Amodei bei Trump:
Abendessen im Weißen Haus nach dem Streit

Wir denken. KI tippt mit.

Lesezeit: 18 Minuten
Veröffentlicht: 01.10.2026
Aktualisiert: 12.10.2026
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Markus Schulte

AI Solution Development, Autor

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Amodei bei Trump, das war am Sonntag, dem 27. September 2026, um 22 Uhr ein Abendessen im Weißen Haus, das erste Gespräch unter vier Augen zwischen dem US-Präsidenten und dem Chef von Anthropic. Sieben Monate zuvor hatte Donald Trump die Leute bei Anthropic als „Leftwing nut jobs“ beschimpft und allen Bundesbehörden verboten, ihre KI zu nutzen. Zwei Wochen vor dem Essen schrieb er, Dario Amodei spiele nun den „perfect little angel“. Das Weiße Haus hat bis heute nicht mitgeteilt, worüber die beiden gesprochen haben. Am Dienstag, dem 29. September, saß Amodei beim Mittagessen mit den Chefs von Nvidia, Meta, Google, OpenAI und xAI im East Room. Dort unterschrieb er den „White House Accord on Super Intelligence“, ein zweiseitiges Papier zur Selbstkontrolle der Branche, das Trump „moralisch bindend“ nennt.

Den Termin hatte Axios am Samstag als Erstes gemeldet. Trump bestätigte ihn am Sonntagabend nach der Landung auf der Joint Base Andrews vor Reportern. „Heute Abend esse ich mit dem Chef von Anthropic“, sagte er laut dem Liveblog von Fox News, „ich esse um 10 Uhr heute Abend.“ Amodei nannte er „sehr angesehen“. Auf die Frage nach Regeln für KI sagte er, man werde darüber reden. Auf die Frage, ob ihn die Sicherheitsvorfälle mit KI-Agenten beunruhigen, antwortete er nach Angaben von AFP und Euronews: „Das macht mir keine Sorgen.“

Ich bin für: Los geht’s, und lasst uns gewinnen. Wir liegen etwa ein Jahr, vielleicht anderthalb Jahre vor China. Es gibt niemanden auf Platz drei. Es sind nur wir und China.
Donald Trump am 27. September 2026 vor Reportern, wenige Stunden vor dem Abendessen mit Dario Amodei (Quelle: Fox News)

Eine Einladung nach dem verpassten Staatsbankett

Trump hat Amodei laut Axios persönlich eingeladen, nachdem der Anthropic-Chef beim Staatsbankett für Chinas Präsidenten Xi Jinping am 24. September gefehlt hatte. Sam Altman, Greg Brockman, Elon Musk, Jensen Huang, Mark Zuckerberg, Sundar Pichai, Satya Nadella, Tim Cook, Lisa Su und Jeff Bezos saßen an diesem Abend im Weißen Haus. Amodei hatte nach Angaben von Axios einen Terminkonflikt. Der Washington Examiner beschrieb ihn als einzige große KI-Figur ohne Einladung. Die Washington Post zählt ihn zu den wenigen Tech-Chefs, die in Trumps zweiter Amtszeit bislang keinen Termin beim Präsidenten gesucht hatten, während andere zur Amtseinführung kamen und Investitionen im Weißen Haus verkündeten.

Was Amodei verpasst hat: Das Menü des Staatsbanketts

Was Trump und Amodei am Sonntag gegessen haben, hat das Weiße Haus nicht mitgeteilt. Vom Staatsbankett für Xi Jinping drei Tage zuvor ist die Speisenfolge dagegen bekannt. Das Büro von Melania Trump hat sie Fox News gegeben:

  • Vorspeise: Velouté von gelbem Kürbis, Fricassée von Wildpilzen, knuspriger Pancetta und Frühlingszwiebelöl
  • Hauptgang: Seebarsch in Sesamkruste mit geschmortem Pak Choi, gerösteter Aubergine aus dem Garten und französischer Kräutersauce
  • Dessert: Vanille-Crémeux mit Eiscreme aus Honig des Weißen Hauses, Walnuss-Frangipane und Sauerkirsch-Confit

