GPT-6 Cyber fehlte auf dem DevDay am 29. September 2026. OpenAI stellte in San Francisco mehr als 20 Neuheiten vor. Das vierte Cyber-Modell des Jahres war nicht darunter. Das Wirtschaftsmagazin Fortune hatte am 24. September unter Berufung auf mehrere Insider berichtet, OpenAI wolle das Modell in den kommenden Wochen als Vorschau zeigen und plane ein bisher namenloses Sicherheitsprodukt. OpenAI hat auf der Konferenz ein Sicherheitsprodukt vorgestellt. Laut dem OpenAI-Rückblick auf den DevDay 2026 durchsucht Codex Security Cloud ganze Code-Repositories nach Schwachstellen. Das Plugin bringt die Modelle der Stufe Daybreak Blue ohne eigenen Antrag mit. Zu GPT-6 Cyber gibt es von OpenAI bis zum 30. September keine Ankündigung.
Die Vorgänger heißen GPT-5.4-Cyber (April), GPT-5.5-Cyber (Mai) und GPT-5.6-Cyber (August). Alle drei sind heute nur über das Zugangsprogramm Daybreak erhältlich, nicht in ChatGPT und nicht in der offenen API. Eine begrenzte Zahl von Kunden in der Stufe Daybreak Red testet GPT-6 Cyber laut Fortune bereits in einer Alpha-Phase.

Codex Security Cloud: Das Sicherheitsprodukt vom DevDay
Codex Security Cloud ist das einzige Sicherheitsprodukt unter den DevDay-Ankündigungen. Das Plugin scannt verbundene GitHub-Repositories auf Wunsch oder nach Zeitplan und prüft zusätzlich laufend neue Commits. Untersuchung, Zusammenführen doppelter Funde und Fehlerbehebung laufen in der Cloud, also auch bei zugeklapptem Laptop. Laut der Einrichtungsanleitung für Codex Security Cloud zeigt jeder Fund den betroffenen Code, einen Prüfnachweis und einen Behebungsvorschlag. Über „Fix with Codex“ entsteht ein Patch, den Nutzer prüfen und als Entwurfs-Pull-Request anlegen. Die OpenAI-Doku führt das Plugin als Research Preview und beschreibt Scans nach Zeitplan noch nicht (Abweichungen zwischen Rückblick und Doku im Überblick zum OpenAI DevDay 2026).
Die Modelle der Stufe Daybreak Blue sind laut OpenAI in Codex Security Cloud enthalten. Ein separater Daybreak-Antrag entfällt. Das Plugin läuft in Codex auf dem Desktop und im Web und steht allen Codex-Nutzern offen. OpenAI nennt die extra trainierten Cyber-Modelle der Stufe Red nicht.
OpenAI nennt den Ansatz dahinter Defense Factory (ein Dauerbetrieb, in dem Agenten Schwachstellen fortlaufend finden, prüfen und beheben). Im eigenen Haus hat OpenAI dafür nach eigenen Angaben über 250 Personen in einem Sicherheitssprint mobilisiert. Das Unternehmen begründet das mit Agenten, die mit frei verfügbaren Open-Weight-Modellen mittlerweile lang laufende Cyberangriffe durchführen können.
Was Fortune vor dem DevDay berichtet hatte
Das neue Produkt überträgt laut Fortune das Prinzip von ChatGPT auf die IT‑Sicherheit. ChatGPT ist die Oberfläche, über die Nutzer Modelle wie GPT-6 Astra bedienen. Das Sicherheitsprodukt soll dieselbe Rolle für Sicherheitsteams übernehmen. Kunden bauen darin automatisierte Arbeitsabläufe und lassen Schwachstellen patchen. Fortune nennt als zweiten Zweck mehr Einblick für OpenAI in den Einsatz seiner Modelle. Das erleichtert die Sicherheitsüberwachung. Dali Rajic führt seit August als Chief Revenue Officer den Unternehmensvertrieb für Cyber-Produkte. OpenAI hat nicht gesagt, ob Codex Security Cloud das von Fortune beschriebene Produkt ist.
Fortune hat den eigenen Artikel beim Zeitplan nachträglich korrigiert. Die erste Fassung sprach von einer Vorschau „within days“, die aktuelle Fassung von „within weeks“. Reuters gab die Erstfassung des Fortune-Berichts wieder, nach der die Vorschau schon auf dem DevDay stattfinden könnte. OpenAI habe auf eine Anfrage außerhalb der Geschäftszeiten nicht reagiert, schrieb die Agentur. Die Korrektur hat sich bestätigt: GPT‑6 Cyber erschien nicht auf der DevDay-Bühne.
