbieter beschäftigen, zeigte sich zuletzt auch bei OpenAI selbst, das den Astra-Release wegen kritischer Cyber-Fähigkeiten verschoben hat. Über Anthropics Klage gegen die Einstufung als Lieferkettenrisiko ist bislang nicht entschieden.

Update (4. September 2026): OpenAI hat GPT-6 Astra gestartet und zieht beim API-Preis mit Claude Fable 5.1 gleich, beide kosten 10 und 50 US-Dollar je Million Token. Im Intelligence Index von Artificial Analysis führt Fable 5.1 mit 66 Punkten, Astra kommt auf 61, in OpenAIs eigenen Benchmark-Tabellen liegt Astra bei Programmierung und Computerbedienung vorn. Details im Release-Artikel zu GPT-6 Astra.

Häufige Fragen zu Claude und ChatGPT in 2026

Ist Claude komplett kostenlos nutzbar?

Ja, der Free-Plan läuft ohne Werbung mit Sonnet 5 und wurde im Februar 2026 deutlich aufgewertet. Seitdem erstellt auch der Gratis-Zugang Dateien für Excel, PowerPoint, Word und PDF und verbindet sich mit Diensten wie Canva, Slack, Notion und Zapier. Die Topmodelle Opus 5 und Fable 5 bleiben den Bezahlplänen vorbehalten.

Was unterscheidet Claude Fable 5 von Claude Mythos 5?

Technisch handelt es sich um dasselbe Modell. Fable 5 ist die allgemein verfügbare Ausgabe mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen für heikle Fähigkeiten, Mythos 5 erhalten ausschließlich von Anthropic geprüfte Organisationen. In der API kosten beide identisch 10 und 50 US-Dollar je Million Token.

Kann ChatGPT weiterhin Bilder und Videos erzeugen?

Bilder ja, dafür nutzt ChatGPT das Modell GPT-Image-2, in den Gratis-Plänen mit engen Limits. Videos dagegen nicht mehr, seit OpenAI die Video-App Sora im April 2026 abgeschaltet hat. Claude erzeugt grundsätzlich keine Fotos, sondern nur Diagramme und Grafiken aus Code.

Gibt es Sonderkonditionen für Schulen und Hochschulen?

Ja, bei beiden. OpenAI bietet ChatGPT Edu für Hochschulen und einen bis Juni 2027 kostenlosen Plan für verifizierte Lehrkräfte an US-Schulen, gemeinnützige Organisationen erhalten bis zu 75 Prozent Rabatt auf die Firmenpläne. Anthropic führt eigene Angebote für Hochschulen, K-12-Schulen und gemeinnützige Organisationen.

Wie lassen sich die APIs kostenlos ausprobieren?

Anthropic schreibt neuen API-Konten ein kleines Startguthaben zum Testen gut. Bei OpenAI kostet bereits das Experimentieren im Playground die regulären Token-Preise. Ein dauerhaft kostenloses API-Kontingent bietet keiner der beiden Anbieter.

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