Ein ranghoher Regierungsvertreter sagte Axios, vor Monaten hätten manche im Weißen Haus von einem Einzeltreffen abgeraten, weil „Dario ein bisschen zu seltsam“ für Trump sei. „Das Weiße Haus versucht, alle an den Tisch zu bekommen“, sagte eine andere Quelle. „Präsident Trump hat klargemacht: Amerika wird die Welt bei Super Intelligence anführen und dabei die amerikanischen Verbraucher schützen“, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses gegenüber Axios, CNBC und Politico. Anthropic lehnte laut Bloomberg eine Stellungnahme ab. Als Reporter Amodei am Montag im Kapitol fragten, worüber er mit dem Präsidenten gesprochen habe, schwieg er.

Am Montagabend traf Amodei den republikanischen Mehrheitsführer im Senat, John Thune. „Es war ein produktives Treffen“, sagte Thune laut Politico. Laut Thune hat Anthropic einen Gesetzentwurf geprüft und kommentiert, den er nicht näher benannte. Politico ordnet das Treffen in die Verhandlungen ein, die Thune mit Amy Klobuchar und Ted Cruz über ein Gesetz zu katastrophalen KI-Risiken führt. „Ich glaube, sie verstehen, was auf dem Spiel steht.“ Cruz selbst warf den großen KI-Firmen am selben Tag auf X vor, sich von der Regierung zur Aufsicht über die Branche machen lassen zu wollen.

Das Dossier gegen Amodei: „Deep Democratic ties“

Vor dem Abendessen kursierte im Weißen Haus ein Papier, das Amodei als Trump-Gegner zeichnet. Axios hat das Dossier eingesehen. Es bescheinigt Amodei „a long record of attacking Trump“ und „deep Democratic ties“ und nennt den Streit mit dem Pentagon ein „klares Beispiel dafür, dass Dario Präsident Trump nicht vertraut“. Ein Absatz ist im Stil von Trumps eigenen Posts geschrieben: „Dario behauptete, KI würde schon dieses Jahr die Hälfte aller Einstiegsjobs für Büroangestellte vernichten. FALSCH!“ Das Papier stammt nicht aus dem Weißen Haus, seine Herkunft ist laut Axios unklar. Eine mit den Abläufen vertraute Quelle sagte, es sei dafür gedacht, dem Präsidenten vorgelegt zu werden.

Schon am 24. September hatte Axios über Gesprächspunkte berichtet, die Trump-Verbündete im Weißen Haus verteilten. Sie stellen Amodei als Gesicht des KI-„Doomerism“ dar und beschreiben die Bewegung des effektiven Altruismus, der Amodei nahesteht, als Ursprung einer „AI-doom pipeline“. Ein Abschnitt heißt „The Anthropic knot“. Eine Quelle nannte Amodei „die Verkörperung einer Ideologie und eines globalistischen Innovationsansatzes, der der America-First-Agenda des Präsidenten widerspricht“. Am Vorabend des Essens hatte Saturday Night Live Amodei in der Staffelpremiere wegen seiner Persönlichkeit und seiner Warnungen parodiert.

Sieben Monate Streit: Von „Leftwing nut jobs“ bis zum Abendessen

Der Konflikt begann im Februar mit dem Verteidigungsministerium. Minister Pete Hegseth verlangte, dass Anthropic die Nutzungsgrenzen seiner Modelle für das Militär aufhebt. Amodei lehnte am 26. Februar zwei Punkte ab: die Massenüberwachung von US-Bürgern im Inland und vollautonome Waffen. Anthropic könne dem Wunsch „nicht guten Gewissens nachkommen“, schrieb er. Am Tag darauf antwortete Trump auf Truth Social, die „Leftwing nut jobs at Anthropic“ hätten einen „DISASTROUS MISTAKE“ gemacht, und wies alle Bundesbehörden an, den Einsatz von Anthropic-Technik sofort einzustellen. Wenige Tage später sagte er Politico, er habe Anthropic „wie Hunde gefeuert“. Der Weg von dort bis zum Abendessen im Überblick:

