Auf dem OpenAI DevDay 2026 hat OpenAI Agenten vorgestellt, die rund um die Uhr selbstständig arbeiten. Die dots bekommen einen eigenen Computer in der Cloud, sind per Slack, Teams oder Anruf erreichbar und erledigen Aufgaben, während ihr Besitzer schläft. Am 29. September zeigte OpenAI in San Francisco außerdem GPT-6.1 Sol (laut OpenAI fast so stark wie Astra, zu einem Fünftel des Preises), die Tempostufe Ultrafast mit 300 Token pro Sekunde und ein Pro‑Abo für 500 Dollar im Monat. Alle 25 Ankündigungen listet der offizielle OpenAI-Rückblick auf den DevDay 2026.
Pro-Abonnenten im Europäischen Wirtschaftsraum bekommen dots zum Start nicht. Ultrafast läuft in der API nicht über EU‑Endpunkte. Für mehrere Funktionen aus dem Rückblick gab es am 30. September noch keine Dokumentation (zur Übersicht der Abweichungen).
Update 7. Oktober 2026: Eine Woche nach dem DevDay startete Tibo Sottiaux die Serie 28 Days of Shipping 2026 mit täglichen Codex- und ChatGPT-Updates. Die Decisions API ist seit dem 6. Oktober für alle Entwickler in der Public Beta, am DevDay war sie noch eine begrenzte Vorschau.

OpenAI DevDay 2026: Alle Einträge des Rückblicks in einer Tabelle
Verfügbarkeit laut Rückblick, ergänzt um Einschränkungen aus den Hilfe- und Doku-Seiten von OpenAI.
| Ankündigung | Kurz erklärt | Verfügbar für |
|---|---|---|
| Agenten und Modelle | ||
| dots | Dauerhaft aktive Agenten auf Basis von GPT-6 Astra mit eigenem Cloud-Computer | Pro (nicht im EWR, in der Schweiz und in Großbritannien), Business Premium, Enterprise als Beta |
| GPT-6.1 Sol | Upgrade von GPT-6 Sol für 2 $ (Eingabe) und 10 $ (Ausgabe) je Million Token | API sowie ChatGPT Work und Codex in Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu |
| Ultrafast | Schnellste Stufe für GPT-6 Astra, bis zu 8-mal schneller als Standard | API, Pro für 500 $, berechtigte Enterprise- und Edu-Tarife |
| Private Intelligence | Keine Datenaufbewahrung mit Private Safety Processing, dazu eine Vorschau auf Private Inference | Unternehmen mit Freigabe für Zero Data Retention |
| Codex und API | ||
| Codex in der Cloud | Wiederverwendbare Cloud-Umgebungen, Aufgaben laufen ohne den eigenen Rechner weiter | Plus, Pro, Business, Healthcare, Education, Enterprise |
| Codex CLI | Sprachchat, Ansicht /agents, Worktree-Unterstützung | Alle Tarife |
| Code Review | Review-Oberfläche in der ChatGPT‑Desktop‑App, automatische Reviews in der Cloud | Alle Tarife, GitLab laut Doku als Vorschau |
| Codex Security Cloud | Scans ganzer GitHub-Repositories in der Cloud | Alle Codex-Nutzer, laut Doku als Research Preview |
| Decisions API | Entscheidungen in Echtzeit mit GPT-6 Luna aus vorgegebenen Antworten | Begrenzte Vorschau, seit 6. Oktober Public Beta |
| Computerbedienung in der Agents API | Agenten steuern einen bei OpenAI gehosteten Browser | API (Beta), Pro für 500 $, berechtigte Enterprise-Kunden |
| Amazon Bedrock Managed Agents for OpenAI | Die Agents API in der AWS-Umgebung des Unternehmens | Preview bei AWS |
| Plugins | ||
| Plugin-Erweiterungen | Eigene Oberflächen in ChatGPT (Seitenleiste, Bereich neben dem Chat, Dateiansicht) | Alle Tarife, Free und Go im Web „bald“ |
| Plugin Creator und Einreichung | Hilfe beim Bauen, klareres Feedback bei der Einreichung, bessere Auffindbarkeit | Alle Tarife |
| Sites mit verbundenen Plugins | Eine Site lädt Daten aus den verbundenen Apps des jeweiligen Besuchers | Business, Enterprise, Healthcare, Education |
