Das OpenAI Rechenzentrum Ohio wird mit rund 8 Gigawatt IT-Leistung der größte Einzelstandort, den der ChatGPT-Hersteller je vertraglich gesichert hat, und soll in der sechsjährigen Bauphase bis 2032 rund 35.000 neue Jobs im Baugewerbe schaffen. Das kündigte OpenAI am 17. August 2026 in einem Blogbeitrag zum Einstieg in das PORTS-Pike-Projekt an. Partner sind die SoftBank-Tochter SB Energy, die das Rechenzentrum baut und 20 Jahre lang an OpenAI vermietet, NVIDIA als exklusiver Chiplieferant und das US-Energieministerium, dem das Gelände der stillgelegten Urananreicherungsanlage in Piketon gehört. Nach der Bauphase sollen 2.500 dauerhafte Stellen im Betrieb bleiben.
Ende 2025 betrieb OpenAI nach Angaben von Finanzchefin Sarah Friar insgesamt 1,9 Gigawatt Rechenleistung, wie SiliconANGLE aus ihrem Blogbeitrag zur Kapazitätsentwicklung berichtete. Der Campus in Ohio allein entspricht also mehr als dem Vierfachen dessen, was das Unternehmen bis Jahresende 2025 überhaupt in Betrieb hatte. Gemessen an der IT-Anschlussleistung aller rund 2.000 deutschen Rechenzentren, die der Branchenverband Bitkom für 2025 mit 2.980 Megawatt angibt, passt Deutschland fast dreimal in das Projekt hinein.
8 Gigawatt für 20 Jahre: Was OpenAI in Pike County unterschrieben hat
OpenAI mietet die Kapazität, besitzt aber weder Gebäude noch Kraftwerke. SB Energy baut, besitzt und betreibt das Rechenzentrum und stellt die Kapazität schrittweise bereit, OpenAI tritt als Kunde auf und zahlt laut eigener Darstellung erst, wenn fertiggestellte Flächen zur Anmietung bereitstehen. Das Unternehmen will die Verpflichtungen aus Umsatz und Cashflow sowie aus dem Kapital seiner Investoren finanzieren. Am Standort soll ausschließlich KI-Rechentechnik von NVIDIA laufen, und zwar die DSX-Plattform für KI-Fabriken, die NVIDIA in seiner Pressemitteilung mit GPUs, CPUs und Netzwerktechnik beschreibt.
Der Ausbau ist zweigeteilt. NVIDIA sichert mit Kreditgarantien zunächst 4,25 Gigawatt IT-Leistung ab und hält eine Option auf die restlichen 3,75 Gigawatt. Die ersten 800 Megawatt sollen 2028 ans Netz gehen und dafür weitgehend die bestehende Infrastruktur des Versorgers AEP nutzen. Jede weitere Stufe braucht neue Kraftwerke, darunter Gaskraftwerke, sowie neue Übertragungsleitungen. OpenAI knüpft den weiteren Ausbau ausdrücklich an vier Bedingungen, nämlich verfügbare Infrastruktur, Genehmigungen, Umweltprüfungen und Finanzierung.
OpenAI has entered into an agreement to utilize capacity at the PORTS-Pike Technology Data Center in Pike County, Ohio, working with SB Energy, NVIDIA, and the U.S. Department of Energy. Pike County helped power American industry in the last century. Here’s how we’ll ensure this project becomes a catalyst for future jobs, investment, and long-term opportunity in Southern Ohio.
— OpenAI Newsroom (@OpenAINewsroom) August 17, 2026
Das Projekt läuft nicht unter dem Namen Stargate. Weder OpenAI noch NVIDIA oder SB Energy ordnen PORTS-Pike dem Stargate-Programm mit seinen sieben US-Standorten zu. Dabei baut SB Energy dort bereits den Standort Milam County in Texas, und SoftBank baut in Lordstown, Ohio, ein früheres Autowerk um. Mit 8 Gigawatt übertrifft der neue Campus jeden einzelnen Stargate-Standort um ein Mehrfaches. Den bisherigen Spitzenwert hält Doña Ana County in New Mexico mit rund 2,2 Gigawatt Planleistung.