DatumEreignis
24.02.2026Hegseth setzt Amodei bei einem Treffen eine Frist bis Freitag und droht mit der Einstufung als Lieferkettenrisiko.
27.02.2026Trump verbietet allen Bundesbehörden per Truth Social die Nutzung von Anthropic-Technik („Leftwing nut jobs“), mit sechs Monaten Auslaufzeit.
05.03.2026Das Pentagon stuft Anthropic offiziell als Supply Chain Risk ein, als erstes US-Unternehmen überhaupt.
09.03.2026Anthropic klagt in zwei Verfahren, in Kalifornien und vor dem Berufungsgericht in Washington.
26.03.2026Richterin Rita Lin erlässt eine einstweilige Verfügung und spricht von „klassischer Vergeltung“ gegen die Meinungsfreiheit.
12.06.2026Das Handelsministerium sperrt per Exportkontrolle den Zugang zu Fable 5 und Mythos 5, Anthropic schaltet beide Modelle ab.
19.06.2026Trump zu Axios auf die Frage, ob Anthropic eine Bedrohung sei: „Jetzt nicht, aber vor einer Woche vielleicht.“
30.06.2026Handelsminister Howard Lutnick hebt die Exportkontrolle auf. Sein Brief geht an Mitgründer Tom Brown, nicht an Amodei.
27.08.2026Richterin Lin erklärt die Pentagon-Einstufung für rechtswidrig.
02.09.2026Lutnick beim G20-Ministertreffen: „Wir vertrauen Anthropic. Sie sind wieder auf der richtigen Seite.“
12.09.2026Amodei veröffentlicht den Essay „We Must Pace the Frontier“ und fordert, das Tempo der KI-Entwicklung zu drosseln.
14.09.2026Trump auf Truth Social: Dario spiele den „perfect little angel“, es gebe eine „SICK conspiracy“ gegen KI und Rechenzentren.
22.09.2026Trump lehnt vor der UN-Generalversammlung jedes „globalist scheme“ zur Kontrolle von KI ab.
23.09.2026Amodei spricht per Video vor dem UN-Sicherheitsrat: „Kein Anführer, keine Firma und keine Nation kann das allein bewältigen.“
24.09.2026Staatsbankett für Xi Jinping mit Altman, Musk, Huang, Zuckerberg und Pichai. Amodei fehlt.
25.09.2026Das Berufungsgericht in Washington bestätigt die Pentagon-Einstufung mit 2:1. Hegseth: „Confirmed: Anthropic = Supply Chain Risk“.
27.09.2026Abendessen unter vier Augen im Weißen Haus, 22 Uhr.
28.09.2026Amodei trifft Mehrheitsführer Thune im Senat.
29.09.2026Mittagessen mit den Tech-Chefs, Amodei unterschreibt den White House Accord on Super Intelligence.

Wegen der Gerichtsentscheidung vom 25. September nannte die New York Times den Zeitpunkt des Essens „unangenehm“. Das Berufungsgericht für den District of Columbia bestätigte die zweite Einstufung nach dem Beschaffungsgesetz FASCSA, die parallel zur ersten läuft. Richter Gregory Katsas schrieb, in der Republik sei es Sache des Präsidenten und des Kriegsministers, die konkurrierenden Risiken abzuwägen. Das Urteil von Richterin Lin gegen die Pentagon-Blacklist aus dem August betrifft nur die erste Einstufung. Anthropic hat sieben Tage Zeit, eine Neuverhandlung vor dem gesamten Gericht zu beantragen. Die sechsmonatige Auslauffrist aus Trumps Anweisung vom Februar lief laut Berichten von DefenseScoop und Punchbowl Ende September ab. Der Technologiechef des Ministeriums, Emil Michael, schrieb nach dem Urteil, der „Hammer der Gerechtigkeit“ habe die Argumente von Anthropic zerschmettert.