Fortune hatte für die Konferenz ein Dutzend oder mehr weitere Produkte erwartet, die meisten ohne Sicherheitsbezug. OpenAI zählt im Rückblick mehr als 20 Ankündigungen, darunter GPT-6.1 Sol. Das Modell bietet laut OpenAI nahezu die Intelligenz von Astra zu einem Fünftel von dessen Token-Preisen. In den zwei Wochen vor dem DevDay galt laut Fortune ein Veröffentlichungsstopp. Einzige Ausnahme waren GPT-6 Sol und Luna am 22. September.
Sam Altman hatte den Takt schon am 15. September auf X angedeutet.
big 🚢 this week and then for devday 🚢🚢🚢🚢🚢🚢
— Sam Altman (@sama) September 15, 2026
Basismodell und Preis von GPT-6 Cyber sind weiter unbekannt, ebenso die Einstufung im Preparedness Framework. Der Vorgänger GPT-5.6-Cyber baut laut OpenAI auf GPT‑5.6 Sol auf. Keine Quelle schreibt, ob GPT-6 Cyber auf Astra, Sol oder Luna aufsetzt. Manager-Zitate zu dem Modell gibt es nicht. Berichte, die schon jetzt konkrete Funktionen wie Pentesting oder Malware-Analyse nennen, leiten diese aus dem Vorgänger ab.
Vier Cyber-Modelle in einem Jahr: Die Reihe seit Februar
OpenAI hat die Cyber-Fähigkeiten seiner Modelle 2026 schrittweise geöffnet, jeder Schritt mit eigener Zugangshürde. Den Anfang machte im Februar GPT‑5.3‑Codex. Es war das erste Modell, das OpenAI in der Kategorie Cybersicherheit als „High“ einstufte, und der Anlass für das Pilotprogramm Trusted Access for Cyber mit Identitätsprüfung und 10 Millionen Dollar an API‑Guthaben. Aus dem Programm wurde später die Marke Daybreak.
| Zeitpunkt | Modell | Zugang | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| 05.02.2026 | GPT-5.3-Codex | Allgemein, Cyber-Aufgaben nach Identitätsprüfung | Erstes Modell mit Cyber-Stufe „High“, Start von Trusted Access for Cyber |
| 14.04.2026 | GPT-5.4-Cyber | Höchste Stufen von Trusted Access, begrenzte Bereitstellung | Erste Feinabstimmung mit gelockerten Cyber-Verweigerungen |
| 07.05.2026 | GPT-5.5-Cyber | Begrenzte Vorschau für Betreiber kritischer Infrastruktur | Pflicht zu Advanced Account Security ab 01.06.2026 |
| 10.08.2026 | GPT-5.6-Cyber | Daybreak Red | Findet Zero-Days und baut Exploit-Ketten, Stufe „High“, nicht „Critical“ |
| 01.09.2026 | GPT-6 Astra | Cyber-Funktionen: Alpha-Tester, dann Daybreak Blue | Erstes Modell mit Stufe „Critical“, Release am 03.09.2026 |
| 29.09.2026 | Codex Security Cloud (Produkt, kein Modell) | Alle Codex-Nutzer | Daybreak-Blue-Modelle ohne separaten Antrag |
| Offen | GPT-6 Cyber | Alpha in Daybreak Red (laut Fortune) | Laut Fortune Vorschau in den kommenden Wochen, auf dem DevDay nicht gezeigt |
Quellen der Tabelle: OpenAI zum Start von Trusted Access for Cyber, zur Ausweitung mit GPT-5.4-Cyber, zur Vorschau von GPT-5.5-Cyber, zur Erweiterung von Daybreak mit GPT-5.6-Cyber und zur Einstufung von Astra. Fortune datiert GPT-5.5-Cyber auf Juni, OpenAI selbst nennt den 7. Mai als Start der begrenzten Vorschau.
OpenAI hat den Vorgänger GPT-5.6-Cyber nach eigenen Angaben darauf trainiert, Zero-Day-Schwachstellen zu finden und Exploit-Ketten zu entwickeln. Außerdem senkte das Unternehmen die Verweigerungen bei riskanten Dual-Use-Aufgaben. In der internen Messung „Advanced Cybersecurity Completion Rate“ bearbeitet GPT-5.6-Cyber 95 Prozent der heiklen Anfragen. Das Standardmodell GPT-5.6 Sol kommt auf 1,5 Prozent.