| MCP-Ereignisse | Plugins starten Automatisierungen, wenn in einer verbundenen App etwas passiert | Alle Tarife |
| Zusammenarbeit | ||
| ChatGPT Space | Gemeinsamer Ort für Seiten und Dateien, ersetzt die Library | Pro, Business, Enterprise |
| Living Pages | Dokumente, die Team, ChatGPT und dots gemeinsam bearbeiten | Pro, Business, Enterprise |
| Folien | Präsentationseditor mit Export nach PowerPoint und Google Slides | Pro, Business, Enterprise (laut Produktseite „coming soon“) |
| Teams und Teamaufgaben | Gruppen in ChatGPT, wiederkehrende Aufgaben nach Zeitplan oder Ereignis | Business, Enterprise |
| @ChatGPT in Slack und Microsoft Teams | ChatGPT arbeitet in Kanälen, Threads und Direktnachrichten mit | Business, Enterprise (Produktseite nennt auch Edu) |
| Meetings-Plugin | Audio-Mitschnitt und Notizen, abgelegt in ChatGPT Space | Beta in Pro und Business, nur Desktop-App für macOS |
| Teilbare Profile | Eigene Sites und Plugins an einem Ort zeigen | Alle Tarife, Enterprise, Edu und Healthcare „bald“ |
| Abo und Vertrieb | ||
| Mit ChatGPT anmelden | Anmeldung bei Partner-Apps mit dem ChatGPT‑Konto | Weltweit, abhängig von den Einstellungen der Organisation |
| Pro für 500 $ | Höchste Nutzungslimits und Astra Ultrafast | Neue dritte Pro-Stufe |
| OpenAI Marketplace | Unternehmen setzen ihr Abnahmevolumen bei OpenAI für Partnersoftware ein | Beta für berechtigte Unternehmenskunden |
Die Keynote im Video: 53 Minuten mit Sprungmarken
OpenAI hat die Keynote mit Sam Altman vollständig auf YouTube veröffentlicht. Die Zeitmarken springen direkt zur jeweiligen Ankündigung.
Wichtigste Themen im DevDay-Video
dots: Agenten mit eigenem Cloud-Computer, für Pro-Kunden nicht in der EU
dots sind KI-Agenten in ChatGPT, die ein Ziel dauerhaft übernehmen und zwischen den Gesprächen weiterarbeiten. Jeder dot basiert auf GPT-6 Astra. Er hat einen Computer in der Cloud, einen Browser und eine eigene Identität für Zugriffe und Berechtigungen. Über Plugins verbindet er sich laut der OpenAI-Ankündigung zu dots mit mehr als 4.000 Apps.

Pro-Abonnenten im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz und in Großbritannien bekommen dots zum Start nicht. Das steht in der OpenAI-Hilfeseite zum Einstieg mit dots, im Rückblick fehlt der Hinweis. Business Premium erhält dots in allen unterstützten Regionen. In Workspaces mit Enterprise, Edu und Healthcare bleibt die Beta ausgeschaltet, bis ein Administrator sie aktiviert. OpenAI schaltet die Funktion schrittweise frei. Der Zugang kann mehrere Tage dauern.

Sie richten Ihren dot in der ChatGPT‑Desktop‑App (auch unter Windows) oder im Browser am Computer ein. Auf dem Smartphone geht das nicht. Danach erreichen Sie ihn in ChatGPT im Web, in der mobilen App, in Slack und in Microsoft Teams. Er behält den Kontext über alle Kanäle hinweg. Beim Einrichten geben Sie ihm einen Namen und wählen eine Figur oder ein „Pet“ als Avatar. Textnachrichten über iMessage und RCS laufen als begrenzte Beta nur für Pro-Nutzer in den USA. Sie können Ihren dot anrufen. Er selbst ruft zum Start nicht an.
Der erste dot kostet in Pro und Business Premium nichts extra. Gespräche mit ihm zählen nicht auf die ChatGPT‑Nutzungslimits. Startet er Aufgaben in Codex oder ChatGPT Work, rechnet OpenAI diese wie gewohnt an. Für umfangreichere Aufgaben enthält das Abo ein gesondertes Kontingent, im ersten Monat mit höheren Limits. Weitere dots und mehr Tempo sollen sich später dazubuchen lassen.