Die Bremsforderung, die Trump wochenlang abtat

Amodeis Essay vom 12. September ist der Text, den die Washington Post in ihrer Überschrift meint („the Anthropic CEO who called for AI slowdown“). „Wir müssen das Tempo drosseln, in dem wir die Fähigkeiten von KI-Modellen verbessern“, schreibt er auf darioamodei.com. Der Fortschritt werde sich trotzdem schnell anfühlen. Sein Plan hat drei Stufen. Erstens externe Prüfer mit dauerhaftem Zugang wie Mitarbeiter (Embedded Evaluators), dazu verpflichtet sich Anthropic einseitig und sofort. Zweitens gemeinsame Sicherheitsstandards und Grenzen für ungeprüften Fortschritt unter den Frontier-Firmen in Demokratien, mit Hilfe der Regierungen. Drittens der Versuch, auch autoritäre Staaten einzubinden. Wer zu stark bremse, werde von Projekten mit Verbindung zur Kommunistischen Partei Chinas überholt, warnt er im selben Text. Auf ai-handwerk.de ist der Plan im Artikel Wird KI die Menschheit auslöschen? Amodei antwortet beschrieben.

David Sacks, bis März Trumps KI-Beauftragter und heute Co-Vorsitzender des Beraterstabs PCAST, schrieb am 13. September auf X, Amodei solle aufhören, so zu tun, als sei das Motiv rein altruistisch. Wer sein bevorzugtes Regelwerk zum Preis der Bremse mache, dessen Vorgehen werde „wie Erpressung der Öffentlichkeit und des politischen Systems aussehen“. Wenn Anthropic nicht einfach von sich aus bremse, „werden wir wissen, dass dies nur ein weiterer Versuch der Regulatory Capture war, oder eine Psyop zur Wahlsaison“.

Screenshot: Trump Truth Social Post Anthropic 14. September 2026 mit Kritik an Dario Amodei und KI-Regulierung
Trumps Truth-Social-Post vom 14. September 2026 gegen Dario Amodei, 13 Tage vor dem gemeinsamen Abendessen, archiviert auf trumpstruth.org. (Quelle: https://www.trumpstruth.org/statuses/41712)

„Die einzige Kontrolle oder ‚Leitplanke‘, die KI benötigt, ist ein STARKER UND KLUGER (High IQ!) PRÄSIDENT, und den haben die USA, und zwar reichlich“, schrieb Trump am 14. September. Die Regierung habe „KI-‚Leute‘“ davon abgehalten, „schlechte oder potenziell schlechte ‚Dinge‘“ zu tun, „wie Dario (Anthropic!), der jetzt so tut, als sei er ein ‚perfect little angel‘“. Man habe „gewaltige STRAFRECHTLICHE und REGULATORISCHE Macht“ über diese Firmen. Es gebe eine „KRANKE Verschwörung“ gegen KI und Rechenzentren, „und der Einzige, der sich darüber freut, ist China“. „WHOEVER WINS AI, WINS!“, schrieb er, und warnte am Ende „Verschwörungstheoretiker, Verräter und Leaker“. In weiteren Posts desselben Tages nannte er sich „Hoax Buster“ und schrieb, man dürfe die „Goldene Gans“ nicht töten. Laut Bloomberg fiel die Aktie von SoftBank nach dem Essay am 14. September zeitweise um 13 Prozent, Kioxia verlor fast 10 Prozent.

