OpenAI schaltet die OpenAI-Modelle in Cursor zum 12. November 2026 ab. Der KI-Konzern kündigte den Liefervertrag am 28. August (US-Zeit), exakt zwei Wochen nachdem SpaceX die Übernahme des KI-Code-Editors Cursor für 60 Milliarden US-Dollar abgeschlossen hatte. Die Begründung zielt auf Elon Musk. OpenAI könne nicht darauf vertrauen, dass SpaceX die Technologie im Rahmen der Nutzungsbedingungen einsetzt.
Cursor-Chef Michael Truell bezifferte den Anteil der OpenAI-Modelle am Traffic seines Editors auf rund 5 Prozent und kündigte Gespräche mit OpenAI an.
Kündigung mit maximaler Frist: Das steht in OpenAIs Erklärung
OpenAI hat SpaceX am 28. August 2026 mitgeteilt, den Vertrag über die Bereitstellung von OpenAI-Modellen in Cursor auslaufen zu lassen, mit einem vorgeschlagenen Abschalttermin am 12. November 2026. So steht es in der offiziellen Erklärung von OpenAI zur Cursor-Entscheidung. Der Konzern schöpft damit nach eigenen Angaben die maximale Kündigungsfrist aus, die der Vertrag vorsieht, rund drei Monate. So sollen Entwickler laut OpenAI möglichst lange über Cursor auf die Modelle zugreifen können.
Die zentrale Passage lautet übersetzt: „Wir treffen diese Entscheidung, weil wir nicht darauf vertrauen können, dass SpaceX unsere Technologie im Rahmen unserer Nutzungsbedingungen einsetzen wird.“ Als Grundlage nennt der Beitrag die Erfahrung mit Vertragsverletzungen durch Elon Musks Firmen. OpenAI bezeichnet die Entscheidung selbst als „unglaublich schwer“ und verweist auf fast vier Jahre Zusammenarbeit.
Cursor bekommt künftige Modelle gar nicht mehr. OpenAI nennt ausdrücklich Astra, dem der Konzern „fortgeschrittene Cyber-Fähigkeiten“ zuschreibt, und leitet daraus eine besondere Verantwortung für die regelkonforme Nutzung ab. Das Modell ist seit dem 4. September als GPT‑6 Astra in OpenAIs API verfügbar, in der Cursor-Modellübersicht fehlt es (Stand 15. September). Bestandsmodelle laufen bis zum spätesten vertraglich möglichen Termin weiter. Betroffene Entwickler will OpenAI beim Übergang unterstützen.
Was ist eine Change-of-Control-Klausel?
Eine Change-of-Control-Klausel regelt in Verträgen, was bei einem Eigentümerwechsel eines Vertragspartners passiert. Sie gibt der anderen Seite meist ein zeitlich begrenztes Sonderkündigungsrecht. Eine solche Klausel steckte im Vertrag zwischen OpenAI und Cursor. Die SpaceX-Übernahme öffnete OpenAI ein Kündigungsfenster, das der Konzern am 28. August genutzt hat.
OpenAI begründet den Schritt mit Musks Vertragsbrüchen
OpenAI nennt zwei Fälle, in denen Musk-Firmen aus seiner Sicht Verträge oder Nutzungsbedingungen gebrochen haben. Erstens kappte Twitter (heute Teil von SpaceX) nach Musks Übernahme Ende 2022 einen laufenden Datenvertrag mit OpenAI. Zweitens räumte Musk Ende April 2026 im Prozess unter Eid ein, dass xAI beim Training von Grok gegen OpenAIs Nutzungsbedingungen verstoßen hat. Beide Firmen gehören heute zu SpaceX. Die KI-Sparte heißt seit Juli SpaceXAI und entwickelt Modelle wie Grok 4.6.
Musk hatte OpenAI und dessen Chef Sam Altman 2024 verklagt, weil die Firma ihren gemeinnützigen Gründungsauftrag verraten habe. Eine Geschworenenjury in Kalifornien wies die Klage am 18. Mai 2026 ab, unter anderem wegen verpasster Fristen. Musk kündigte Berufung an. Parallel läuft seit August 2025 eine Kartellklage von Musks Firmen X und SpaceXAI gegen Apple und OpenAI wegen der ChatGPT-Integration in Siri. Am 14. September beantragten die Musk-Firmen, Apple aus der Kartellklage zu entlassen. Die Ansprüche gegen OpenAI bleiben bestehen.