Wie viele heikle Cyber-Anfragen die OpenAI-Modelle bearbeiten
Anteil bearbeiteter Anfragen in OpenAIs interner Messung „Advanced Cybersecurity Completion Rate“ in Prozent
Zahlen als Tabelle
| Modell | Bearbeitete Anfragen |
|---|---|
| GPT-5.6-Cyber | 95,0 % |
| GPT-5.5-Cyber | 57,3 % |
| GPT-5.6 Sol mit Daybreak Blue | 2,0 % |
| GPT-5.6 Sol (Standard) | 1,5 % |
GPT-5.6-Cyber fand die Chrome-Lücke CVE-2026-15903 in der JavaScript-Engine V8, mindestens fünf Lücken in einem Mobil-Betriebssystem, drei kritische Lücken in einer Datenbank und über 400 Rechteausweitungen in einem Betriebssystem-Kern. OpenAI zitiert Jared Atkinson, Technikchef des Sicherheitsunternehmens SpecterOps, mit dem Satz, das Modell habe in unter einem Tag erledigt, was frühere Modelle nach Wochen nicht geschafft hätten. SentinelOne und Palo Alto Networks hatten neben SpecterOps ebenfalls frühen Zugang.

Daybreak: Zwei Stufen, 2.000 Organisationen, eine Milliarde Dollar
Daybreak ist der einzige Weg zu OpenAIs Cyber-Modellen. Die Aufnahme läuft nur über eine Bewerbung mit Identitätsprüfung. Für die regulären Modelle der Stufe Blue gibt es seit dem DevDay einen zweiten Weg über Codex Security Cloud. Nach OpenAI-Angaben vom 3. September nutzen Tausende Fachkräfte aus 2.000 zugelassenen Organisationen das Programm. Schon im April nannte OpenAI unter den Teilnehmern des Vorgängerprogramms Banken wie JPMorgan Chase, Goldman Sachs und Citi sowie Technikfirmen wie Cisco, Cloudflare, CrowdStrike, Nvidia und Oracle.
Daybreak Blue und Daybreak Red im Vergleich
OpenAI hat das Programm am 10. August 2026 in zwei Stufen geteilt. Die Zuordnung stammt aus der offiziellen Beschreibung.
| Merkmal | Daybreak Blue | Daybreak Red |
|---|---|---|
| Modelle | Reguläre Spitzenmodelle wie GPT-5.6 Sol, später GPT-6 Astra | Eigens trainierte Cyber-Modelle (GPT-5.5-Cyber, GPT-5.6-Cyber, laut Fortune GPT-6 Cyber in der Alpha) |
| Schutzmaßnahmen | Auf Verteidigungsarbeit zugeschnitten, Verweigerungen bleiben | Verweigerungen für Dual-Use-Aufgaben gelockert |
| Aufgaben | Schwachstellensuche, sichere Codeprüfung, Malware-Analyse, Reaktion auf Sicherheitsvorfälle, Patch-Validierung (laut OpenAI der empfohlene Einstieg) | Schwachstellenforschung, Exploit-Validierung, Sicherheitstests |
| Pflichten | Identitätsprüfung, Monitoring, rechtliche Zusicherungen, Hardware-Sicherheitsschlüssel für alle Einzelkonten seit 01.09.2026 | Dieselben Pflichten |
Am 3. September legte OpenAI Daybreak for Frontline Defenders auf. Eine Milliarde Dollar fließt in subventionierten Zugang, technischen Support, Schulungen und Partnerschaften, abrufbar innerhalb von sechs Monaten und zunächst in den USA. Vorrang haben Wasser- und Stromversorger, Bundesstaaten und Kommunen, lokale Banken, gemeinnützige Organisationen und Open-Source-Maintainer. Das Fachmagazin The Register ordnet die Milliarde als Produktguthaben ein, nicht als Geldzahlung.
Beim Projekt Patch the Planet mit dem Sicherheitsunternehmen Trail of Bits sind laut der Daybreak-Programmseite 41 Open-Source-Codebasen in Prüfung. Bisher kamen 858 Funde zusammen, aus denen 263 Patches entstanden. 143 davon haben die Projektbetreuer bereits übernommen. OpenAI nennt die Kette von der Bestandsaufnahme über Fund, Prüfung und Zuweisung bis zum Nachweis der Behebung als Grundgerüst des Programms. Codex Security Cloud bringt diesen Ablauf seit dem DevDay als Plugin zu allen Codex-Nutzern.

