Glossareintrag
Wir denken. KI tippt mit.
Ein Banked Reset (deutsch: gespeicherte Zurücksetzung) ist eine einmalige Zurücksetzung des Nutzungslimits, die OpenAI einem ChatGPT-Konto gutschreibt. Der Nutzer löst sie selbst ein, wann es ihm passt. Bis dahin liegt sie im Konto, längstens bis zu ihrem Ablaufdatum. Sie gilt für die Limits von Codex und ChatGPT Work.
In der OpenAI-Hilfe zu gespeicherten Codex-Zurücksetzungen steht ausdrücklich, dass es sich nicht um gekauftes Guthaben handelt und das Kontingent des Tarifs dadurch nicht dauerhaft wächst. Das englische „to bank“ bedeutet ansparen. Im Original heißt die Funktion auch banked rate-limit reset. Thibault Sottiaux aus OpenAIs Codex-Team spricht auf X von der „Reset Bank“. Die maschinell übersetzte deutsche Hilfe schreibt teils „gespeicherte Zurücksetzung“, teils „gespeicherte Rücksetzung“. Gemeint ist dasselbe.
Eine vollständige gespeicherte Zurücksetzung erneuert zwei Zähler des Nutzungslimits auf einmal, das Fünf-Stunden-Fenster und das Wochenlimit. Außerdem verschiebt sich der Termin der wöchentlichen Zurücksetzung.
OpenAI spricht von „erneuern“, nicht von zusätzlicher Nutzung. Wer bei 40 Prozent Restkontingent einlöst, startet also bei 100 Prozent und nicht bei 140. Wirkungslos verpufft ein Banked Reset trotzdem nicht. Laut OpenAI gilt er nur dann als verbraucht, wenn er mindestens ein Nutzungsfenster tatsächlich erneuert hat. Gibt es nichts zurückzusetzen, bleibt er im Konto.
Einlösen: In der Desktop-App, in der Kommandozeile (CLI) und im Web führt der Weg über „Einstellungen“ und dann „Nutzung“. Dort zeigt die Übersicht einen Hinweis wie „1 Zurücksetzung verfügbar“ oder „Vollständige Zurücksetzung“. Nach einem Klick darauf nennt OpenAI das Ablaufdatum und fragt die Bestätigung ab. Sobald ein Konto sein Limit erreicht, kann dieselbe Option auch direkt erscheinen.
Verfall: Das Ablaufdatum steht im Konto und hängt vom jeweiligen Angebot ab. Für Zurücksetzungen aus Empfehlungsaktionen nennen die Bedingungen der ChatGPT-Desktop-Empfehlungsaktionen 30 Tage ab Gutschrift, sofern das jeweilige Angebot nichts anderes festlegt. Eine abgelaufene Zurücksetzung stellt OpenAI nicht wieder her, und der Support vergibt keine Zurücksetzungen aus Kulanz. Übertragen oder auszahlen lässt sie sich nicht. Es können auch mehrere im Konto liegen. Thibault Sottiaux, damals Leiter von Codex, schrieb Ende Juni 2026 auf X von Nutzern mit bis zu drei angesparten Stück. Eine Obergrenze nennt OpenAI nicht.
Arten von Zurücksetzungen außer der Reihe bei OpenAI:
Alle drei füllen das enthaltene Kontingent wieder auf. Credits dagegen sind gekauftes Guthaben, das zusätzliche Nutzung nach Verbrauch bezahlt.
OpenAI führte das Ansparen am 11. Juni 2026 ein. Das Codex-Changelog nennt es „rate-limit reset banking“ für Plus- und Pro-Konten, mit einer kostenlosen Zurücksetzung zum Start und weiteren für geworbene Freunde. Schon vorher setzte das Codex-Team die Limits gelegentlich für alle gleichzeitig zurück. Davon profitierte nur, wer in diesem Moment am Limit hing. Seit Juni gibt es außerdem die ansparbare Form.
Beim Start von GPT‑6 Astra setzte OpenAI beide Formen ein. Berechtigte Plus-, Pro- und Business-Abonnenten bekamen am 3. und am 4. September 2026 je eine gespeicherte Zurücksetzung. Die OpenAI-Hilfe zur Nutzung von GPT‑6 Astra begründet das mit der verzögerten Einführung des Modells. Am 7. September folgte eine automatische für alle, die im Konto nichts hinterließ.
Mittlerweile kennt auch Anthropic das Prinzip. Laut der Claude-Hilfe zum Limit-Reset vergibt Anthropic gelegentlich solche Zurücksetzungen an berechtigte Tarife. Eingelöst werden sie unter Settings > Usage mit „Reset for free“, im Web oder in der Desktop-App. Anders als bei OpenAI füllt eine Zurücksetzung je nach Angebot entweder das Fünf-Stunden-Limit oder das Wochenlimit auf, und der wöchentliche Termin bleibt unverändert. Wer vor dem Einlösen kündigt oder den Tarif herabstuft, verliert sie. Fehler glich Anthropic bisher mit Zurücksetzungen für alle aus, im Postmortem zu den Claude-Code-Problemen vom April 2026 z. B. sofort für alle Abonnenten.
Wer im Betrieb mit einem bezahlten ChatGPT-Tarif in Codex oder ChatGPT Work arbeitet, hat womöglich schon eine gespeicherte Zurücksetzung im Konto, ohne es zu wissen. OpenAI kündigt solche Gutschriften uneinheitlich an, mal im Produkt, mal im Changelog oder in der Hilfe, mal per X-Beitrag des Codex-Teams. Ein Blick unter „Einstellungen“ und dann „Nutzung“ zeigt, ob eine bereitliegt und bis wann sie gilt. Das Ablaufdatum gehört in den Kalender, denn eine verfallene Zurücksetzung ersetzt OpenAI nicht.
Der richtige Moment: Am meisten bringt der Banked Reset, wenn das Wochenlimit fast leer ist und der reguläre Termin noch Tage entfernt liegt. Ein Beispiel ist der Elektrobetrieb, der Codex am Dienstag seinen Angebotsrechner umbauen lässt und am Mittwochmittag bei 5 Prozent Wochenkontingent steht, während der reguläre Termin erst am Montag folgt. Die Zurücksetzung erspart ihm das Warten. Ist nur das Fünf-Stunden-Fenster erschöpft, lohnt sich das Einlösen selten, weil sich dieses Fenster spätestens nach fünf Stunden selbst erneuert. Bei halbvollem Wochenkontingent verfällt der Rest ersatzlos.
Große Aufgaben zuerst vorbereiten, dann einlösen. Wer ChatGPT Work die Eingangsrechnungen eines Jahres auswerten lässt oder mit Codex die Website neu aufsetzt, legt Unterlagen und Auftrag bereit und startet direkt nach dem Einlösen. So fließt das frische Fünf-Stunden-Fenster vollständig in die Arbeit.
Wichtig: Mit dem Einlösen wandert der Wochentermin. Nach einem Banked Reset am Donnerstag läuft die Woche künftig von Donnerstag zu Donnerstag, auch wenn vorher montags alles wieder voll war.
Eine feste Planungsgröße ist die gespeicherte Zurücksetzung nicht. OpenAI vergibt sie nach eigenem Ermessen als Ausgleich oder Aktion, und der Support stellt auf Anfrage keine aus. Reicht das Kontingent im Alltag regelmäßig nicht, helfen nur ein höherer Tarif oder zugekaufte Credits. Die gekaufte Sofort-Zurücksetzung bietet OpenAI in Business-Arbeitsbereichen nicht an. OpenAI führt Tarife und Zusatznutzung auf der Codex-Preisseite.