Acht Tage später trug Trump die Position vor die UN-Generalversammlung, wo er ein „globalist scheme“ zur Kontrolle von KI ablehnte. Er werde das Wachstum von etwas, das größer werde als die industrielle Revolution, nicht abwürgen. Amodei sprach einen Tag danach per Video vor dem Sicherheitsrat. Im Weißen Haus lief parallel der Staatsbesuch von Xi. Das Fact Sheet des Weißen Hauses zum Staatsbesuch nennt einen „U.S.-China Super Intelligence Dialogue“ mit nächster Runde bis November und einen Kommunikationskanal für KI‑Vorfälle. Die chinesische Ergebnisliste spricht an derselben Stelle von einem Dialog über „künstliche Intelligenz“.

Zwei Tage später: Der „White House Accord on Super Intelligence“

Am 29. September saß Amodei im East Room des Weißen Hauses, aber nicht in Trumps Nähe. Die Sitzordnung, die Trump auf Truth Social postete, zeigt rechts neben dem Präsidenten Jensen Huang, links Elon Musk, dann Mark Zuckerberg und Sundar Pichai. Gegenüber saß Vizepräsident JD Vance zwischen Jeff Bezos und Sprecher Mike Johnson. Amodei saß sechs Plätze von Trump entfernt, zwischen Exiger-Chef Brandon Daniels und Broadcom-Chef Hock Tan. Das Weiße Haus führte die Runde im Sitzplan als „Super Intelligence Luncheon“. Am Tisch saßen auch Satya Nadella, Greg Brockman, Lisa Su, Alex Karp und David Sacks. Aus der Regierung kamen Finanzminister Scott Bessent, Handelsminister Howard Lutnick, Stabschefin Susie Wiles und FTC-Chef Andrew Ferguson. Anthropic-Mitgründer Tom Brown nahm am anderen Tischende Platz. OpenAI war durch Präsident Greg Brockman vertreten, die Firma hielt am selben Tag ihren DevDay in San Francisco ab.

Sitzplan des Super Intelligence Luncheon im East Room am 29. September 2026, Trumps Platz blau markiert zwischen Jensen Huang und Elon Musk, Dario Amodei sechs Plätze entfernt
Sitzordnung des KI-Mittagessens im Weißen Haus am 29. September 2026 (offizieller Titel „Super Intelligence Luncheon“), von Trump auf Truth Social veröffentlicht. Amodei sitzt sechs Plätze vom Präsidenten entfernt. (Quelle: https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/117355137125519227)

Sechs Männer haben unterschrieben: Amodei für Anthropic, Brockman für OpenAI, Pichai für Google, Zuckerberg für Meta, Musk für xAI und Huang für Nvidia. Das Dokument heißt „White House Accord on Super Intelligence: Joint Commitment on Frontier Responsibilities“ und hat zwei Seiten. Trump hat es mit den Unterschriften auf Truth Social veröffentlicht.

Erste Seite des White House Accord on Super Intelligence Dokuments mit vier Kontroll- und Audit-Ebenen für Frontier-KI-Modelle
Seite 1 des White House Accord on Super Intelligence vom 29. September 2026 mit den vier Kontrollebenen. (Quelle: https://www.trumpstruth.org/statuses/42025)
Unterschriftenseite des White House Accord on Super Intelligence mit Unterschriften von Trump, Pichai, Amodei, Zuckerberg, Brockman, Musk und Huang
Die Unterschriften unter dem Accord: Trump, Pichai, Amodei, Zuckerberg, Brockman, Musk und Huang, 29. September 2026. (Quelle: https://www.trumpstruth.org/statuses/42025)

Die vier Verpflichtungen des Accord

Jede Firma sei dafür verantwortlich, „ihre eigene Technologie sicher zu entwickeln“, heißt es im Papier. Die vier Ebenen laut Accord-Text und Al Jazeera:

  1. Interne Kontrollen: „robuste“ Überwachung von Fähigkeiten und Alignment der Modelle in Training und Einsatz, ausdrücklich bei Cybersicherheit, Biosicherheit und chemischen Bedrohungen. Die Modelle dürfen keine Systeme hacken oder unbeabsichtigt auf technische Systeme zugreifen.
  2. Internes Team: Es prüft, dass Kontrollen, Überwachung und Erkennung „wie vorgesehen funktionieren“ und Probleme behoben werden.
  3. Externe Prüfer: Partnerschaft mit unabhängigen Auditoren oder Evaluatoren. Wer sie auswählt oder stellt, regelt das Papier nicht.
  4. Ausschuss im Aufsichtsgremium: Ein unabhängiger Ausschuss des Board of Directors beaufsichtigt die Kontrollteams, bekommt die Berichte der internen und externen Prüfer und sorgt dafür, dass gefundene Probleme behoben werden.