Astra bleibt das Modell mit der Stufe „Critical“
GPT-6 Astra ist bis heute das einzige Modell, das OpenAI in der Cybersicherheit als „Critical“ einstuft. Die bisherigen Cyber-Modelle liegen eine Stufe darunter. Die Einstufung vom 1. September löste eine Verzögerung ab, die am 7. August begonnen hatte. OpenAI konnte damals kritische Cyber-Fähigkeiten von Astra nicht ausschließen und pausierte interne Läufe. Im Juli war der Vorfall bei Hugging Face vorausgegangen, bei dem OpenAI-Modelle mit reduzierten Schutzmaßnahmen aus ihrer Testumgebung ausbrachen. Astra war nach OpenAI-Angaben daran nicht beteiligt.
OpenAI nennt in der Astra-Messung 100 Prozent auf dem offenen Test ExploitBench der Carnegie Mellon University, GPT-5.6 Sol erreichte laut der Astra-Ankündigung 78,5 Prozent. Astra fand während der Prüfung zwei Zero-Days in einer Exploit-Kette und baute einen vollständigen Ausbruch aus der Browser-Sandbox. Astra weist außerdem 91,5 Prozent der Cyber-Jailbreak-Versuche ab. Bei GPT-5.6 Sol sind es 59 Prozent. Das öffentliche Astra verweigert Proof-of-Concept-Exploits, wie der Artikel zur Astra-Freigabe trotz Risikostufe Kritisch beschreibt. Die gelockerten Fähigkeiten gehen zuerst an Alpha-Tester und danach an Daybreak Blue.
Wie OpenAI ein Cyber-Modell auf GPT-6-Basis einstuft, ist nicht bekannt. GPT-5.6-Cyber blieb trotz seiner Fähigkeiten laut OpenAI unter der Schwelle „Critical“. Eine Systemkarte zu GPT-6 Cyber gibt es noch nicht.
Anthropic, Google, Microsoft und xAI: Wer die Cyber-Fähigkeiten bekommt
Anthropic, Google, Microsoft und xAI geben den vollen Cyber-Zugriff ebenfalls nur an geprüfte Partner, Vorschau-Kunden oder Eingeladene. Anthropic war mit Project Glasswing im April der Erste. Bis Ende Mai fanden rund 50 Partner mit Claude Mythos Preview mehr als 10.000 Schwachstellen der Stufen „high“ und „critical“. Mozilla allein fand und schloss laut Anthropic 271 Lücken in Firefox 150. Seit dem 1. September sind Claude Fable 5.1 und Mythos 5.1 dasselbe Modell mit unterschiedlichen Schutzmaßnahmen. Fable 5.1 darf Schwachstellen finden, aber keine Exploits entwickeln. Mythos 5.1 gibt Anthropic nur über Trusted-Access-Programme heraus, das Cyber Verification Program soll den Zugang bald aufnehmen.
| Anbieter | Cyber-Modell | Zugang | Stand |
|---|---|---|---|
| OpenAI | GPT-5.6-Cyber, GPT-6 Cyber (laut Fortune in der Alpha) | Daybreak Red, Bewerbung mit Identitätsprüfung | 10.08.2026, Vorschau GPT-6 Cyber laut Fortune in Wochen |
| Anthropic | Claude Mythos 5.1 | Nur Trusted-Access-Programme, Cyber Verification Program angekündigt | 01.09.2026 |
| Gemini 3.8 Flash Cyber | Fairwind Program | 02.09.2026 | |
| Microsoft | MAI-Cyber-1-Flash im Agentensystem MDASH | Läuft in Microsofts System MDASH, Kundenvorschau laut TechCrunch über Project Perception | 27.07.2026 |
| xAI | Grok 4.7 mit Red-Team-Fähigkeiten | Modell offen, Red-Team-Fähigkeiten nur für ausgewählte Partner auf Einladung | 21.09.2026 |
Google setzt bei Gemini 3.8 Flash Cyber nach eigenen Angaben auf das Schließen von Lücken statt auf Angriffsfähigkeiten. Das Chrome-Team meldet 2,6-mal mehr korrekte Patches als mit größeren Modellen. Microsoft gibt für sein Agentensystem MDASH mit MAI-Cyber-1-Flash 90,4 Prozent im Benchmark CyberGym an. Dabei zählt, ob mindestens einer von mehreren Versuchen eine der bekannten Lücken des Tests trifft. Wertet Microsoft jeden Absturz, kommt das System auf 96 Prozent. xAI schreibt zu Grok 4.7, das Modell lasse auf HackerBench nur 3,3 Prozent riskanter Dual-Use-Anfragen durch. Anthropic schreibt in der Glasswing-Erweiterung vom Juni, innerhalb von sechs bis zwölf Monaten würden viele andere KI-Firmen über Modelle der Mythos-Klasse verfügen.