35.000 neue Jobs: Was hinter der Zahl steckt
Beim Spatenstich am 20. März 2026 nannte das US-Energieministerium 10.000 Baujobs und mehr als 2.000 Dauerstellen, heute machen OpenAI und SB Energy die damals nur als Obergrenze genannten 35.000 und 2.500 zur offiziellen Planzahl. Die niedrigeren Werte stehen im Bericht des US-Energieministeriums zum Spatenstich in Piketon, zu dem Energieminister Chris Wright und Handelsminister Howard Lutnick anreisten, laut Spectrum News Ohio auch Innenminister Doug Burgum und SoftBank-Chef Masayoshi Son. Die erste Ausbaustufe mit 800 Megawatt und rund 10 Milliarden Dollar Investition sollte laut dem Statehouse News Bureau 4.000 Bau- und 300 bis 400 Betriebsstellen bringen. Ein Regierungsvertreter sprach dort bereits von bis zu 35.000 Bauarbeitern und 2.500 Betriebskräften im Vollausbau.
Die 35.000 Stellen entstehen nicht gleichzeitig, sondern verteilen sich über sechs Baujahre bis 2032. Wie viele Menschen zu einem Zeitpunkt auf der Baustelle arbeiten, nennt keine der beteiligten Firmen. Am Stargate-Standort Abilene in Texas entstanden zum Vergleich nach Angaben von Oracle 9.000 Baujobs, nach Fertigstellung 2027 werden dort laut dem Sender KUT aus Austin rund 1.000 Dauerstellen erwartet. Vertraglich garantiert hatte der Entwickler der Stadt nach einem Bloomberg-Bericht zum ersten Stargate-Rechenzentrum allerdings nur 57 Vollzeitstellen. Die Mieten in Abilene stiegen laut KUT binnen eines Jahres um fast 50 Prozent auf knapp 2.600 Dollar im Monat.
Für die Rekrutierung hat der Campus eine Absichtserklärung mit dem Gewerkschaftsdachverband North America's Building Trades Unions unterzeichnet. OpenAI und SB Energy wollen nach eigener Aussage Arbeitskräfte, Handwerksbetriebe, Zulieferer und Dienstleister aus der Region bevorzugen und mit dem Ohio State Building and Construction Trades Council, Schulen, Colleges, Ausbildungsprogrammen und Veteranenverbänden zusammenarbeiten. Pike County zählt rund 27.000 Einwohner, das Pro-Kopf-Einkommen liegt nach den Zensusdaten für Pike County rund ein Fünftel unter dem Durchschnitt Ohios, die Armutsquote ist mit 21 Prozent anderthalbmal so hoch wie im Bundesstaat.
Nvidia Bürgschaft für OpenAI: 105 statt 250 Milliarden Dollar
NVIDIA haftet gegenüber SB Energy mit bis zu 105 Milliarden Dollar, falls OpenAI seine Miete nicht zahlt. Das geht aus der Pflichtmitteilung von NVIDIA an die US-Börsenaufsicht SEC vom 17. August hervor, die Finanzchefin Colette Kress unterzeichnet hat. Die Nvidia Bürgschaft für OpenAI greift bei zwei Auslösern, einer Insolvenz von OpenAI mit Vertragsbruch oder einem Zahlungsausfall unter dem Mietvertrag. Dann zahlt NVIDIA die Differenz zwischen einem vertraglich garantierten Mindestwert der Flächen und dem, was SB Energy durch Neuvermietung oder Verkauf erlöst. Die Garantien gelten für die ersten 4,25 Gigawatt, werden mit Beginn des jeweiligen Mietvertrags wirksam, voraussichtlich ab 2028. Sie enden spätestens nach 20 Jahren, bei einer vertragsgemäßen Kündigung durch OpenAI oder sobald OpenAI eine ausreichende Bonitätsnote erreicht.