Was ein dot allein darf und wo Sie freigeben müssen
OpenAI gibt jedem dot feste Regeln mit, wann er selbst handelt und wann er fragt. Die Stufen laut der OpenAI-FAQ zu Datenschutz und Sicherheit von dots:
| Aktion | Regel |
|---|---|
| Proaktive Recherche in verbundenen Apps | Nur Lesezugriff. Der dot kann dabei keine Nachrichten senden, keine Inhalte ändern und weder Browser noch Computer steuern. |
| Passwort ändern, Geld überweisen | Bleibt immer bei Ihnen. Der dot übergibt, Sie schließen die Aktion selbst ab. |
| Daten endgültig löschen, Software installieren | Kann bei jedem Auftrag eine neue Freigabe verlangen. |
| Wiederkehrende Nachrichten senden | Freigabe vorab möglich, begrenzt auf den genehmigten Umfang. |
| Einkauf mit einer beim Händler gespeicherten Karte | Nur mit Ihrer Freigabe, vorab möglich für einen konkret benannten Kauf. |
| Anmeldung auf unterstützten Websites | Sie geben die Zugangsdaten in ein gesichertes Formular ein. Das Modell sieht sie nicht. |
Mit eigenen Regeln („Custom Rules“) legen Sie je Aktion eine von vier Stufen fest: ohne Rückfrage handeln, nur mit Vorab-Freigabe handeln, vorher fragen oder an Sie übergeben. Die eingebauten Sicherheitsvorgaben lassen sich damit nicht abschalten. Vor bestimmten Aktionen prüft ein automatisches Review, ob sie zu Ihren Anweisungen passen. Beim Versand einer E-Mail gleicht es z. B. Empfänger und Inhalt ab. Diese Schutzschichten senken laut OpenAI das Risiko durch Prompt Injection, beseitigen es aber nicht.
Sie können einzelne Erinnerungen eines dots derzeit weder einsehen noch löschen. Wer das Gedächtnis entfernen will, muss den dot komplett zurücksetzen.
Spezialisierte dots übernehmen feste Zuständigkeiten in einer Organisation, mit separater Identität und separaten Zugangsdaten. OpenAI startet sie als Pilotprojekte mit ausgewählten Unternehmen. Intern hat OpenAI sie laut Ankündigung im Einkauf, in der Rechnungsverarbeitung, im E-Mail-Marketing, im Kundensupport und beim Abschluss von Verträgen getestet. OpenAI arbeitet mit Microsoft daran, dass Unternehmen diese dots über Agent 365 verwalten können.
Update (7. Oktober 2026): In OpenAIs eigenen Tests überschritten dots bei zehn aufeinanderfolgenden Aufgaben in 19,7 % der Stichproben ihren Auftragsrahmen. Die Testergebnisse, die Euro-Preise und die Einrichtung stehen im Artikel zu OpenAI dots mit allen Testergebnissen.
GPT-6.1 Sol kostet ein Fünftel von GPT-6 Astra
GPT-6.1 Sol kostet in der API 2 Dollar je Million Eingabe-Token und 10 Dollar je Million Ausgabe-Token. Das ist ein Fünftel der Astra-Preise. Gegenüber GPT-6 Sol halbiert sich der Preis für zwischengespeicherte Eingaben auf 0,10 Dollar. Laut OpenAI verbilligt das Agenten-Aufgaben, die denselben Kontext über viele Anfragen hinweg wiederverwenden.
| Modell und Stufe | Eingabe | Eingabe aus dem Cache | Ausgabe |
|---|---|---|---|
| GPT-6.1 Sol | 2,00 $ | 0,10 $ | 10,00 $ |
| GPT-6 Sol | 2,00 $ | 0,20 $ | 10,00 $ |
| GPT-6 Astra | 10,00 $ | 1,00 $ | 50,00 $ |
| GPT-6 Astra Fast | 20,00 $ | 2,00 $ | 100,00 $ |
| GPT-6 Astra Ultrafast | 60,00 $ | 6,00 $ | 300,00 $ |
| GPT-6 Luna | 0,10 $ | 0,01 $ | 0,50 $ |
Die Zahlen stammen aus der API-Preisliste von OpenAI. Das Modell läuft unter der Kennung gpt-6.1-sol. Es verarbeitet laut der Modellseite von GPT-6.1 Sol 1.050.000 Token Kontext und gibt bis zu 128.000 Token aus. Der Wissensstand reicht bis zum 30. April 2026. EU-Datenhaltung gibt es mit Standard, Flex und Batch. Für regionale Endpunkte berechnet OpenAI 10 % Aufschlag.
GPT-6.1 Sol unterstützt die Reasoning-Stufen „none“ und „minimal“ nicht. Die niedrigste heißt „low“. Tool-Aufrufe laufen nur über die Responses API. Chat Completions nimmt Anfragen ohne Tools an.
In ChatGPT steht GPT-6.1 Sol seit dem 29. September in ChatGPT Work und Codex bereit (Plus, Pro, Business, Enterprise, Edu). Im normalen Chat ist es laut der OpenAI-Ankündigung von GPT-6.1 Sol bisher nicht verfügbar.
Die Benchmarks, die OpenAI nennt
OpenAI belegt den Abstand zu Astra mit eigenen Messungen. Die Werte der Konkurrenzmodelle stammen laut OpenAI aus öffentlich zugänglichen Berichten.