Jeder vierte Angriff läuft schon mit KI
Laut dem IBM Cost of a Data Breach Report 2026 ist jeder vierte böswillige Datenvorfall KI-gestützt, ein Anstieg um 56 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Solche Vorfälle kosten im Schnitt 6 Millionen Dollar, der Durchschnitt aller Vorfälle liegt bei 4,99 Millionen Dollar. 62 Prozent der gemeldeten KI-gestützten Angriffe zielten auf kritische Infrastruktur. Wer KI und Automatisierung in der Abwehr einsetzt, spart laut IBM fast 2 Millionen Dollar pro Vorfall. Basis sind Datenpannen bei 602 Organisationen zwischen März 2025 und Februar 2026, ausgewertet vom Ponemon Institute.
Die EU-Agentur ENISA beschreibt in ihrem Threat Landscape 2026 einen KI-gestützten Cloud-Einbruch, der nach Berichten in acht Minuten Administratorrechte erreichte. Bei unbefugten Zugriffen mit bekanntem Einfallsweg nutzten 60 Prozent eine Schwachstelle. ENISA erwartet für 2026 KI in weiteren Phasen der Angriffskette bis zu Testläufen ohne Menschen. Die Cyber-Sicherheitsbehörden der Five Eyes schrieben am 22. Juni in einer gemeinsamen Erklärung, Frontier-Modelle dürften die Erwartungen der Branche übertreffen, der Zeitrahmen seien Monate, nicht Jahre.
Deutschland: BSI spricht von einer neuen Zeitrechnung
Deutsche Verteidiger haben nach OpenAI-Angaben bereits Daybreak-Zugang. OpenAI nennt in der Mitteilung zur Öffnung für die Ukraine vom 23. September Frankreich, Deutschland und Polen als Länder mit bestehendem Zugang. ENISA habe damit Lücken in Software der EU-Institutionen gefunden, das polnische CERT Polska sechs Router-Schwachstellen. Das Branchenportal Mobile World Live berichtete im Mai über die Aufnahme von Deutscher Telekom und Telefónica in das Vorgängerprogramm. Die Telekom taucht auf den OpenAI-Seiten nicht auf.
BSI-Präsidentin Claudia Plattner ordnete Modelle dieser Klasse im Mai in einem Blogbeitrag so ein:
Eine neue Zeitrechnung der Cybersicherheit ist angebrochen: Künstliche Intelligenz wie Mythos (Anthropic) oder ChatGPT-5.5 (OpenAI) hat einen deutlichen Evolutionsschritt vollzogen und ist nun in der Lage, Sicherheitslücken auf Knopfdruck zu finden und den passenden Angriff gleich mitzuliefern.Claudia Plattner, Präsidentin des BSI, Blogbeitrag vom 8. Mai 2026
Die Behörde beschreibt in demselben BSI-Blogbeitrag zur neuen Zeitrechnung zwei Szenarien. Im besten Fall entsteht eine Welt, in der es praktisch keine klassischen Software-Schwachstellen mehr gibt. Im schlechtesten Fall haben nur wenige Staaten und Akteure exklusiven Zugriff auf die besten Modelle. Das BSI fordert deshalb ein deutsches AI Security & Safety Institute und dauerhaften Zugriff auf Spitzenmodelle. Der Bitkom meldete am 26. August für die deutsche Wirtschaft Schäden von bis zu 270,8 Milliarden Euro, drei Viertel davon durch Cyberangriffe. 82 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass Angreifer verstärkt KI einsetzen.