Die Firmen möchten sich regelmäßig treffen, um Standards und bewährteste Vorgehen festzulegen. Der letzte Absatz beginnt mit dem Satz: „Mit der Zeit kann es sinnvoll sein, diese Schritte in Gesetze oder Verordnungen zu gießen.“ Auf die Frage, ob die Regeln bindend seien, antwortete Trump: „moralisch bindend“.

„Es gibt die Überzeugung, dass es eine enorme Selbstregulierung geben sollte, und wir haben automatisch Regulierung durch das Justizministerium, das FBI, all das“, sagte Trump nach dem Mittagessen, umringt von den Firmenchefs. Auf die Frage, warum man den Firmen vertrauen solle, antwortete er laut Roll Call: „Weil es herausragende Leute sind.“ Er erwäge ein zehnköpfiges Gremium zur Aufsicht über die Branche und werde in drei bis vier Tagen einen neuen KI-Beauftragten benennen. Laut Axios brachte er dafür Jay Clayton ins Spiel, den amtierenden Geheimdienstkoordinator (Director of National Intelligence) und früheren Chef der Börsenaufsicht SEC. Am selben Tag unterschrieb Trump eine Executive Order, nach der alle Bundesbehörden in Schreiben, Mitteilungen und Strategiepapieren statt „Artificial Intelligence“ und „AI“ nur noch „Super Intelligence“ und „SI“ schreiben. Sein Wissenschaftsberater Michael Kratsios soll eine bundesweite Definition des Begriffs vorschlagen.

Amodei stellte sich nach der Unterzeichnung vor dem Weißen Haus den Kameras. „Wir müssen alle zusammenarbeiten, damit wir gewinnen können, und zwar sicher gewinnen“, sagte er. „Wenn wir das richtig machen, wenn wir mit dem Präsidenten und allen hier zusammenarbeiten, können wir sicher gewinnen.“ Regeln gegen die Risiken seien „noch in der Diskussion“. Zuckerberg nannte das Papier „einen Anfang“ und „einen Accord, auf den sich die ganze Branche einigen kann“. Pichai sprach von einem „historischen und folgenreichen“ Moment. Sacks schrieb auf X, der Accord sei „weit besser“ als ein internationales Abkommen, das „wahrscheinlich nie zustande kommt“. USA Today hat die Aussagen der drei Firmenchefs vor dem Weißen Haus in einem Video zusammengeschnitten.

Toby Walsh vom AI Institute der Universität New South Wales fragte bei Al Jazeera: „Welche andere Billionen-Dollar-Branche bewertet ihre eigenen Hausaufgaben?“ David Krueger von der Universität Montreal nannte das Vorgehen „regulieren ohne zu regulieren“, mit externen Prüfern als „winziger Verbesserung“. Der Investor Bradley Tusk sagte bei CNBC: „Vor zwei Wochen haben fast dieselben CEOs gesagt, sie sollten reguliert werden.“ Senator Mark Warner brachte am Dienstag mit Brian Schatz und Andy Kim ein Gesetz für Pflichttests der stärksten Modelle ein, Ted Cruz blockierte die beschleunigte Abstimmung darüber. Warner kommentierte: „Die Antwort des Präsidenten? Es umbenennen und den Firmen sagen, sie sollen sich selbst regulieren.“ Schatz fragte laut Roll Call, ob man Firmen vertrauen könne, „die auf die größten Börsengänge der Menschheitsgeschichte zurollen“.