- DeepSWE v1.1 (Softwareentwicklung in realen Codebasen): Leistung von GPT-6 Astra zu rund einem Fünftel der Kosten, 6,4 Prozentpunkte über dem besten Wert von GPT-6 Sol. Im Diagramm erreicht GPT-6.1 Sol seinen Bestwert bei unter 1 Dollar pro Aufgabe, Astra bei gut 4 Dollar.
- OSWorld 2.0 (Computerbedienung): 7 Prozentpunkte über GPT-6 Sol, 2,1 Prozentpunkte hinter Astra bei rund einem Siebtel der Kosten pro Aufgabe.
- AutomationBench 1.0.6 (mehrstufige Geschäftsabläufe): auf der Reasoning-Stufe Mittel 2,2 Prozentpunkte vor Opus 5.5 zu rund einem Drittel der Kosten.
- Sachliche Fehler bei bewusst schwierigen Prompts: 4,1 % gegenüber 4,5 % bei GPT-6 Sol und 4,0 % bei Astra.

Für Terminal-Bench Science 0.1 (Datenanalysen, Simulationen, Theorembeweise) nennt OpenAI absolute Kosten. GPT-6.1 Sol kostet dort bei maximalem Reasoning-Aufwand im Schnitt 5,47 Dollar pro Aufgabe. Opus 5.5 liegt bei 23,21 Dollar und Astra bei 23,80 Dollar. Das beste Ergebnis erzielt weiterhin Astra mit 68,1 %. OpenAI empfiehlt es für die schwierigsten Forschungsaufgaben.
Terminal-Bench Science 0.1: Kosten pro Aufgabe
Durchschnittliche Kosten je Aufgabe bei maximalem Reasoning-Aufwand, Angaben von OpenAI
Zahlen als Tabelle
| Modell | Kosten pro Aufgabe |
|---|---|
| GPT-6.1 Sol | 5,47 $ |
| Opus 5.5 | 23,21 $ |
| GPT-6 Astra | 23,80 $ |
Ultrafast: Bis zu achtfaches Tempo zum sechsfachen API-Preis
Ultrafast macht GPT-6 Astra in Codex bis zu 8-mal schneller als im Standardmodus. Der Rückblick nennt dafür 300 Token pro Sekunde. In der API kostet die Stufe 60 Dollar je Million Eingabe-Token und 300 Dollar je Million Ausgabe-Token (das Sechsfache des Standardpreises). Die Stufe Fast liegt mit 20 und 100 Dollar beim Doppelten.
Entwickler schalten die Stufe in der API mit dem Parameter service_tier ein. Der einfachste Aufruf aus der OpenAI-Anleitung zum Ultrafast-Modus:
from openai import OpenAI
client = OpenAI()
response = client.responses.create(
model="gpt-6-astra",
input="Explain why the sky is blue in one sentence.",
service_tier="ultrafast",
)
print(response.output_text)
Für Agenten mit vielen Tool-Aufrufen empfiehlt OpenAI eine dauerhafte WebSocket-Verbindung, weil sonst der Verbindungsaufbau den Tempogewinn schmälert. Die Rate-Limits liegen zum Start bei 500.000 Token pro Minute (Nutzungsstufen 1 bis 3), 1 Million (Stufe 4) und 5 Millionen (Stufe 5). Ultrafast unterstützt bei der Datenresidenz nur die USA und die globale Verarbeitung. EU-Endpunkte sind ausgeschlossen.

In Codex und ChatGPT Work gibt es Ultrafast nur im Pro‑Abo für 500 Dollar und in berechtigten Enterprise- und Edu-Tarifen. Laut der OpenAI-Doku zu den Geschwindigkeitsstufen verbraucht Ultrafast das im Abo enthaltene Kontingent 8-mal so schnell wie Standard, gekaufte Credits 6-mal so schnell. In Enterprise-Workspaces ist die Stufe standardmäßig aus. Workspaces, die eine Verarbeitung außerhalb der USA vorschreiben, bekommen sie nicht.
Für GPT-6.1 Sol Ultrafast nannte OpenAI am DevDay noch keinen Preis. OpenAI beschreibt die Variante als Astra-nahe Intelligenz bei bis zu achtfachem Tempo, zu ungefähr den API-Kosten von GPT-6 Astra. Die Doku führte neben Astra damals nur einen Vorschau-Zugang für GPT-5.6 Sol Ultrafast. Update (11. Oktober 2026): Seit dem 8. Oktober ist GPT-6.1 Sol Ultrafast verfügbar, in der API für 12 Dollar je Million Eingabe-Token und 60 Dollar je Million Ausgabe-Token, in Codex und ChatGPT Work ebenfalls nur in Pro 500.