OpenAI hat sich verpflichtet, NVIDIA jeden tatsächlich gezahlten Betrag zu erstatten. Der Chiphersteller kann im Ernstfall auch selbst in den Mietvertrag eintreten, eine Neuvermietung verlangen, einen Verkauf anstoßen oder die Entscheidung bis zu ein Jahr aufschieben. Die Vertragsmuster will NVIDIA mit dem Quartalsbericht für das Ende Juli abgeschlossene Quartal nachreichen.
Was ist eine Restwertgarantie?
Eine Restwertgarantie (englisch Residual Value Guaranty) sichert dem Eigentümer eines Leasing-Objekts einen Mindestwert zu, wenn der Mieter ausfällt. Solange OpenAI zahlt, fließt kein Dollar von NVIDIA. Erst bei einem Ausfall deckt NVIDIA die Lücke zwischen dem garantierten Mindestwert der Gebäude, Stromanschlüsse und Flächen und dem, was SB Energy durch einen neuen Mieter oder einen Verkauf noch erlöst. Konzernchef Jensen Huang schreibt in einem Blogbeitrag über Land, Strom und Gebäudehülle als knappste Ressource für KI-Fabriken, die Unterstützung sei auf definierte Anteile der Miet- und Stromzahlungen sowie eine festgelegte Restwertzusage begrenzt. Die Miete selbst zahle OpenAI.
Noch Ende Juli war von einer weit größeren Summe die Rede. Am 28. Juli berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf Insider über Verhandlungen über eine Bürgschaft von rund 250 Milliarden Dollar und zusätzliche Chipfinanzierungen von bis zu 350 Milliarden Dollar, wie t3n zur damaligen Nvidia-Bürgschaft schrieb. Die NVIDIA-Aktie fiel an dem Tag um fünf Prozent, und Apple löste den Chipkonzern vorübergehend als wertvollstes Unternehmen der Welt ab. Nach Darstellung von heise online zur gekappten OpenAI-Garantie sank die Summe in zwei Schritten, erst auf unter 120 Milliarden laut Wall Street Journal, dann auf rund 100 Milliarden laut The Information. Letzteres schrieb NVIDIA den Wunsch zu, das Kreditrisiko auf höchstens 25 Prozent der Finanzierung zu begrenzen.
Die Ratingagentur S&P Global bestätigte am 18. August die Bonitätsnote AA mit stabilem Ausblick und rechnet laut einem Bericht bei Investing.com zur S&P-Einstufung für 2027 bis 2029 mit über 800 Milliarden Dollar freiem operativem Cashflow bei NVIDIA. Huang beziffert in seinem Blogbeitrag den erwarteten Gegenwert. Jede Gerätegeneration am Standort entspreche rund 1,5 Millionen NVIDIA-GPUs und 150 bis 200 Milliarden Dollar Umsatz. Danni Hewson, Analystin beim britischen Broker AJ Bell, sagte laut Reuters zur NVIDIA-Beteiligung an SB Energy, Anleger seien zu Recht besorgt über eine scheinbar endlose Schleife von KI-Deals. Das Feld der Akteure sei aber schlicht nicht groß, ein gewisses Maß an Zirkelfinanzierung sei deshalb unvermeidlich gewesen.
Neben der Garantie steckt NVIDIA 1,5 Milliarden Dollar direkt in SB Energy und wird damit neben SoftBank und OpenAI dritter Gesellschafter des Entwicklers. Als Finanzberater von SB Energy nennt die Pressemitteilung Goldman Sachs und JP Morgan, NVIDIA ließ sich von Morgan Stanley beraten.
