OpenAI hat seinen Mitarbeitern laut einem Leak einen Astra Release im September in Aussicht gestellt. In einer internen Runde am 19. August 2026 soll das Unternehmen erklärt haben, das kommende KI-Modell Astra erscheine „in ein paar Wochen“, begleitet von Demos, in denen das Modell echte Arbeitsaufgaben erledigt. Das Portal WinCentral grenzt den Zeitraum auf Basis weiterer Leaks auf die erste oder zweite September-Woche ein.
Ein offizielles Datum gibt es weiterhin nicht. OpenAI äußerte sich zuletzt hauptsächlich zu Sicherheitsmaßnahmen rund um das Modell, dessen Veröffentlichung das Unternehmen Anfang August wegen möglicher kritischer Cyberfähigkeiten verschoben hatte. Offiziell bestätigt sind bislang nur die Sicherheitsschritte der vergangenen Wochen, zuletzt eine zweiwöchige Trainingspause.
Update (4. September 2026): Astra wurde am 3. September von OpenAI veröffentlicht. Hier geht es zum Release-Artikel zu GPT-6 Astra.
Astra Release im September: Das steht in den Leaks
Die Formulierung „in ein paar Wochen“ stammt laut den Leak-Berichten aus einer internen Mitarbeiterinformation vom 19. August 2026. Öffentlich machte sie am Folgetag das X-Konto @synthwavedd, das zuvor schon Details zum Astra-Training veröffentlicht hatte. Der Account @Adidotdev verbreitete die Meldung kurz darauf per Zitat-Tweet weiter.
🚨 SCOOP: OpenAI yesterday told employees it intends to release Astra “in a couple [of] weeks” alongside demos of the model performing real-world tasks
— leo 🐾 (@synthwavedd) August 20, 2026
An updated checkpoint, mostly an improvement to model alignment & reward hacking behaviours, is now being dogfooded (…)
Am 21. August ordnete WinCentral die Leaks zum Astra-Zeitplan zeitlich ein. Demnach peilt OpenAI derzeit die erste oder zweite September-Woche an. Benannte Quellen nennt der Bericht nicht, er beruft sich auf Gerüchte und interne Leaks.
Checkpoint „mewfour“: Alignment-Korrekturen statt neuer Funktionen
Hinter dem September-Ziel steht laut den Leaks kein neues Modell, sondern ein aktualisierter Checkpoint des Astra-Trainings, intern „mewfour“ genannt. Die Überarbeitung verbessert demnach vorrangig das Alignment und reduziert Reward Hacking, also Abkürzungen, mit denen ein Modell sein Trainingsziel austrickst, statt die eigentliche Aufgabe zu lösen. Astra selbst beschreibt einen früheren Leak desselben Kontos als komplett neues Pretraining und als größtes Modell, das OpenAI seit GPT-4.5 trainiert hat. Der „mewfour“-Checkpoint gilt dort als Release-Kandidat.
Diesen Kandidaten nutzt OpenAI inzwischen im eigenen Arbeitsalltag, unter anderem über das Programmierwerkzeug Codex. Ein klassischer Fall von Dogfooding.
Was bedeutet Dogfooding?
Dogfooding steht für die Praxis, das eigene Produkt intern im Alltag zu benutzen, nach dem englischen Sprichwort „eating your own dog food“. KI-Labore lassen ihre Mitarbeiter dafür mit unveröffentlichten Modellen in echten Werkzeugen arbeiten, bei OpenAI etwa in Codex. Die Leak-Berichte werten es als Zeichen für eine nahe Veröffentlichung, wenn ein Checkpoint diese Phase erreicht, denn getestet wird dann nicht mehr im Labor, sondern an echten Aufgaben.
Eine Spur führt in den öffentlichen Quellcode von Codex. Nach einer Recherche von WinCentral zur „mewfour“-Spur auf GitHub verschwanden Verweise auf den Checkpoint am 7. August aus 52 Pull Requests des Codex-Repositorys, rund zweieinhalb Stunden nach OpenAIs Sicherheitsmitteilung zu Astra. Sechs Tage später tauchten sie in der Versionsgeschichte wieder auf. WinCentral selbst warnt, das beweise weder einen Termin noch zweifelsfrei, dass „mewfour“ zu Astra gehört.
Offiziell nennt OpenAI das Modell in seinen Mitteilungen schlicht „Astra“ oder „Astra‑Modelle“. Die in Medien und Leaks kursierenden Bezeichnungen „GPT Astra“ und „GPT-6“ hat das Unternehmen nie bestätigt.