Private Intelligence: Sicherheitsprüfung ohne Datenspeicherung bei OpenAI
Private Intelligence bündelt zwei Bausteine für Unternehmen mit hohen Anforderungen an Vertraulichkeit. Der erste heißt „Zero Data Retention with Private Safety Processing“ und ist dokumentiert. Der zweite heißt Private Inference und ist als Vorschau angekündigt. Er verbindet Confidential Computing (Verarbeitung in einer abgeschotteten, hardwaregesicherten Umgebung) mit überprüfbaren Kontrollen.
Private Safety Processing ergänzt Zero Data Retention um eine automatisierte Sicherheitsprüfung, ohne dass OpenAI Prompts oder Antworten aufbewahrt. Die Aufbewahrung liegt beim Kunden. Laut der OpenAI-Doku zu Private Safety Processing liegen Prompts und Antworten verschlüsselt im Cloud-Speicher des Unternehmens (AWS S3, Azure Blob Storage oder Google Cloud Storage). Eine abgeschottete Umgebung ohne menschlichen Zugriff prüft sie automatisiert. Nach außen gelangen nur eng begrenzte Sicherheitssignale.
Voraussetzung ist eine Freigabe der Organisation für Zero Data Retention bei OpenAI. Ein Administrator richtet die Funktion pro Projekt ein. Das Unternehmen muss die verschlüsselten Daten mindestens 30 Tage vorhalten.
Codex: Cloud-Umgebungen, Code Review und Security Cloud
Codex in der Cloud führt Programmieraufgaben auf Rechnern von OpenAI aus, auch wenn der eigene Computer schläft. Neu sind wiederverwendbare Umgebungen. Ein Team beschreibt sein Setup einmal, Codex bereitet es vor und testet es. Jede neue Aufgabe startet danach in einem isolierten Arbeitsbereich mit den fertig installierten Abhängigkeiten. Aufgaben lassen sich im Web, in der Desktop-App und auf dem Smartphone fortsetzen.
Die OpenAI-Doku zu den Codex-Cloud-Umgebungen nennt die Rechenleistung je Tarif. Plus bekommt 2 vCPUs, 8 GiB Arbeitsspeicher und 8 GiB Festplatte. Pro, Business, Enterprise und Edu erhalten 4 vCPUs, 16 GiB und 32 GiB. Der gespeicherte Zustand einer Aufgabe bleibt bis zu sieben Tage nach der letzten Aktivität wiederherstellbar.
Die Codex CLI soll laut Rückblick Sprachchats, eine Ansicht /agents für parallele Agenten und eine eingebaute Worktree-Unterstützung mitbringen. Das Codex-Changelog führt für den 29. September die Versionen 0.159.0 bis 0.159.2. Sie bringen einen kompakten Startbildschirm und die Option, Codex während einer laufenden Antwort mit einer neuen Eingabe umzulenken. In der CLI-Demo der Keynote (ab 35:17) wollte OpenAI den Sprachchat vorführen und wich wegen technischer Probleme auf die Tastatur aus.
Code Review ist eine neue Oberfläche in der ChatGPT‑Desktop-App. Sie zeigt Beschreibung, geänderte Dateien, Kommentare und Prüfungen eines Pull Requests an einem Ort. Codex beantwortet dort Fragen zur Änderung. Automatische Reviews laufen in der Cloud, bevor Sie den Pull Request öffnen. Die OpenAI-Doku zu Code Review führt GitHub als allgemein verfügbar und GitLab-Merge-Requests als Vorschau.
Codex Security Cloud scannt verbundene GitHub-Repositories in der Cloud, entweder einmalig als Ganzes oder laufend bei neuen Commits. Laut Rückblick kommen Scans nach Zeitplan, eine automatische Deduplizierung und Modelle aus Daybreak Blue dazu, ohne separaten Antrag für OpenAIs Cyber-Programm Daybreak. Die OpenAI-Doku zu Codex Security führt das Plugin als Research Preview. Patches wendet es laut der zugehörigen FAQ nicht von selbst an. Aus einem Fund entsteht ein Patch-Vorschlag und daraus auf Wunsch ein Pull Request im Entwurfsstatus. Das erwartete Cyber-Modell fehlte auf dem DevDay (mehr im Artikel zu GPT-6 Cyber und Codex Security Cloud).