| Posten | Summe | Wer zahlt | Quelle |
|---|---|---|---|
| Haftungsdeckel Restwertgarantie (4,25 GW) | bis 105 Mrd. $ | NVIDIA, Erstattung durch OpenAI | NVIDIA-Mitteilung an die SEC, 17.08.2026 |
| Gaskraftwerke, 9,2 GW | 33,3 Mrd. $ | japanische Finanzierung im Rahmen des US-Japan-Handelsabkommens | US-Energieministerium, 20.03.2026 |
| Übertragungsnetz, 765-kV-Leitungen | mind. 4,2 Mrd. $ | SB Energy, keine Umlage auf Stromkunden | AEP Ohio, 20.03.2026 |
| Beteiligung an SB Energy | 1,5 Mrd. $ | NVIDIA | NVIDIA, 17.08.2026 |
| Codex-Guthaben für Studierende in Ohio | bis 84 Mio. $ | OpenAI | OpenAI, 17.08.2026 |
| Regionalfonds | 80 Mio. $ | je 40 Mio. $ von SB Energy und OpenAI | OpenAI, 17.08.2026 |
Strom aus 9,2 Gigawatt Gas, Wasser wie ein Bürogebäude
Für die 8 Gigawatt IT-Last sollen SB Energy und SoftBank mindestens 10 Gigawatt neue Stromerzeugung bauen, davon 9,2 Gigawatt aus Erdgas. Die Gaskraftwerke mit einem Volumen von 33,3 Milliarden Dollar sind Teil der ersten Projekt-Tranche des 550 Milliarden Dollar schweren Handels- und Investitionsabkommens zwischen den USA und Japan, wie das US-Energieministerium bei der Vorstellung der Partnerschaft mitteilte. Als erste konkrete Stufe ist das PORTS Energy Center mit rund 2 Gigawatt geplant. Der Baubeginn ist laut dem Fachdienst Data Center Frontier in seiner Analyse des 8-Gigawatt-Campus für das erste Quartal 2027 vorgesehen, der kommerzielle Betrieb ab dem dritten Quartal 2028. Beides steht unter dem Vorbehalt einer Genehmigung durch das Ohio Power Siting Board.
Den Netzanschluss liefert der Versorger AEP Ohio mit neuen 765-Kilovolt-Leitungen für mindestens 4,2 Milliarden Dollar, die SB Energy komplett bezahlt. Strom über die neuen Leitungen soll laut der Mitteilung von AEP Ohio zur 4,2-Milliarden-Dollar-Infrastruktur ab 2029 fließen. Die Zusage, keine Kosten auf andere Stromkunden umzulegen, zielt auf einen Streit, der Ohio seit 2025 beschäftigt. Die Regulierungsbehörde PUCO hatte AEP Ohio im Juli 2025 einen Sondertarif genehmigt, nach dem große Rechenzentren mindestens 85 Prozent der bestellten Leistung bezahlen müssen, auch wenn sie weniger abnehmen. Bis Februar 2026 schrumpften die Anfragen daraufhin von 30.000 Megawatt auf 5.642 Megawatt unterschriebene Verträge, wie AEP Ohio in seiner Bilanz des Rechenzentrumstarifs berichtete. Inklusive Altverträgen stehen 17.861 Megawatt unter Vertrag, bei einer heutigen Spitzenlast aller 1,5 Millionen AEP-Ohio-Kunden von 8.000 bis 10.500 Megawatt.
Wie groß sind 8 Gigawatt?
Geplante IT-Leistung von PORTS-Pike im Vergleich zu anderen KI-Campussen, einem durchschnittlichen US-Kernreaktor und allen deutschen Rechenzentren zusammen (Gigawatt).
Zahlen als Tabelle
| Vergleichsgröße | Gigawatt |
|---|---|
| PORTS-Pike (Ziel 2032) | 8 |
| Meta Hyperion, Louisiana (Ziel) | 5 |
| Alle deutschen Rechenzentren 2025 | 2,98 |
| Stargate Abilene, Texas (Ziel) | 1,2 |
| Durchschnittlicher US-Kernreaktor | 1,03 |
Beim Wasser setzt OpenAI auf einen geschlossenen, luftgekühlten Kreislauf statt auf Kühltürme, die fortlaufend Wasser verdunsten. Nach der Erstbefüllung soll der laufende Verbrauch dem eines Bürogebäudes mit vergleichbar vielen Beschäftigten entsprechen, also Waschbecken, Toiletten, Gerätereinigung und Bewässerung. Genutzt wird das bestehende Wassersystem des Energieministeriums auf dem Gelände, dazu will OpenAI neue Wasserinfrastruktur für die umliegenden Gemeinden mitfinanzieren. Eine konkrete Verbrauchszahl in Litern will das Unternehmen erst nach Abschluss der Standortplanung veröffentlichen. Am Stargate-Standort Abilene hatte der Entwickler Crusoe für die Erstbefüllung der acht Gebäude in seinem Einblick in das Rechenzentrum Abilene 8 Millionen Gallonen genannt, rund 30 Millionen Liter.