Offiziell bestätigt: zwei Wochen Pause und ein gestoppter Trainingslauf
Fest steht, was OpenAI selbst am 18. August in einem Blogbeitrag zum Umgang mit cyberkritischen Fähigkeiten beschrieben hat. Das Unternehmen pausierte für zwei Wochen das Reinforcement-Learning-Training seiner neuesten Modelle, während es Forschungsumgebungen härtete und die Überwachungssysteme ausbaute. Was hinter dieser Trainingspause nach einem autonomen KI-Angriff steckt, haben wir gesondert aufgeschrieben. Der größte geplante Trainingslauf für Frontier-Modelle bleibt weiter ausgesetzt, bis kleinere Testläufe mehr Belege für das Verhalten der Modelle liefern.
Zu Astra selbst heißt es in dem Beitrag, die Modellreihe könne eine kritische Stufe bei Cyberfähigkeiten erreichen. Eine erhebliche Zahl von Astra-Arbeitslasten bleibt deshalb pausiert, bis sie vollständig auf die neue Sicherheitsinfrastruktur umgezogen ist. Seit dem 7. August überwacht OpenAI jede Astra-Nutzung mit Werkzeugen, nicht mehr nur Training und Auswertungen.
Sam Altman bestätigte die Pause am selben Tag auf X und schrieb, man habe einen Teil des Frontier-RL-Trainings angehalten, um Alignment-, Sicherheits- und Überwachungsstandards für die neue Fähigkeitsstufe zu erfüllen. In einem Nachtrag auf X ergänzte er, übersetzt: „Wir rechnen weiterhin damit, bald großartige neue Modelle auszuliefern; das betrifft weiter entfernte Veröffentlichungen.“ Die Leak-Berichte lesen die Pause deshalb nicht als offenes Ende, sondern als letzten Sicherheitsdurchgang vor einem konkreten Termin.
So haben sich die Ereignisse seit Anfang August entwickelt:
| Zeitpunkt | Ereignis |
|---|---|
| 01.08.2026 | OpenAI stellt Astra vor. Eine interne Version löste zehn offene Probleme aus Mathematik und theoretischer Informatik. |
| 07.08.2026 | OpenAI kann laut TechCrunch-Bericht zur Astra-Verlangsamung „kritische Cyber-Fähigkeiten“ nicht ausschließen und setzt Teile der Astra-Arbeiten aus. Verweise auf „mewfour“ verschwinden aus 52 Codex-Pull-Requests. |
| 13.08.2026 | „mewfour“ taucht in der Versionsgeschichte des öffentlichen Codex-Repositorys wieder auf. |
| 18.08.2026 | OpenAI bestätigt im Blog die zweiwöchige RL‑Pause. Der größte geplante Frontier-Trainingslauf bleibt ausgesetzt. Sam Altman kündigt auf X „bald großartige neue Modelle“ an. |
| 19.08.2026 | Laut Leak stellt OpenAI Mitarbeitern den Release „in ein paar Wochen“ in Aussicht. |
| 20.08.2026 | Die X-Konten @synthwavedd und @Adidotdev machen die interne Ansage öffentlich. |
| 21.08.2026 | WinCentral grenzt den Zeitraum auf die erste oder zweite September-Woche ein. |
Wettmarkt Polymarket: Erwartung für Anfang September bricht ein
Auf dem Prognosemarkt Polymarket ist die Erwartung eines frühen Astra-Starts binnen sechs Tagen deutlich gefallen. Am 18. August taxierten die Teilnehmer eine Veröffentlichung bis zum 15. September noch auf 60 Prozent, am 24. August waren es 42 Prozent. Ein Start noch im August galt zuletzt mit 2 Prozent als nahezu ausgeschlossen, zuvor waren es 18 Prozent.
Die weiter entfernten Stichtage blieben dabei fast unverändert. Bis Ende September liegt die Quote bei 76 statt 78 Prozent, bis Ende Oktober sogar leicht höher bei 89 statt 87 Prozent. Der Markt rechnet also weiterhin mit einem Start im Herbst, nur eben nicht mehr in den ersten September-Tagen, die der Leak nennt. Die Quoten bilden Einsätze zahlender Teilnehmer ab, keine Unternehmensangaben.