Decisions API, Computerbedienung und Bedrock: Neues in der API
Die Decisions API lässt GPT-6 Luna aus einer vorgegebenen Liste von Antworten wählen und antwortet laut Keynote in Sekundenbruchteilen. Entwickler liefern Text oder Bilder als Kontext und definieren den Fragenkatalog selbst. OpenAI nennt als Einsatzfälle das Klassifizieren von Inhalten, das Weiterleiten von Anfragen und die Wahl der nächsten Aktion eines Agenten. Die API startet als begrenzte Vorschau. Eine breite Veröffentlichung kündigt OpenAI „für die kommenden Tage“ an. Eine Doku-Seite oder einen Preis gab es am 30. September noch nicht.
Die OpenAI Agents API beherrscht jetzt Computer Use. Der Agent steuert einen Browser in einer von OpenAI gehosteten Umgebung. Vor dem Zugriff auf jede neue Website verlangt der Browser die Freigabe des Nutzers. Die Anmeldung übernimmt die Anwendung des Entwicklers, Zugangsdaten gelangen nicht ins Modell. Passkeys und Anmeldungen per QR-Code funktionieren laut der OpenAI-Doku zur Computerbedienung in der Agents API nicht. Einen eigenen Preis hat das Tool nicht. OpenAI rechnet Modell, Tools und Container zu den üblichen Sätzen ab.
Amazon Bedrock Managed Agents for OpenAI bringt dieselbe Agents API in die AWS-Umgebung. Die Anmeldung läuft über AWS IAM statt über einen OpenAI-API-Schlüssel, Rechenleistung und Ressourcen bleiben unter Kontrolle des Unternehmens. AWS führt das Angebot Bedrock Managed Agents for OpenAI als Preview.
Im API-Teil der Keynote (ab 31:00) zeigte OpenAI drei Kennzahlen. Abläufe mit Tool-Aufrufen laufen über 30 % schneller. Die Zeit bis zum ersten Token ist um mehr als 45 % gesunken. Die Responses API erreicht über 99,9 % Verfügbarkeit.
Plugin-Erweiterungen: Eigene Oberflächen in ChatGPT
Mit Plugin-Erweiterungen bauen Entwickler Bedienoberflächen direkt in ChatGPT ein. Ein Plugin lieferte bisher Tools und Skills. Jetzt kann es einen festen Platz in der Seitenleiste bekommen, einen Arbeitsbereich neben der Unterhaltung öffnen oder Dateien seines Formats anzeigen und bearbeiten. Die OpenAI-Doku zu Plugin-Erweiterungen führt neun Typen auf, darunter Formulare, Deep Links und Erwähnungen im Eingabefeld (nur in der Desktop-App). Für Free und Go kommen die Erweiterungen im Web später.
Drei Beispiele nennt OpenAI selbst. Canva zeigt Designs als Vorschau in der Seitenleiste. Figma macht Dateien im Eingabefeld der Desktop-App auffindbar. Adobe öffnet Dateien zum Bearbeiten mit Acrobat und Photoshop direkt in ChatGPT.

Der Plugin Creator hilft beim Bauen und beim Vorbereiten der Einreichung. Nach der ersten Veröffentlichung scannt OpenAI den MCP-Server eines Plugins täglich. Änderungen am Server gehen nach bestandener automatischer Prüfung live, ohne neues Paket. Gegen einen falschen automatischen Befund können Entwickler laut der OpenAI-Anleitung zur Plugin-Einreichung Einspruch beim Review-Team einlegen.
Sites können jetzt Plugins einbinden. Jeder Besucher meldet sich mit ChatGPT an und erlaubt einzelne Verbindungen, die Site zeigt dann seine Daten. Schreibzugriff benötigt eine ausdrückliche Zustimmung. In Business- und Education-Workspaces sind Plugins in Sites standardmäßig erlaubt, in Enterprise standardmäßig aus.
MCP-Ereignisse lassen ein Plugin eine Automatisierung starten, sobald in der verbundenen App etwas passiert, z. B. eine neue Aufgabe im Projektboard. ChatGPT setzt dafür auf den Entwurf der Events-Spezifikation für das Model Context Protocol. Dieser Entwurf ist bis jetzt nicht Teil des offiziellen Standards. Die MCP-Arbeitsgruppe für Trigger und Events führt ihn im Status „Ideating“. Beim Plugin-Format selbst teilen sich OpenAI und Google bereits den gemeinsamen Standard Agent Plugins.
ChatGPT Space ersetzt die Library
ChatGPT Space ist der neue Ort für Seiten, Dateien, Tabellen und Präsentationen in ChatGPT und löst die bisherige Library ab. Mehrere Personen bearbeiten eine Seite gleichzeitig, kommentieren und holen ChatGPT, Codex oder ihren dot per @-Erwähnung dazu. Laut der Produktseite von ChatGPT Space gibt es Space in Pro, Business und Enterprise. Sie erstellen und bearbeiten Seiten im Web und in der Desktop-App. Auf dem Smartphone können Sie sie zum Start nur finden, lesen und teilen.