Vom Uran-Werk zum KI-Campus: Die Geschichte des Standorts Piketon
Die Portsmouth Gaseous Diffusion Plant reicherte von 1954 bis 2001 Uran an, zunächst für Atom-U-Boote und Kernwaffen, ab den 1960er-Jahren zunehmend für kommerzielle Kernkraftwerke. Nach der Standortgeschichte des US-Energieministeriums wurde Piketon im August 1952 als Standort ausgewählt, Ende 1952 begann der Bau mit fast 23.000 Bauarbeitern und 69 Millionen Arbeitsstunden. Die Anlage selbst bestand aus drei Prozessgebäuden auf einem Gelände von mehr als 3.700 Acres, das entspricht rund 15 Quadratkilometern. 1993 übernahm die United States Enrichment Corporation, heute Centrus Energy, den Betrieb, 2001 endete die Produktion, 2011 ging die Anlage an das Ministerium zurück. Seither läuft der Rückbau, und noch heute arbeiten mehr als 2.200 Menschen auf dem Gelände.
Der Weg zum KI-Campus verlief anders als bei den übrigen Bundesflächen. Als das Energieministerium am 24. Juli 2025 vier Bundesstandorte für KI-Rechenzentren auswählte, nämlich das Idaho National Laboratory, die Oak Ridge Reservation, die Paducah Gaseous Diffusion Plant und die Savannah River Site, fehlte Portsmouth auf der Liste. Der Standort kam stattdessen über das Handelsabkommen mit Japan ins Spiel. Das Rechenzentrum entsteht auf privaten Flächen und auf saniertem Land des Ministeriums, die erste Bauphase nach Angaben des Ministeriums auf 189 Acres, rund 76 Hektar. SB Energy beteiligt sich im Gegenzug an den Kosten der Altlastensanierung.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 09.07.2025 | Regulierungsbehörde PUCO genehmigt AEP Ohio den Sondertarif für Rechenzentren (85 Prozent Mindestabnahme) |
| 24.07.2025 | US-Energieministerium wählt vier Bundesstandorte für KI-Rechenzentren aus, Portsmouth ist nicht dabei |
| 17.02.2026 | US-Handelsministerium nennt ein 9,2-Gigawatt-Gaskraftwerk im Raum Portsmouth in Südohio als Projekt des US-Japan-Abkommens |
| 20.03.2026 | Spatenstich mit drei US-Ministern und SoftBank-Chef Son; 10 Gigawatt, 10.000 Baujobs, 4,2 Mrd. $ Netzausbau |
| 13.05.2026 | Gallup-Umfrage: 71 Prozent der US-Amerikaner lehnen ein KI-Rechenzentrum in ihrer Nähe ab |
| 27.05.2026 | Gouverneur DeWine stoppt neue Steuerbefreiungen für Rechenzentren in Ohio |
| Juni 2026 | Aufnahme in das beschleunigte Bundesgenehmigungsverfahren FAST-41 |
| 28.07.2026 | Wall Street Journal berichtet über Verhandlungen zu einer 250-Milliarden-Dollar-Bürgschaft von NVIDIA |
| 17.08.2026 | OpenAI, NVIDIA und SB Energy machen den Deal offiziell: 8 Gigawatt, 35.000 Baujobs, Haftungsdeckel 105 Mrd. $ |
| 18.08.2026 | S&P bestätigt NVIDIAs Bonitätsnote AA |
Codex-Guthaben für 844.000 Studierende und 80 Millionen für die Region
OpenAI stellt bis zu 84 Millionen Dollar an Codex-Guthaben für rund 844.000 Studierende an Colleges, Community Colleges und technischen Schulen in Ohio bereit. Jeder berechtigte Studierende ab 18 Jahren erhält im Studienjahr 2026/27 Guthaben im Wert von 100 Dollar über sein ChatGPT-Konto. Codex ist das Werkzeug in ChatGPT, mit dem Nutzer Software bauen und technische Projekte umsetzen. Dazu kommt der Regionalfonds von 80 Millionen Dollar, zu dem OpenAI und SB Energy je 40 Millionen beisteuern. Über die Verwendung sollen die Menschen vor Ort entscheiden, als Felder nennt OpenAI Schulen, öffentliche Sicherheit, Gesundheitsversorgung, Versorgungsbetriebe, Ausbildung, Wohnraum, Veteranen, Kleinunternehmen und Familien.