Was die US-Bürger wollen und was Anthropic vor dem Börsengang schreibt

Drei Umfragen aus dem Sommer und Herbst 2026 stützen Amodeis Position. In der Verasight-Umfrage vom September sagten 63 Prozent der Befragten, KI solle langsamer entwickelt werden, 5 Prozent wollten mehr Tempo. Bei SCSP und Gallup wünschten sich 79 Prozent Sicherheitsregeln, auch wenn diese die Entwicklung verlangsamen. Public First fand für Politico 48 Prozent, die eine Pause der Entwicklung befürworten, und 78 Prozent, die ein Risiko sehen, dass KI die Menschheit zerstören könnte.

US-Bürger zur KI-Bremse: drei Umfragen 2026

Anteil der Befragten, die sich für Sicherheitsregeln, ein langsameres Tempo oder eine Pause aussprechen (Prozent)

Quelle: SCSP/Gallup-Bericht (Befragung Juni 2026), Verasight Current Events Report (September 2026), Public-First-Umfrage für Politico (September 2026). Die Fragestellungen unterscheiden sich, die Werte sind nur als Tendenz vergleichbar.
Zahlen als Tabelle
UmfrageAussageZustimmung
SCSP/Gallup, Juni 2026Sicherheitsregeln, auch wenn die Entwicklung langsamer wird79 %
Verasight, September 2026KI-Entwicklung soll langsamer werden63 %
Politico/Public First, September 2026Pause der KI-Entwicklung48 %

Anthropic warnt auch seine künftigen Aktionäre. Die Firma hat ihren Börsenprospekt im Juni vertraulich bei der SEC eingereicht. Laut Reuters steht darin, dass ihre Modelle ein „katastrophales oder existenzielles Risiko für die Menschheit“ darstellen könnten. Sie könnten sich einer Abschaltung widersetzen und Verhalten „ähnlich einer Erpressung“ zeigen. Anthropic hat laut demselben Bericht für das kommende Jahr mehr als 500 Milliarden Dollar für Rechenleistung und Infrastruktur eingeplant. Laut CNBC strebt die Firma an der Nasdaq eine Bewertung von bis zu 2 Billionen Dollar an. Die letzte Finanzierungsrunde im Mai bewertete die Firma mit 965 Milliarden Dollar.

Anthropic-Bewertung: von 18 Milliarden auf 965 Milliarden Dollar

Unternehmenswert nach jeder Finanzierungsrunde (Post-Money, Milliarden US-Dollar) und die laut CNBC angestrebte Bewertung beim Börsengang

Quelle: Anthropic zur Series F, Anthropic zur Series G, CNBC zur Series H, Forbes zur Series D, TechCrunch zur Series E. Börsenziel laut CNBC vom 30. September 2026.
Zahlen als Tabelle
ZeitpunktRundeBewertung
Januar 2024Series D, 750 Mio. $18,4 Mrd. $
März 2025Series E, 3,5 Mrd. $61,5 Mrd. $
September 2025Series F, 13 Mrd. $183 Mrd. $
Februar 2026Series G, 30 Mrd. $380 Mrd. $
Mai 2026Series H, 65 Mrd. $965 Mrd. $
Börsengang (Ziel)laut CNBCbis 2.000 Mrd. $

Bei Kalshi stieg die Wahrscheinlichkeit, dass Anthropic den Börsengang noch vor November ankündigt, von 4,7 Prozent am 28. September auf 16 Prozent am 30. September. Für eine Ankündigung vor Dezember sehen die Händler mehr als 60 Prozent, vor Januar fast 80 Prozent. Als Auslöser nennt CNBC die Berichte über den Prospekt.