Die Seiten heißen bei OpenAI Living Pages. Sie fassen Text, Bilder, Diagramme, Tabellen und interaktive Dashboards zusammen. Die automatische Aktualisierung aus verbundenen Tools („Keep Updated“) fehlt zum Start. Wiederkehrende Aktualisierungen richten Sie im Chat ein. Ein Rhythmus, der nur auf der Seite steht, plant laut Doku noch keine Aufgabe.
Wer eine Seite teilt, gibt keine privaten Chats und kein persönliches Gedächtnis frei. Wichtig: Alles, was ChatGPT aus dem Gedächtnis auf die Seite schreibt, sehen auch die anderen.
Weitere Funktionen rund um Space:
- Folien: Ein Präsentationseditor mit bearbeitbaren Diagrammen, eigener Vorlage und Export nach PowerPoint oder Google Slides. Die Produktseite führt gemeinsame Folien und Tabellen als „coming soon“.
- Teams und Teamaufgaben: Gruppen in ChatGPT teilen Seiten und Präsentationen. Teamaufgaben laufen nach Zeitplan oder bei einem Ereignis (z. B. einer neuen E-Mail) über ein Dienstkonto des Teams.
- @ChatGPT in Slack und Microsoft Teams: ChatGPT fasst Diskussionen zusammen, untersucht Fehler und bereitet Korrekturen vor. Kollegen ohne eigene ChatGPT‑Lizenz können in freigeschalteten Kanälen mitarbeiten. Vor Aktionen in verbundenen Tools fragt ChatGPT nach einer Freigabe.
- Meetings-Plugin: Es nimmt Besprechungen als Audio auf, legt Notizen in Space ab und schlägt nächste Schritte vor. Die Beta läuft in Pro und Business, bisher nur in der Desktop-App für macOS.

Pro für 500 Dollar, Anmeldung mit ChatGPT und der Marketplace
ChatGPT Pro hat jetzt drei Stufen für 100, 200 und 500 Dollar im Monat. Die neue Stufe Pro 500 bietet die höchsten Nutzungslimits und als einzige Pro-Stufe Ultrafast (seit dem 8. Oktober auch für GPT-6.1 Sol). Gekaufte Credits schalten Ultrafast in den kleineren Stufen nicht frei. Wer dauerhaft Ultrafast nutzt, erledigt mit Pro 500 rechnerisch weniger als ein Drittel der Menge, die Pro 200 im Standard-Modus hergibt (ChatGPT Pro 200 vs 500: Was der Aufpreis bringt).
| Stufe | Preis pro Monat | Ultrafast | Stand nach dem DevDay |
|---|---|---|---|
| Pro 100 | 100 $ | Nein | Unverändert |
| Pro 200 | 200 $ | Nein | Wieder buchbar, Neuabos mit kleinerem Kontingent |
| Pro 500 | 500 $ | Ja | Neu, höchstes Kontingent |
Pro 200 ist wieder für Neukunden offen, nachdem OpenAI das 200-Dollar-Abo Mitte September pausiert hatte. Neue Abos enthalten ein kleineres Kontingent als bisher. OpenAI begründet das in der Hilfeseite zu den ChatGPT-Pro-Stufen mit effizienteren Modellen. Bestandskunden behalten ihr altes Kontingent bis zum 29. Oktober 2026 und fallen danach bei gleichem Preis auf das kleinere. Zum Vergleich: KI-Abo-Vergleich 2026 mit ChatGPT, Claude, Gemini und Grok.

Mit ChatGPT anmelden funktioniert wie die bekannten Anmeldeknöpfe von Google oder Apple. Die Partner-App erhält Name, E-Mail-Adresse und (falls vorhanden) das Profilbild. Chats, Gedächtnis, Dateien und Zahlungsdaten bleiben außen vor. Als erste Partner nennt die OpenAI-Hilfeseite zur Anmeldung mit ChatGPT Airtable, GitLab, HubSpot, Notion, Supabase und Vercel.
Eine Partner-App kann außerdem anfragen, das im ChatGPT‑Abo enthaltene Kontingent für ihre KI-Anfragen zu nutzen. Der Nutzer legt fest, wie viel die App verbrauchen darf. Der App-Entwickler muss die Modellkosten dieser Nutzer dann nicht selbst tragen. Laut der DevDay-Übersicht in der OpenAI-Doku gilt das für berechtigte Plus- und Pro-Nutzer und zunächst für Open-Source-Partner und ausgewählte private Clients.
