Mira Murati verlÀsst OpenAI:
FĂŒhrung steht vor Neuordnung

26/09/2024
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Markus Schulte

AI Solution Development, Autor

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Mira Murati, die langjĂ€hrige Chief Technology Officer (CTO) bei OpenAI, gab am 25. September d.J. nach sechseinhalb Jahren ihren Abschied bekannt. In einer Mitteilung auf X Ă€ußerte sie: „Es gibt nie den perfekten Moment, um sich von etwas GeschĂ€tztem zu trennen, aber dieser Zeitpunkt erscheint passend.“ 

WĂ€hrend ihrer Zeit bei OpenAI war Murati an der Entwicklung von KI-Systemen wie ChatGPT, DALL-E, und Sora beteiligt und nahm Einfluss auf die Forschungsrichtung des Unternehmens. Projekte wurden von ihr von der Konzeption bis zur Veröffentlichung vorangetrieben.

Fragen ĂŒber Fragen.

Die zukĂŒnftige Ausrichtung von OpenAI und ob weitere VerĂ€nderungen in der FĂŒhrungsriege erwartet werden mĂŒssen, ist nicht leicht zu beantworten.

(Update 21.10.2024: Murati plant KI-Startup mit 100 Mio. USD Finanzierung lt. Reuters)

Mira Murati verlÀsst OpenAI und andere gehen mit

Muratis Entscheidung OpenAI zu verlassen, ist nicht die einzige VerĂ€nderung im FĂŒhrungsteam.

Kurz nach ihrer AnkĂŒndigung kam bereits der nĂ€chste Hammer:

CEO Sam Altman verkĂŒndete den Weggang von Bob McGrew (Chief Research Officer) und Barret Zoph (VizeprĂ€sident fĂŒr Forschung). In einer Abschiedsnachricht lobt Bob McGrew die Firmenentwicklung. So wurde OpenAI von einem gemeinnĂŒtzigen Non-Profit-Unternehmen zum „wichtigsten Forschungs- und Entwicklungsunternehmen der Welt“.

Laut Altman sind die Entscheidungen unabhÀngig voneinander getroffen worden. Die HÀufung von AbgÀngen auf höchster Ebene sind allerdings bemerkenswert. Sie sind Teil einer ganzen Serie von personellen VerÀnderungen.

Altman bedankte sich bei Murati fĂŒr ihre Dienste und betonte, dass FĂŒhrungswechsel in einem schnell wachsenden Unternehmen natĂŒrlich seien. Er sagte: „Ich werde natĂŒrlich nicht behaupten, dass es normal ist, dass dieser so abrupt ist, aber wir sind kein normales Unternehmen.“ Außerdem kĂŒndigte er an, dass sechs weitere Personen neue Rollen ĂŒbernehmen wĂŒrden.

Im Mai verließen OpenAI-MitbegrĂŒnder Ilya Sutskever und der ehemalige Sicherheitsleiter Jan Leike das Unternehmen. Im August folgte John Schulman mit einem Wechsel zum Wettbewerber Anthropic.

Ilya Sutskever hat seitdem sein eigenes KI-Unternehmen gegrĂŒndet. Jan Leike Ă€ußerte Kritik und meinte, dass bei OpenAI die Sicherheit „hinter glĂ€nzenden Produkten zurĂŒckstehe“. Auch Greg Brockman, PrĂ€sident und MitbegrĂŒnder von OpenAI, kĂŒndigte im August an, dass er bis Ende des Jahres ein Sabbatical nehmen wird.

(Update 14.11.2024: Greg Brockman wieder bei OpenAI)

Die Rolle von Murati wÀhrend Altmans Abwesenheit

Interessanterweise ĂŒbernahm Murati die Position der Interims-CEO wĂ€hrend der kurzzeitigen Entlassung von Sam Altman durch das Board im November 2023. Man sei zu dem Entschluss gekommen, dass die Kommunikation mit dem Gremium nicht immer aufrichtig gewesen sei.

Ihre damalige Ernennung und Altmans anschließende RĂŒckkehr gehören zu den dramatischen Ereignissen in den FĂŒhrungsstrukturen bei OpenAI. Muratis FĂŒhrungsqualitĂ€ten wurden in dieser Zeit hervorgehoben, was ihren jetzigen Abschied umso ĂŒberraschender macht.

Was bedeutet das fĂŒr die Zukunft von OpenAI?

Parallel zu Muratis Abschied berichtet eine vertrauliche Quelle, dass OpenAIs Vorstand eine Umwandlung in ein gewinnorientiertes Unternehmen erwĂ€gt. Der gemeinnĂŒtzige Zweig soll dabei als eigenstĂ€ndige Einheit fortbestehen. Diese strategische Anpassung könnte Investitionen erleichtern und Mitarbeitern ermöglichen, ihre Anteile zu verĂ€ußern. Muratis Abgang könnte im Kontext einer grĂ¶ĂŸeren Neuausrichtung und Umstrukturierung des Unternehmens stehen.

Wie stabil ist also OpenAI? Wenn das Unternehmen kurz vor der Fertigstellung von Artificial Superintelligence (ASI) oder aktuell fast Artificial General Intelligence (AGI) stehen könnte – warum verlassen dann solche KoryphĂ€en das Schiff?

Der YouTuber TheAIGRID vergleicht dies mit der Mondlandung. Welches NASA-Mitglied wĂŒrde freiwillig darauf verzichten, nicht in die Geschichte einzugehen?

Expansion und Herausforderungen

Eines ist sicher – OpenAI wird weiterhin die Richtung angeben. Es ist und bleibt ein Zugpferd, an dem sich andere Konzerne messen. Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass OpenAI eine Finanzierungsrunde von 6,5 Milliarden Dollar anstrebt, die das Unternehmen auf einen Wert von ĂŒber 150 Milliarden Dollar bringen könnte. Thrive Capital plant eine Milliarde Dollar zu investieren, und auch Tiger Global, Microsoft, Nvidia und Apple haben Interesse bekundet.

OpenAIs schnelles Wachstum seit der EinfĂŒhrung von ChatGPT Ende 2022 hat seinen Preis. Mitarbeiter bemĂ€ngeln das schnelle Wachstum und dass es sich schlecht auf die Sicherheit von AI auswirkt. Jan Leike betonte, dass die Sicherheit bei OpenAI zugunsten „glĂ€nzender Produkte“ vernachlĂ€ssigt werde.

Jetzt, wo Mira Murati weg ist, muss aber erst einmal jemand Neues her.

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