Polymarket: Wahrscheinlichkeit einer Astra-Veröffentlichung
Kumulierte Quoten je Stichtag, Vergleich 18. und 24. August 2026
Zahlen als Tabelle
| Stichtag | 18. August in Prozent | 24. August in Prozent |
|---|---|---|
| bis 31. August | 18 | 2 |
| bis 15. September | 60 | 42 |
| bis 30. September | 78 | 76 |
| bis 31. Oktober | 87 | 89 |
Anthropic soll mit Fable 5.1 auf den Astra-Start warten
Parallel kursiert in der KI-Community die Behauptung, Anthropic halte ein fertig entwickeltes Modell namens Fable 5.1 zurück und warte den Astra-Start ab. Das Magazin Geeky Gadgets beschrieb die Lage am 22. August als strategisches Abwarten beider KI-Labore. Der Bericht stützt sich im Kern auf einen YouTube-Kanal; Anthropic selbst hat sich nicht geäußert, und in der bisherigen Berichterstattung fehlen benannte Quellen.
Aktuell verkauft Anthropic als Spitzenmodell Claude Fable 5. Eine Version 5.1 hat das Unternehmen nie angekündigt. Das Szenario eines Septembers mit zwei großen Modellstarts binnen weniger Tage stammt allein aus den Leak-Berichten, nicht von den Unternehmen.
Codex-Nutzer beklagen schnell schwindende Wochenlimits
Im offiziellen OpenAI-Forum häufen sich seit Mitte August Beschwerden über zu schnell schwindende Codex-Wochenlimits. Der Ersteller des Threads, ein zahlender 20x-Nutzer, meldete am 14. August, sein Wochenkontingent sei nach dem Zurücksetzen teils binnen weniger als eines Tages leer gewesen. Ein weiterer Nutzer berichtete tags darauf von über 50 Prozent Verbrauch in gut einem Tag. Ähnliche Meldungen gab es schon im Juli im Codex-Repository auf GitHub, und mehrere Nutzer datieren den Anstieg auf die Einführung von GPT-5.6 „Sol“.
Codex-Engineering-Lead Thibault Sottiaux wies den Verdacht heimlicher Kürzungen am 21. August auf X zurück. Limits seien, übersetzt, „nichts, was wir ändern, ohne die Community einzubeziehen und transparent zu sein“. Bei vielen Betroffenen habe sein Team stattdessen das Drittanbieter-Werkzeug sub2api gefunden. Es wandelt ein ChatGPT- oder Codex-Abo in eine API-Schnittstelle um, über die auch Dritte auf das Kontingent zugreifen können. Das verstößt gegen die Nutzungsbedingungen und wird von OpenAIs Betrugs-Präventionssystemen erkannt und markiert.
Die Debatte ist damit nicht geklärt. Nutzer, die nach eigenen Angaben ausschließlich offizielle Clients verwenden, melden weiterhin schnellen Verbrauch. Eine vergleichbare Diskussion um Nutzungslimits führte zuletzt auch die Claude-Community, nachdem Anthropic 33 Prozent weniger Wochenlimit bei Claude Code angekündigt hatte.
Am 21. August, zum Meilenstein von 20 Millionen aktiven Codex-Nutzern, kündigte Sottiaux in einem weiteren X-Beitrag eine Gutschrift an. Alle zahlenden Codex- und ChatGPT-Work-Nutzer erhalten einen „banked reset“, also ein einlösbares zusätzliches Zurücksetzen ihres Limits.
Update (30. August 2026): Was Astra intern bereits leistet, beschreibt die TIME-Titelgeschichte vom 26. August. Laut Chefwissenschaftler Jakub Pachocki erfüllt die Modellreihe OpenAIs Maßstab für einen automatisierten Forschungspraktikanten und führt Experimente selbstständig aus. Auf dieser Grundlage erwartet Sam Altman eine AGI bis Ende 2026.
Update (3. September 2026): Einen Termin nennt OpenAI weiterhin nicht, die Sicherheitsfreigabe steht dagegen seit dem 1. September. Den vollen Zugriff auf Astras Cyberfähigkeiten bekommt zuerst eine kleine Gruppe von Alpha-Testenden, danach das Partnerprogramm Daybreak Blue. Welche Bedingungen daran hängen, steht im Bericht zur Astra Freigabe trotz Risikostufe Kritisch.
Update (4. September 2026): Der Zeitplan aus dem Leak hat gestimmt, OpenAI hat Astra am 3. September in der ersten Septemberwoche gestartet. Der Rollout begann allerdings so holprig, dass OpenAI zahlenden Kunden pro Tag ohne Zugang eine Limit-Zurücksetzung gutschreibt und Sam Altman sich öffentlich entschuldigte. Alle Details zu Zugang, Preisen und Benchmarks im Release-Artikel zu GPT-6 Astra.