Musk reagierte in einem X-Post zur Cursor-Kündigung mit den Worten, es könne ihn „nicht weniger interessieren“. Altman und OpenAI-Präsident Greg Brockman, deren Namen er dabei zu „Scam Altman“ und „Greg Stockman“ verballhornte, nannte er „völlig vertrauensunwürdig“ (im Original folgt ein Kraftausdruck). Dazu wiederholte er den Vorwurf, die beiden hätten „ein Open-Source-Nonprofit gestohlen“. Eine offizielle Stellungnahme von SpaceX gab es bis Mitte September nicht.
60 Milliarden Dollar: Die größte Startup-Übernahme aller Zeiten
SpaceX kündigte die Übernahme von Cursor-Entwickler Anysphere am 16. Juni 2026 an, vier Tage nach dem eigenen Börsengang. SpaceX schloss die Cursor-Übernahme am 14. August ab. Der reine Aktien-Deal über 60 Milliarden US-Dollar gilt als größte Übernahme eines Startups überhaupt. Die Anysphere-Eigentümer erhielten dafür rund 389 Millionen SpaceX-Aktien.
Laut einem Bericht von heise online hatte sich SpaceX bereits im April 2026 eine Kaufoption gesichert. Cursor hatte demnach zuvor zwei Übernahmeversuche von OpenAI abgelehnt und einen eigenen Börsengang verschoben. Die erste Finanzierungsrunde von Anysphere über 8 Millionen US-Dollar hatte im Oktober 2023 der OpenAI Startup Fund angeführt. Mit der Übernahme erhalten die Cursor-Teams Zugriff auf das SpaceX-Rechenzentrum Colossus in Memphis mit rund 200.000 GPUs.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| Dez. 2022 | Twitter beendet nach Musks Übernahme den Datenvertrag mit OpenAI |
| März 2023 | Anysphere startet den Code-Editor Cursor |
| Anfang 2024 | Musk verklagt OpenAI und Sam Altman |
| 02.02.2026 | SpaceX übernimmt Musks KI-Firma xAI |
| April 2026 | SpaceX sichert sich eine Kaufoption auf Cursor |
| 18.05.2026 | Jury weist Musks Klage gegen OpenAI ab |
| 12.06.2026 | SpaceX geht an die Börse |
| 16.06.2026 | SpaceX kündigt die Cursor-Übernahme für 60 Mrd. US-Dollar an |
| 06.07.2026 | Aus xAI wird SpaceXAI, der Produktname Grok bleibt |
| 14.08.2026 | Übernahme abgeschlossen (Closing) |
| 28.08.2026 | OpenAI kündigt den Modell-Vertrag mit Cursor |
| 04.09.2026 | GPT‑6 Astra startet in OpenAIs API, nicht in Cursor |
| 12.11.2026 | Vorgeschlagener Abschalttermin der OpenAI-Modelle |
Cursor steigerte den annualisierten Jahresumsatz von 100 Millionen US-Dollar im Januar 2025 auf rund 2 Milliarden im Februar 2026. Zum Zeitpunkt der Übernahme lag er laut dem Yahoo-Finance-Bericht zur Musk-Altman-Fehde bei rund 4 Milliarden US-Dollar.
Cursors Umsatzsprung vor der Übernahme
Annualisierter Jahresumsatz (ARR) von Anysphere/Cursor, Januar 2025 bis Februar 2026
Zahlen als Tabelle
| Zeitpunkt | ARR in Mrd. US-Dollar |
|---|---|
| Januar 2025 | 0,1 |
| Juni 2025 | 0,5 |
| November 2025 | 1 |
| Februar 2026 | 2 |
Cursor-Chef Truell: 5 Prozent des Traffics betroffen
OpenAI-Modelle bedienen nach Angaben von Cursor-Chef Michael Truell nur rund 5 Prozent des Nutzer-Traffics in Cursor. Wenige Stunden nach der Ankündigung schrieb er auf X, Cursor habe die OpenAI-Plattform als „neutrale Infrastruktur“ betrachtet und suche mit dem OpenAI-Team eine Lösung.
We're sorry to see that OpenAI put out a note saying they plan to block Cursor users from accessing OpenAI models in three months.
