Glossareintrag
Wir denken. KI tippt mit.
Google Gemini KI ist die künstliche Intelligenz von Google und der wichtigste Konkurrent von OpnAI ChatGPT und Anthropic Claude. Hinter dem Namen stecken drei Dinge zugleich, nämlich Googles Familie von KI-Modellen, der Chatbot als App und Website sowie der Assistent, der fest in Google-Produkte wie Gmail, Android und die Google-Suche eingebaut ist. Gemini versteht und erzeugt Text, Bilder, Ton und Video.
Gestartet war der Dienst 2023 unter dem Namen Bard. Am 8. Februar 2024 benannte Google ihn in Gemini um. Das Wort ist lateinisch und bedeutet „Zwillinge", eine Anspielung auf den Zusammenschluss der beiden Google-KI-Abteilungen DeepMind und Google Brain, die das Modell gemeinsam entwickelt haben.
Technische Grundlage ist die Modellgeneration Gemini 3, die Google in der offiziellen Ankündigung zu Gemini 3 am 18. November 2025 vorgestellt hat und seitdem laufend mit Zwischenversionen wie Gemini 3.1 Pro oder 3.6 Flash ausbaut. Die Pro-Varianten sind für anspruchsvolle Denk- und Rechercheaufgaben gedacht, die Flash-Varianten arbeiten schneller und günstiger. Wie ChatGPT beruht Gemini auf einem großen Sprachmodell, verarbeitet aber von Haus aus auch Bilder, Audio und Video. Das Kontextfenster des Pro-Modells fasst bis zu 1 Million Token, also grob 750.000 Wörter am Stück. Ganze Ordner voller Dokumente lassen sich so in einem Durchgang auswerten.
Zur Gemini-App gehören mehrere Werkzeuge, die über das reine Chatten hinausgehen:
Die Verbreitung treibt Google über sein eigenes Ökosystem voran. Auf Android-Geräten ersetzt Gemini den bisherigen Google Assistant, ab dem 4. September 2026 endgültig und ohne Rückkehrmöglichkeit. In der Google-Suche läuft der dialogorientierte KI-Modus, der in Deutschland seit Oktober 2025 verfügbar ist. Nach eigenen Angaben zählte Google im Juli 2026 rund 950 Millionen monatliche Nutzer der Gemini-App. Die Marktanteils-Auswertung State of AI 2026 von Sensor Tower sah Gemini im Mai 2026 bei 27,7 Prozent Marktanteil unter den KI-Chatbots, ChatGPT lag mit 46,4 Prozent erstmals unter der 50-Prozent-Marke. Gemini ist damit die klare Nummer zwei und wächst schneller als der Marktführer.
Für Privatnutzer in Deutschland gelten diese Preise (Stand August 2026):
Speicher und KI-Kontingente lassen sich per Familienfreigabe mit bis zu 5 Personen teilen. Eine Übersicht bietet Googles offizielle Vergleichsseite der Google-AI-Pläne.
Beim Datenschutz unterscheidet Google streng zwischen Privat- und Firmenkonten. Im privaten Konto speichert Google die Gemini-Aktivitäten laut den Datenschutzhinweisen zu den Gemini-Apps standardmäßig 18 Monate und darf Unterhaltungen zur Verbesserung der Modelle auswerten, auch durch menschliche Prüfer. Das lässt sich in den Einstellungen abschalten, selbst dann bleiben Eingaben aber bis zu 72 Stunden zwischengespeichert. In Google-Workspace-Konten für Firmen werden Eingaben dagegen nicht für das KI-Training verwendet und die bestehenden DSGVO-Auftragsverarbeitungsverträge gelten weiter.
Die meisten Betriebe nutzen Gemini bereits, oft ohne es zu wissen. Wer ein Android-Handy besitzt, in Gmail auf „Formuliere für mich" tippt oder in der Google-Suche eine KI-Übersicht angezeigt bekommt, hat Gemini schon im Einsatz. Genau darin liegt der praktische Vorteil gegenüber anderen KI-Diensten. Es muss nichts installiert und kein neues Konto angelegt werden, das vorhandene Google-Konto reicht.
Konkrete Einsätze im Betriebsalltag:
Für Firmen mit Google Workspace ist Gemini ohne Aufpreis enthalten. Der Einstiegstarif Business Starter (ab 6,80 Euro pro Nutzer und Monat laut offizieller Google-Workspace-Preisliste) umfasst allerdings nur Gemini in Gmail und die Gemini-App. Die KI‑Funktionen in Docs, Tabellen und Meet gibt es ab Business Standard für 13,60 Euro. Das ist zugleich der sichere Weg für alles, was Kundendaten berührt. In die private Gratis-Version gehören keine Kundennamen, Adressen oder Vertragsdetails, weil Google diese Unterhaltungen zur Modellverbesserung auswerten darf. Im Workspace-Konto findet dieses Training nicht statt.
Bleibt die Frage, ob es Gemini oder ein anderer Dienst sein soll. Eine einfache Faustregel hilft bei der Wahl. Wer ohnehin mit Google-Werkzeugen arbeitet, also Gmail, Google Kalender und das Unternehmensprofil nutzt, fährt mit Gemini reibungslos. Betriebe mit Microsoft 365 greifen eher zum dort integrierten Copilot, und wer den verbreitetsten Chatbot mit dem größten Funktionsumfang sucht, landet oft bei ChatGPT. Einen ausführlichen Blick auf Preise und Stärken der Konkurrenz bietet unser Vergleich Claude vs ChatGPT 2026. Ausprobieren kostet bei Gemini nichts, der Chatbot ist mit jedem Google-Konto kostenlos unter gemini.google.com nutzbar.