Zusammen beziffert OpenAI die Leistungen für Pike County und Ohio auf mehr als 160 Millionen Dollar. Das Unternehmen verspricht außerdem einen jährlichen öffentlichen Bericht über lokale Einstellungen, Investitionen, Wasser- und Energieverbrauch und will die Grundsätze in einem „Ohio Community Compact“ mit Anwohnern, Behörden, Schulen, Gewerkschaften und Unternehmen festschreiben. Über die Laufzeit erwartet OpenAI Steuereinnahmen in dreistelliger Millionenhöhe für Bundesstaat und Kommunen, die Grundsteuer fließt in Ohio überwiegend an die öffentlichen Schulen.
Gouverneur Mike DeWine stoppte am 27. Mai 2026 die Annahme neuer Anträge auf Steuerbefreiung für Rechenzentren, solange ein Ausschuss des Parlaments die Folgen des Booms untersucht. Die bislang begünstigten Rechenzentren hatten laut seiner Mitteilung zur Aussetzung der Steuerbefreiung allein für 2025 Investitionen von 27,2 Milliarden Dollar gemeldet. Nach einer Gallup-Umfrage vom Mai 2026 lehnen 71 Prozent der US-Amerikaner ein KI-Rechenzentrum in ihrer Nähe ab, 48 Prozent davon entschieden; ein Kernkraftwerk in der Nachbarschaft lehnen nur 53 Prozent ab. Als Gründe nennen die Gegner an erster Stelle Wasser- und Stromverbrauch. Im Senatswahlkampf zwischen Amtsinhaber Jon Husted und Herausforderer Sherrod Brown warnte das Wahlkampfkomitee der Republikaner laut Washington Times in einem Memo an führende KI-Unternehmen, Rechenzentren seien „der Anker um Husteds Hals“.
Genehmigungen: Umweltprüfung bis Dezember 2026
Das Projekt wurde im Juni 2026 als erstes Vorhaben der Kategorie Hochleistungsrechnen in das beschleunigte Bundesgenehmigungsverfahren FAST-41 aufgenommen, federführend ist das US Army Corps of Engineers. Nach der Auswertung von Data Center Frontier soll die wesentliche Umweltprüfung bis Ende Dezember 2026 abgeschlossen sein, offen sind Fragen zu Feuchtgebieten, Artenschutz und der Wasserqualitätszertifizierung nach dem Clean Water Act. Die Umweltbehörde Ohio EPA forderte im Juli 2026 zusätzliche Unterlagen zu Feuchtgebieten, Gewässern und Planungsalternativen nach. Parallel braucht das 2-Gigawatt-Gaskraftwerk ein Zertifikat des Ohio Power Siting Board, und die 765-Kilovolt-Leitung von AEP durchläuft dasselbe Verfahren.
NVIDIA und OpenAI wollen die technischen Erkenntnisse aus dem Bau in einem gemeinsamen Whitepaper veröffentlichen. Es soll beschreiben, wie resiliente Infrastrukturplanung, die Qualifizierung von Komponenten und die softwarebasierte Steuerung von Arbeitslasten die Verfügbarkeit und die mittlere Betriebszeit zwischen Störungen im Clustermaßstab erhöhen. OpenAI begründet den Bedarf mit dem Training künftiger Frontier-Modelle und der wachsenden Nachfrage nach seinen Produkten. Schon im September 2024 hatte Sam Altman im Weißen Haus für Rechenzentren mit je 5 Gigawatt geworben; Ohio wird der erste OpenAI-Standort, der diese Marke überschreitet.