Im OpenAI Marketplace setzen berechtigte Unternehmenskunden einen Teil ihres vereinbarten Abnahmevolumens bei OpenAI für Software von Partnern ein. Zum Start sind 32 Partner dabei, darunter Adobe, Figma, Salesforce, HubSpot, ServiceNow, Harvey, Palo Alto Networks und CrowdStrike. Der Marketplace läuft als Beta.
Wo Rückblick und Dokumentation voneinander abweichen
An acht Stellen weichen der Rückblick und die Hilfe- oder Doku-Seiten von OpenAI voneinander ab (Stand 30. September 2026). OpenAI weist selbst darauf hin, dass die Neuheiten schrittweise ausgerollt werden.
| Thema | Rückblick | Hilfe und Doku am 30.09.2026 |
|---|---|---|
| dots | In Pro, Business Premium und Enterprise verfügbar | Pro nicht im EWR, in der Schweiz und in Großbritannien |
| Living Pages | Seiten aktualisieren sich automatisch aus verbundenen Tools | „Keep Updated isn’t available at launch“ |
| Folien | In Pro, Business und Enterprise verfügbar | Produktseite nennt „coming soon“, keine Doku-Seite |
| Ultrafast in der API | Bis zu 6-mal schneller | API-Anleitung nennt im Untertitel „up to 8x faster speeds than Standard mode“ |
| GPT-6.1 Sol Ultrafast | Bald verfügbar | Sol-Ankündigung nennt es bereits über die API verfügbar, die API-Doku führt es nicht |
| Decisions API | Begrenzte Vorschau ab sofort | Keine Doku-Seite, kein Preis |
| Codex CLI | Sprachchat, Ansicht /agents, Worktrees | Im Changelog vom 29.09. und in der Befehlsreferenz nicht beschrieben |
| Codex Security Cloud | Scans nach Zeitplan, automatische Deduplizierung | Doku beschreibt einmalige Scans und die Überwachung neuer Commits, Status Research Preview |

Drei Termine folgen auf den DevDay. Die Decisions API soll in den kommenden Tagen breit starten. Am 14. Oktober 2026 nimmt OpenAI GPT-5.5 in ChatGPT, ChatGPT Work und Codex aus dem Angebot. Am 29. Oktober 2026 endet für Bestandskunden von Pro 200 das alte Kontingent.
Häufige Fragen zum OpenAI DevDay 2026
Wann fand der OpenAI DevDay 2026 statt?
Der OpenAI DevDay 2026 fand am 29. September 2026 in San Francisco statt. Die Keynote dauert rund 53 Minuten und steht vollständig auf dem YouTube-Kanal von OpenAI. OpenAI bezeichnet die Ausgabe als den bisher größten DevDay.
Sind dots in Deutschland verfügbar?
Mit einem Pro-Abo zum Start nicht. OpenAI nimmt den Europäischen Wirtschaftsraum, die Schweiz und Großbritannien aus. Mit Business Premium gibt es dots in allen unterstützten Regionen. Nutzer unter 18 Jahren erhalten keinen Zugang.
Was kostet GPT-6.1 Sol in der API?
GPT-6.1 Sol kostet 2 Dollar je Million Eingabe-Token, 0,10 Dollar für zwischengespeicherte Eingaben und 10 Dollar je Million Ausgabe-Token. Bei langem Kontext steigen die Preise auf 4 Dollar, 0,20 Dollar und 15 Dollar. Über Batch und Flex kostet das Modell die Hälfte.
Was unterscheidet Fast von Ultrafast?
Fast verdoppelt in der API den Preis von GPT-6 Astra auf 20 und 100 Dollar je Million Token und steht für mehrere Modelle bereit, darunter GPT-6.1 Sol. Ultrafast gibt es nur für GPT-6 Astra, mit bis zu achtfachem Tempo zum sechsfachen Preis. Im Abo zählt Fast 2,5-fach auf das Kontingent, Ultrafast 8-fach.
Kann ich ChatGPT Pro für 200 Dollar wieder buchen?
Ja, Pro 200 ist seit dem DevDay wieder für Neukunden offen, der Preis bleibt bei 200 Dollar im Monat. Neue Abos enthalten ein kleineres Kontingent. Wer sein Abo in den sieben Tagen vor dem Stichtag verloren hat und neu abschließt, behält das alte Kontingent bis zum 29. Oktober 2026. Eine Jahreszahlung bietet OpenAI für Pro nicht an.
Wurde GPT-6 Cyber auf dem DevDay vorgestellt?
Nein. Im Rückblick von OpenAI kommt das Modell nicht vor. Das einzige Sicherheitsprodukt unter den Ankündigungen ist Codex Security Cloud, ein Plugin zum Scannen verbundener GitHub-Repositories.