— Michael Truell (@mntruell) August 29, 2026
OpenAI models serve about 5% of Cursor user traffic, and we're speaking with the OpenAI team to resolve this.
Cursor was one of the very first users of OpenAI, we've worked closely with their team for years, and we've trusted their platform to be neutral infrastructure for our business.
OpenAI-Manager Thibault Sottiaux widersprach der 5-Prozent-Zahl auf X und forderte Truell auf, seine Rechnung offenzulegen. Die Zahl hätte eine „deutliche Einschränkung“ gebraucht, denn Token seien kein Maßstab für Umsatz oder geschaffenen Wert.
Anthropic erhöht die Claude-Kapazität für Cursor
Anthropic-Mitgründer Tom Brown erklärte noch am selben Tag auf X, Cursor sei seit Sonnet 3.5 ein vertrauenswürdiger Partner. Man werde die Rechenkapazität für Claude-Modelle in Cursor weiter erhöhen und freue sich auf die Zukunft des Editors bei SpaceX.
Cursor has been a trusted partner of Anthropic since Sonnet 3.5. We'll continue to increase compute to support Claude models in Cursor and are excited for what comes next with them at SpaceX.
— Tom Brown (@NotTomBrown) August 29, 2026
Anthropic kappte im Juni 2025 selbst dem Editor Windsurf mit weniger als einer Woche Vorlauf den Claude-Zugang. Damals war OpenAI als Käufer im Gespräch (die Übernahme platzte später). Im August 2025 sperrte Anthropic dann OpenAI den API-Zugang zu Claude, laut Anthropic wegen eines Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen.
So nutzen Sie OpenAI-Modelle in Cursor weiter
Im Cursor-Abo fallen ab dem 12. November die eingebauten OpenAI-Modelle weg, laut Cursor-Modellübersicht zuletzt GPT‑5.5 sowie die GPT‑5.6-Varianten Luna, Sol und Terra. Wer einen eigenen OpenAI-API-Schlüssel in Cursor hinterlegt, kommt laut dem Bericht von The Decoder zur Cursor-Sperre weiter an die Modelle. OpenAIs eigene Erweiterungen für die Cursor-Oberfläche bleiben ebenfalls nutzbar. Die Cursor-Doku zu eigenen API-Schlüsseln schränkt das ein. Eigene Schlüssel funktionieren nur mit Chat-Modellen, die Tab-Vervollständigung läuft weiter über Cursors eingebaute Modelle.
| Zugang | Status ab 12. November 2026 |
|---|---|
| GPT‑5.5 und GPT‑5.6 im Cursor-Abo | endet |
| Künftige OpenAI-Modelle (z. B. GPT‑6 Astra) | kommen nicht nach Cursor |
| OpenAI-Modelle per eigenem API-Schlüssel | weiter möglich, laut Cursor-Doku nur für Chat-Modelle |
| Claude-Modelle von Anthropic | bleiben, Kapazität wird erhöht |
| Google Gemini | bleibt |
| Cursors eigenes Modell Composer | bleibt |
Seit Version 2.0 vom Oktober 2025 hat Cursor mit Composer ein eigenes KI-Modell im Angebot, aktuell in Version 2.5. Daneben stehen Claude, Gemini und Grok zur Wahl. Wer ChatGPT auch außerhalb des Editors ersetzen will, findet Preise und Datenschutz von zwölf Anbietern im Vergleich der ChatGPT Alternativen 2026.
OpenAI spricht selbst von einem „vorgeschlagenen“ Abschalttermin. Eine Einigung oder neue Stellungnahmen von OpenAI, Cursor oder SpaceX gab es bis zum 15. September nicht. Die Cursor-Modellübersicht führt die OpenAI-Modelle weiter ohne Hinweis auf den Wegfall. Eine Nutzerfrage im Cursor-Forum zur Zeit nach dem 12. November vom 31. August blieb ohne Antwort des Cursor-Teams.
Update (17.09.2026): Am 10. September 2026 hat Cursor „Projects“ gestartet, einen Koordinator-Agenten, der Arbeit in parallele Cloud-Agenten zerlegt und für Tests einen lokalen Agenten startet. Eine Woche später zog Anthropic mit Claude Code Projects nach, dort gilt eine harte Grenze von 200 neuen Threads pro Tag.