Was in dieser Woche noch ansteht

Der Senat will laut CBS noch in dieser Woche einige der Firmenchefs empfangen, die am Dienstag im Weißen Haus waren. Trumps Frist für den neuen KI-Beauftragten läuft bis zum Wochenende. Am 6. Oktober sagt OpenAI-Strategiechef Jason Kwon vor einem Ausschuss des australischen Parlaments aus, nachdem Altman und Amodei dem dortigen Senat abgesagt hatten. Für Anthropic läuft am 2. Oktober die Frist, das volle Berufungsgericht in Washington anzurufen. Die Pentagon-Einstufung als Lieferkettenrisiko besteht nach dem Abendessen, dem Treffen mit Thune und der Unterschrift unter den Accord unverändert fort.

Update (12.10.2026): Sam Altman nannte den Accord am 4. Oktober einen „großartigen Anfang“ und sagte, er würde „etwas mehr begrüßen“. Im selben Interview von Altman bei Politico grenzte er sich von Amodei ab. Die Welt solle für breiten Zugang zu KI „einige schlechte Dinge“ wie Hacks und Betrug hinnehmen.

Häufige Fragen zu Amodei bei Trump

Wann und wo haben Trump und Amodei gegessen?

Am Sonntag, dem 27. September 2026, um 22 Uhr Ortszeit im Weißen Haus. The Hill berichtet unter Berufung auf zwei Quellen, dass das Essen in der Residenz des Präsidenten stattfand. Es war das erste Treffen der beiden unter vier Augen. Trump war am selben Tag beim Golfturnier Presidents Cup und kündigte das Essen nach der Rückkehr auf der Joint Base Andrews an.

Was wurde beim Abendessen besprochen?

Das ist nicht bekannt. Das Weiße Haus hat keine Themen und kein Ergebnis mitgeteilt, Anthropic lehnte eine Stellungnahme ab, und Amodei schwieg am Montag im Kapitol auf Nachfrage. Trump hatte vorab nur gesagt, man werde über Regeln für KI sprechen und er sei dafür, das Rennen gegen China zu gewinnen.

Was ist der White House Accord on Super Intelligence?

Ein zweiseitiges, freiwilliges Papier mit dem Untertitel Joint Commitment on Frontier Responsibilities, das Trump am 29. September 2026 mit sechs Firmenchefs unterschrieb: Amodei (Anthropic), Brockman (OpenAI), Pichai (Google), Zuckerberg (Meta), Musk (xAI) und Huang (Nvidia). Es verlangt interne Kontrollen, ein internes Prüfteam, externe Auditoren und einen Board-Ausschuss. Wer die externen Prüfer stellt, regelt es nicht. Trump nennt es moralisch bindend.

Ist Anthropic nach dem Treffen noch auf der Pentagon-Blacklist?

Ja. Das Berufungsgericht für den District of Columbia hat die Einstufung als Supply Chain Risk am 25. September 2026 mit 2:1 bestätigt. Richterin Karen Henderson widersprach in einem Sondervotum. Die Entscheidung ist sieben Tage ausgesetzt, damit Anthropic eine Neuverhandlung vor dem gesamten Gericht beantragen kann. Eine Aufhebung durch das Pentagon hat es nach dem Abendessen nicht gegeben.

Wer ist Tom Brown und warum verhandelt er statt Amodei?

Tom Brown ist Mitgründer von Anthropic und hat laut CNBC die Verhandlungen mit dem Handelsministerium von Amodei übernommen. Lutnicks Brief zur Aufhebung der Exportkontrolle vom 30. Juni 2026 war an Brown adressiert. Beim G20-Ministertreffen am 2. September lobte Brown öffentlich Trumps Post zu Rechenzentren. Beim Mittagessen am 29. September saß er ebenfalls mit am Tisch.

Wie reich ist Dario Amodei laut Forbes?

Forbes schätzt sein Vermögen in der Forbes-400-Liste 2026 auf 15,5 Milliarden Dollar, Platz 75 der Liste vom 15. September 2026, geteilt mit den anderen gelisteten Anthropic-Mitgründern. Seine Schwester Daniela Amodei, Präsidentin von Anthropic, steht mit demselben Betrag ebenfalls auf Platz 75.

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