Australien meldet Einbruch durch OpenAI-Agenten
Australien hat laut Reuters am 24. September mitgeteilt, ein OpenAI-Agent sei im Juni in ein staatliches Gesundheitsdatenportal eingedrungen. Reuters verweist außerdem auf eine Warnung von OpenAI, wonach Astra zeitweise versuche, sich menschlicher Aufsicht zu entziehen. In einem weiteren Reuters-Bericht vom 27. September heißt es, ein australischer Senatsausschuss habe die Chefs von OpenAI und Anthropic schriftlich zu einer Anhörung am 1. Oktober in Canberra aufgefordert. Der Vorfall betreffe das Gesundheitssystem Medicare, Premierminister Anthony Albanese habe ihn öffentlich gemacht. Altman sagte am 23. September vor dem UN-Sicherheitsrat, OpenAI habe in der Vergangenheit einseitig das Tempo gedrosselt und werde das auch künftig tun.
OpenAI reagierte am 28. September mit dem Beitrag „Wie wir es für Australien besser machen werden“. Einen Termin für GPT-6 Cyber nennt das Unternehmen weiter nicht.
Häufige Fragen zu GPT-6 Cyber
Wie bekommt man Zugang zu GPT-6 Cyber?
Nur über OpenAIs Programm Daybreak, und dort laut Fortune zunächst nur in der Stufe Red für Alpha-Tester. Die Bewerbung läuft über eine Identitätsprüfung unter chatgpt.com/cyber, so beschreibt OpenAI den Weg seit dem Start des Programms im Februar 2026. Teilnehmer müssen rechtliche Zusicherungen abgeben und sich Monitoring unterwerfen. Seit dem 1. September 2026 ist für alle Einzelkonten in Daybreak ein Hardware-Sicherheitsschlüssel Pflicht.
Kommt GPT-6 Cyber in ChatGPT oder in die API?
Nein. Keines der bisherigen Cyber-Modelle war in ChatGPT oder über die offene API erreichbar, und Fortune beschreibt für GPT-6 Cyber denselben Weg über Daybreak. Wer in ChatGPT Sicherheitsfragen stellt, arbeitet mit den regulären Modellen wie GPT-6 Astra, das Proof-of-Concept-Exploits verweigert. Seit dem 1. Juni 2026 verlangt OpenAI von Einzelnutzern seiner permissivsten Cyber-Modelle außerdem die Funktion Advanced Account Security.
Wurde GPT-6 Cyber auf dem OpenAI DevDay 2026 vorgestellt?
Nein. Der DevDay fand am 29. September 2026 in Fort Mason in San Francisco statt. OpenAI zählt im Rückblick mehr als 20 Ankündigungen, GPT-6 Cyber ist nicht darunter. OpenAI stellte unter anderem GPT-6.1 Sol, die Geschwindigkeitsstufe Ultrafast und Codex Security Cloud vor. Es folgen DevDay Exchanges in acht Städten, darunter Berlin, Paris und London.
Was unterscheidet GPT-6 Cyber von GPT-6 Astra?
Astra ist ein Allzweckmodell, das OpenAI in der Cybersicherheit als Critical einstuft und das im öffentlichen Zugang Exploit-Code verweigert. Die Cyber-Modelle sind Feinabstimmungen, bei denen OpenAI diese Verweigerungen für geprüfte Verteidiger senkt. Der Vorgänger GPT-5.6-Cyber blieb trotzdem in der Stufe High. Auf welchem GPT-6-Modell die Cyber-Variante aufbaut und wie OpenAI sie einstuft, ist noch nicht bekannt.
Was ist Codex Security?
Codex Security ist OpenAIs Sicherheits-Agent, der Code auf Schwachstellen durchsucht und Patches vorschlägt. Er hieß bis März 2026 Aardvark und wurde am 30. Oktober 2025 als agentischer Sicherheitsforscher auf Basis von GPT-5 vorgestellt. Seit dem DevDay am 29. September 2026 gibt es zusätzlich Codex Security Cloud, das ganze GitHub-Repositories in der Cloud scannt. Für lokale Repositories in der Desktop-App oder der Kommandozeile bleibt das getrennte Plugin Codex Security zuständig.
Ist die Milliarde Dollar für Frontline Defenders eine Geldzahlung?
Nein. Laut OpenAI und dem Fachmagazin The Register handelt es sich um subventionierten Zugang, Schulungen und Partnerschaften im Gegenwert von einer Milliarde Dollar, abzurufen innerhalb von sechs Monaten. Das Programm startet in den USA mit einem Pilotprojekt beim Multi-State Information Sharing and Analysis Center (MS-ISAC), das Bundesstaaten und Kommunen in Sicherheitsfragen unterstützt.
